Druck im Kopf

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. November 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Druck im Kopf

Über einen unangenehmen und lästigen Druck im Kopf klagt im Jahresverlauf mindestens jeder zweite Erwachsene. Kopfschmerzen mit der speziellen Empfindung von Druck im Kopf sind deshalb weit verbreitet und ein häufiger Grund für den Besuch einer Arztpraxis.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Druck im Kopf?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Kopfschmerzen

Druck im Kopf ist häufiger Ausdruck von sogenannten Spannungskopfschmerzen. Die Druckgefühle im Kopf werden von den Patienten meist als dumpf, pochend und beidseitig auftretend beschrieben. Bei den meisten Menschen handelt es sich dabei um ein vorübergehendes Phänomen einer speziellen Form des Kopfschmerzes. Wenn der Druck im Kopf aber über Wochen anhält und auf keine therapeutische Maßnahme anspricht, neigen die Beschwerden zur Chronifizierung. Bei von Kopfschmerzen dieser Art geplagten Personen treten die Beschwerden typischerweise mehrmals im Monat, unterbrochen von anfallsfreien Intervallen, auf.

Ursachen

Auch wenn die Beschwerden anhalten oder öfter auftreten, so sind die Ursachen für ein Ziehen oder Drücken im Kopf meist harmlos. Bis heute konnte auf zellulärer Ebene allerdings nicht genau herausgefunden werden, was den Druck im Kopf verursacht. Muskuläre Verspannungen an Nacken, Hals und Schultergürtel kommen als Auslöser ebenso infrage wie sogenannte Triggerpunkte, die bei mechanischem Druck auch schmerzhaft sein können. Außerdem konnte bei chronischen Verläufen eine Störung der Schmerzverarbeitung in bestimmten Gehirnregionen festgestellt werden. Weitere Risikofaktoren für das Entstehen eines Druckgefühls im Kopf im Sinne von Spannungskopfschmerzen sind fiebrige Infekte, negativer Stress oder genetische Faktoren. Es konnte nachgewiesen werden, dass Druck im Kopf familiär gehäuft auftreten kann. Des Weiteren haben bestimmte Patientengruppen ein erhöhtes Risiko, Druckgefühle im Kopf zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise Diabetiker, Übergewichtige oder Patienten mit Gelenkarthrose. Nur in wenigen Fällen ist das Drücken oder Hämmern im Kopf Ausdruck einer ernsteren oder gar lebensbedrohlichen Erkrankung wie einem Gehirntumor.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Druck im Kopf macht sich vor allem durch eine bohrende, drückende und dumpfe Schmerzcharakteristik bemerkbar. Viele Patienten schildern dem Arzt, als sei der ganze Kopf wie in einen Schraubstock eingespannt. Während Druck im Kopf als Leitsymptom eines Spannungskopfschmerzes meist beidseitig auftritt, wird Druck im Kopf bei Migräne fast immer einseitig beschrieben. Die Empfindlichkeit gegenüber Licht oder Geräuschen ist meist nicht eingeschränkt, bei Migräne als Ursache für Druck im Kopf aber sehr wohl.

Bei Druck im Kopf durch Spannungskopfschmerz verschlimmern sich die Symptome im Gegensatz zur Migräne nicht. Die Symptome von Druckempfindungen im Kopf sind von Patient zu Patient unterschiedlich, was die diagnostische Einordnung für den Arzt nicht immer ganz leicht macht. Druck im Kopf kann über Stunden und Tage bis zu mehreren Wochen anhalten. Tritt das beengende Schraubstockgefühl mehr als viermal pro Monat auf, so sprechen Kopfschmerzexperten bereits von einem chronischen Verlauf. Zusätzlich zum Druck im Kopf sind oft die Schulter- und Nackenmuskeln der Betroffenen bretthart verspannt.

