Diabetische Ketoazidose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Juli 2017
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Der medizinische Begriff diabetische Ketoazidose beschreibt eine Übersäuerung, die gleichzeitig einen lebensgefährlichen Zustand darstellt. Vor allem tritt die diabetische Ketoazidose bei Personen mit Diabetes mellitus Typ 1 auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist diabetische Ketoazidose?

Der Patient klagt bei der diabetischen Ketoazidose über Übelkeit. Das deshalb, weil der plötzliche Anstieg der Blutzuckerwerte - Blutglukose - gleichzeitig auch einen Anstieg der Ketonkörper im Urin bedeutet. Der Patient klagt des Weiteren über typische Symptome bei einer Übersäuerung. Ihm ist übel, er erbricht und atmet schnell.

Patienten, die unter einer diabetischen Ketoazidose leiden, müssen - da es sich um einen akuten und lebensbedrohlichen Zustand handelt - unter sofortiger medizinischer Behandlung. In erster Linie erhält der Patient Flüssigkeit, Salze sowie Insulin. Eine Vermeidung von diabetischer Ketoazidose erfolgt bei einer richtigen Behandlung und Einstufung von Diabetes mellitus Typ I.

Ursachen

Vorweg: Die diabetische Ketoazidose tritt dann auf, wenn ein Insulinmangel herrscht. Insulin hat die Hauptaufgabe den Blutzucker zu senken. Insulin reduziert des Weiteren aber auch die Verbrennung der Fettstoffe im Körper. Bei einem Fehlen von Insulin, steigt automatisch der Blutzucker. Weist der Patient einen starken Mangel auf, so gerät gleichzeitig die Fettverbrennung im Körper außer Kontrolle. Somit fällt unter anderem auch Keton.

Der Blutzucker sowie auch alle Abfallprodukte, die durch die Fettverbrennung entstehen, scheidet der Mensch über den Urin aus. Somit entledigt sich der Körper nicht nur an großen Mengen von Wasser, sondern auch Salzen. Keton führt im Blut zu einer Übersäuerung des Körpers und Organismus. Bei der diabetischen Ketoazidose versucht der Körper die Säuren durch eine schnelle und beschleunigte Atmung wieder abzubauen.

Wann zum Arzt?

Die diabetische Ketoazidose kann ohne Behandlung zum Tod des Patienten führen. Aus diesem Grund ist eine Behandlung dieser Krankheit zwingend notwendig, damit der Todesfall nicht eintritt. In den meisten Fällen tritt die Ketoazidose relativ plötzlich auf, sodass keine vorherige Diagnose möglich ist. Die Betroffenen leiden dabei an Beschwerden der Atmung und an einem vermehrten Durst. Ebenso kann es zu Erbrechen und zu Übelkeit kommen. Durch den vermehrten Durst tritt auch ein häufiges Wasserlassen auf. Sollten diese Beschwerden eintreten, so muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Im weiteren Verlauf kann der Betroffene das Bewusstsein verlieren oder sogar in ein Koma fallen. Sollte es zum Bewusstseinsverlust kommen, so muss ein Notarzt gerufen werden. Da es dabei auch zu einem Sturz kommen kann, muss der Betroffene behutsam auf eine Oberfläche gelegt werden. Auch Bauchschmerzen oder eine plötzliche Müdigkeit können Symptome für die diabetische Ketoazidose darstellen und sollten von einem Arzt untersucht werden. In der Regel kann die Untersuchung durch den Allgemeinarzt oder durch einen Notarzt erfolgen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer diabetischen Ketoazidose:

Die diabetische Ketoazidose steht beinahe immer in Verbindung mit den sehr hohen Blutzuckerwerten des Patienten. Folgende Symptome sind systematisch für eine diabetische Ketoazidose: Der Patient klagt über Durst, muss häufig Urinieren, ist müde und leidet unter anhaltender Appetitlosigkeit. Des Weiteren klagt der Patient über die typische Symptome einer Übersäuerung. Er leidet unter der "Kussmaul'schen Atmung" - einem tiefen Atmen, sowie unter Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen.

Des Weiteren nimmt er einen Azetongeruch wahr. Ebenfalls klagen viele Patienten über Veränderungen des Bewusstseins. Die diabetische Ketoazidose tritt auch oftmals in Verbindung mit anderen Erkrankungen auf. In der Regel bei Infektionskrankheiten. Die diabetische Ketoazidose entsteht im Normalfall binnen einiger Stunden.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose diabetische Ketoazidose auf Grund folgender Untersuchungen: In erster Linie misst er den Blutzuckerspiegel des Patienten. Danach misst der Arzt den Zucker und den Ketonkörper im Urin. Des Weiteren entnimmt der Mediziner eine Blutprobe aus der Arterie am Handgelenk und misst gleichzeitig den Säuerungsgrad - phWert - sowie die Blutgase.

