Schleudertrauma

Letzte Aktualisierung am 22. November 2017 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Ein Schleudertrauma bezeichnet die durch eine traumatische Überstreckung des Kopfes nach hinten auftretenden Symptome (z.B. Autounfall). Typische Beschwerden nach einem Schleudertrauma sind Verletzungen der Muskulatur sowie Schäden an Bändern und Bandscheiben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schleudertrauma?

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In den meisten Fällen beschränken sich die Folgen eines Schleudertraumas auf Weichteilverletzungen wie Muskelzerrungen und Verletzungen von Bändern und Bandscheiben. Die hierdurch verursachten Symptome können vielfältig sein.

Häufigste Entstehung eines Schleudertraumas ist nach Verkehrsunfällen mit Heckaufprall. Bei den meisten Patienten verschwinden die Symptome nach einigen Wochen oder Monaten vollständig. Bei einem sehr geringen Teil der Betroffenen können die Beschwerden nach einem Schleudertrauma chronisch werden.

Ursachen

Die Ursache für ein Schleudertrauma ist immer eine abrupte Kopfbewegung nach hinten. Der Kopf wird dabei schnell und ruckartig überstreckt, was zu einer traumatischen Verletzung im Weichteilbereich der Halswirbelsäule führen kann.

Häufigste Ursache für ein Schleudertrauma sind Verkehrsunfälle. Ein Schleudertrauma tritt insbesondere dann auf, wenn der Fahrer auf ein stehendes Hindernis oder einen langsameren Wagen auffahrt und dabei zunächst nach vorn und dann in der Gegenbewegung zurückgeschleudert wird und bei Unfällen mit Heckaufprall.

Ein Verkehrsunfall ist eine häufige Ursache für ein Schleudertrauma. Die Halswirbelsäule wird dabei stark belastet, wodurch es zu starken Schmerzen kommen kann.

Weitere verursachende Ereignisse sind oftmals Sportunfälle oder die Benutzung von Fahrgeschäften wie Autoscooter oder Achterbahn auf einem Rummel. Dem Grunde nach kann aber auch bei jeder anderen Situation, bei der eine ruckartige Überstreckung der Halswirbelsäule eintreten kann, ein Schleudertrauma auftreten.

Symptome und Verlauf

Ein Schleudertrauma kann vielfältige Symptome verursachen. In der Regel ist das erste Problem, welches der Patient wahrnimmt eine eingeschränkte Beweglichkeit des Kopfes und der Halswirbelsäule. Dieses Symptom kann unmittelbar nach dem traumatischen Ereignis oder auch bis zu zwei Tage verzögert auftreten.

Nackenverspannung und Nackensteifigkeit im Halswirbelsäulenbereich sowie Kopfschmerzen sind ebenfalls typische frühe Symptome eines Schleudertraumas. Je nach der Schwere des Traumas kann eine Vielzahl weiterer Beschwerden auftreten. Denkbar sind beispielsweise Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Gangunsicherheit, Zittern oder auch Ohrgeräusche.

Im weiteren Verlauf können sich Schlafstörungen und depressive Verstimmungen einstellen. Bei leichten Schleudertraumen klingen die Symptome innerhalb weniger Tage bis Wochen ohne weitere Behandlung ab.

Häufig wird jedoch auch beobachtet, dass die durch das Schleudertrauma verursachten Schmerzen stärker werden, ohne dass dies medizinisch erklärbar ist. Bei einem schweren Schleudertrauma können auch Knochenbrüche, Wirbelsäulen- und Bandscheibenverletzungen auftreten. In wenigen Fällen können die Beschwerden länger als sechs Monate andauern, dann spricht man von einem chronischen Verlauf.

Behandlung und Therapie

Bei dem Verdacht, dass ein Schleudertrauma vorliegt, sollte zur Abklärung immer ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt kann anhand der Schilderung des Unfallhergangs und einer eingehenden Untersuchung die Verdachtsdiagnose bestätigen oder verwerfen. Im Regelfall werden Röntgenaufnahmen angefertigt, manchmal wird eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. In den meisten Fällen heilen die Folgen eines Schleudertraumas ohne weitere Therapie vollständig aus.

Der Patient sollte seinen Alltag möglichst aktiv gestalten und eine Schonhaltung vermeiden, sofern keine schwerwiegenden Verletzungen festgestellt wurden. Auch die Verwendung von Halskrausen oder das Einhalten von Bettruhe sind in diesen Fällen nicht nötig. Gegen die Schmerzen und Verspannungen kann auch medikamentös vorgegangen werden. Der Arzt verschreibt je nach Befund Schmerzmittel oder Muskelrelaxantien.

Eine Schmerzlinderung und bessere Beweglichkeit kann auch durch physiotherapeutische Behandlungen erzielt werden. Man geht davon aus, dass bei Patienten, die leichte Bewegungsübungen durchführen die Probleme seltener chronisch werden, als bei Patienten, deren Halswirbelsäule ruhiggestellt wurde.

Vorbeugung

Die beste Möglichkeit einem Schleudertrauma durch einen Verkehrsunfall vorzubeugen ist die Einstellung des Sitzes und der Kopfstütze für den jeweiligen Benutzer passend vorzunehmen.

Die Lehne sollte möglichst senkrecht stehen, damit der Abstand zwischen dem Hinterkopf und der Kopfstützte gering gehalten wird.

Anzustreben ist ein Abstand von weniger als vier Zentimetern, um das Überstrecken des Kopfes abzufangen.

Die Oberseite der Kopfstütze sollte mit der Schädeldecke auf gleicher Höhe sein und keinesfalls zu niedrig eingestellt werden.

Es gibt auch bereits Kopfstützen, die sich bei einem Heckaufprall dem Kopf entgegen bewegen.

Bücher über Schleudertrauma

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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