Diagnose

Die Diagnose erfordert vonseiten des Arztes Geduld, Einfühlungsvermögen und stützt sich zunächst auf die eingehende Befragung des Patienten nach Intensität, Schmerzcharakter oder Nebensymptomen wie Schlafstörungen oder Medikamentenmissbrauch. Neben der allgemeinen körperlichen Untersuchung können auch eine Blutentnahme und eine erweiterte Diagnostik mit bildgebenden Verfahren erforderlich sein, um beispielsweise raumfordernde Prozesse oder multiple Sklerose auszuschließen. Kommt der Hausarzt nicht weiter, so wird er zur Differenzialdiagnose eine neurologische Untersuchung beim Facharzt veranlassen. Dabei werden Reflexe, sowie Funktionsweise von Gehirn und Rückenmark untersucht.

Behandlung und Therapie

Kann trotz aufwendiger Diagnostik keine körperliche Ursache für Druck im Kopf gefunden werden, dann erfolgt eine symptomatische Behandlung. Dazu werden gängige nichtsteroidale Schmerzmittel aber auch Naturheilverfahren wie Aromatherapie oder Akupunktur eingesetzt. Die Prognose von Druck im Kopf als Ausdruck von Verspannungen, falscher Körperhaltung oder Stress ist im Allgemeinen recht gut. Denn auch bei Ausbleiben einer Therapie kann der Druck im Kopf oft ganz von selbst verschwinden.

Größerer Therapiebedarf besteht insbesondere bei chronischen Verläufen. Die therapeutischen Maßnahmen können dann auch auf Physiotherapie, Biofeedback oder Infusionstherapie mit Muskelrelaxantien ausgedehnt werden. Ist der Druck im Kopf medikamenteninduziert, so müssen die Betroffenen zunächst lernen, möglichst ganz ohne Kopfschmerzmedikamente auszukommen. Bei Kindern wird auch der pharmakologische Wirkstoff Flupirtin bei Druckbeschwerden im Kopfbereich eingesetzt.

Chronischen Kopfschmerzpatienten wird vom Hausarzt oft das Aufsuchen einer sogenannten Kopfschmerzambulanz empfohlen, diese gibt es an vielen deutschen Universitätskliniken. Unter teilstationären multimodalen Bedingungen und unter Zuhilfenahme von psychologischer Exploration ergeben sich Therapiechancen selbst für chronische Schmerzpatienten, die bisher als therapieresistent galten. Das Symptom Druck im Kopf wird fast ausnahmslos konservativ behandelt, es sei denn, es konnte ein Hirntumor oder eine anatomische Veränderung der Hirngefäße festgestellt werden.



Vorbeugung

Aufgrund des hohen Leidensdrucks kommt der Prophylaxe von Druckgefühlen im Kopf eine große Bedeutung zu. Schon die negative Erwartungshaltung kann das Auftreten neuer Beschwerden begünstigen. Deshalb sollte so früh als möglich therapeutisch eingegriffen werden.

Als effektive Vorbeugung haben sich eine Kombination von Stressbewältigungsstrategien und der Verordnung von mild dosierten Antidepressiva erwiesen. Viel Bewegung an der frischen Luft, das Vermeiden von einseitigen Körperhaltungen im Job und der konsequente Verzicht auf Genussmittel wirken ebenfalls vorbeugend.

Bücher über Kopfschmerzen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Druck im Kopf?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Thalassa kommentierte am 17.11.2016 um 11:47 Uhr

Hitze und Druckgefühl im Kopf, als würde mir jemand die Gurgel zudrücken oder mich auf den Kopf stellen. Acetysalicylsäure (Handelsname Aspirin)verschlimmert die Symptome. Beim Blutdruckmessen Arrythmien. Dicliophenac ist ebenfalls grenzwertig. Novalgin und Diazeoam haben mir manchmal geholfen. Ich nehme aber nicht gern Schmerztabletten. Lange Spaziergänge mit Hund an frischer Luft haben mir tatsächlich für zwei Std. Linderung verschafft.