Ebenfalls misst der Arzt die Salze im Blut - vorwiegend Natrium und Kalium. Auf Grund der Ergebnisse stellt der Arzt die diabetische Ketoazidose fest. Des Weiteren sucht der Arzt aber auch nach möglichen Infektionskrankheiten, die ebenfalls eine diabetische Ketoazidose verursachen.

Komplikationen

Bei dieser Beschwerde handelt es sich um eine sehr schwerwiegende Krankheit, die im schlimmsten Falle auch zum Tode des Patienten führen kann. Sie muss daher auf jeden Fall von einem Arzt untersucht und behandelt werden, damit es nicht zu Folgeschäden oder anderen Komplikationen kommt. Die Patienten leiden dabei an einem verstärkten Wasserlassen, welches durch den vermehrten Durst auftritt. Weiterhin kommt es zu einer starken Müdigkeit und Abgeschlagenheit des Patienten, sodass es zu starken Einschränkungen im Alltag kommt. Die Betroffenen wirken dabei sehr abgeschlagen und können sich auch nicht mehr konzentrieren.

In einigen Fällen kommt es dabei auch zu einem Bewusstseinsverlust oder sogar zum Koma. Die Krankheit wirkt sich dabei sehr negativ auf die Lebensqualität aus und kann weiterhin auch zu psychischen Beschwerden oder zu Depressionen führen. Nicht selten klagen die Patienten dabei auch über starke Schmerzen im Bauch und über Übelkeit und Erbrechen. In akuten Notfällen kann die Behandlung der Krankheit durch einen Notarzt oder durch ein Krankenhaus erfolgen. In der Regel muss der Betroffene auf eine gesunde Ernährung achten. Bei Infekten oder Entzündungen werden Antibiotika eingenommen. Komplikationen treten in der Regel erst dann auf, wenn die Behandlung dieser Krankheit erst spät stattfindet.

Behandlung und Therapie

Die Hauptmerkmale einer Behandlung von diabetischer Ketoazidose liegen in der Zugabe von Insulin. Des Weiteren umfasst die Behandlung eine Zufuhr von Flüssigkeit sowie von Salz - vor allem Kalium und Natrium. Bei Infekten erhält der Patient außerdem Antibiotika zur Behandlung. Erkennt der Mediziner oder der Patient selbst rechtzeitig die Symptome einer diabetischen Ketoazidose, ist eine Behandlung und Abheilung der Erkrankung kein Problem.

Probleme entstehen nur dann, wenn die Behandlung spät oder auch unzureichend erfolgt. Bei einer Nichtbehandlung besteht akute Lebensgefahr beim Patienten. Vorwiegend ist es wichtig, dass die Symptome richtig erkannt werden. Der Patient missinterpretiert die diabetische Ketoazidose oftmals als normale Übersäuerung und verkennt die richtige Diagnose. Personen, die bereits an einer diabetischen Ketoazidose erkrankten, sollten daher immer wieder regelmäßige Selbsttests durchführen. So ist der Patient auf der sicheren Seite, dass sich die diabetische Ketoazidose nicht anschleicht bzw. schon gegeben ist.

Auch bei Infektionskrankheiten ist es wichtig, dass die Ursache erkannt und verhindert wird. Bei der Anamnese ist es auch von Vorteil, wenn der Patient sehr wohl seine Krankheitsgeschichte offenkundig dem Mediziner präsentiert. So weiß dieser, welche Behandlung gegebenenfalls positiv und welche eher negativ beim Patienten wirkt. Bei der Behandlung spielt auch die Zeit eine große Rolle - während die diabetische Ketoazidose zu Beginn ihrer Erkrankung relativ harmlos ist, ist sie hingegen bei einer späteren Behandlung akut lebensbedrohlich und äußerst gefährlich.



Vorbeugung

Vorwiegend ist die Vorbeugung der diabetischen Ketoazidose das Maß aller Dinge. Der Patient hat selbst darauf zu achten, dass er die ärztlichen Kontrollbesuche wahr nimmt und sich den Blutzuckerwert regelmäßig kontrollieren lässt. Nur durch eine regelmäßige Kontrolle ist eine Verhinderung von diabetischer Ketoazidose möglich. Durch Streifentests kann der Patient auch selbst im Urin seine Werte testen. Vor allem Personen, die schon einmal an einer diabetischen Ketoazidose erkrankten, sollten daher immer wieder Selbsttests durchführen, ob alle Werte im grünen Bereich liegen.

Bücher über Diabetes

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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