Darmeinstülpung (Invagination)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Bei einer Darmeinstülpung (Invagination) oder auch einem Darmverschluss genannt, handelt es sich um eine akute Darmerkrankung, welche vorwiegend im Kleinkindalter auftritt. Die Invagination kann - sollte keine medizinische Hilfe erfolgen - lebensgefährliche Ausmaße mit sich bringen. Schon alleine der Verdacht einer Invagination sorgt für eine sogenannte medizinische Notfallsituation.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Darmeinstülpung (Invagination)?

Der Mediziner bezeichnet unter der Invagination eine Einstülpung von mehreren Darmteilen in andere Abschnitte des Darms. Auf Grund dieser Einstülpung kann die Darmwand nicht mit genügend Blut versorgt werden. Die Darmwandgefäße werden abgeklemmt; Teile des Darms sterben - auf Grund der Unterversorgung durch Blut und Sauerstoff - ab. Im weiteren Verlauf führt die Invagination zu einem Darmverschluss.

Die Invagination kann in jedem Darmabschnitt auftreten. Vorwiegend tritt die Invagination aber am Übergang des Dünn- bzw. Dickdarms ein. Vor allem sind Säuglinge und auch Kleinkinder betroffen; nach dem zweiten Lebensjahr ist die Wahrscheinlichkeit an einer Invagination zu erkranken, eher unwahrscheinlich bzw. liegen andere Ursachen vor, die eine Invagination verursachen.

Ursachen

Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Jedoch vermuten die Mediziner eine Peristaltik - eine Störung der Darmmotorik. Vor allem bei jüngeren Patienten wurde immer wieder eine unkontrollierte und zu heftige Peristaltik diagnostiziert; ältere Patienten leiden oftmals an einem Tumor, eine Blutung oder einer Entzündung, welche eine Invagination auslösen.

Mitunter können auch mechanische Reize (verhärtete Kotreste, Tumore, Gallensteine oder auch Würmer wie verschluckte Fremdkörper) eine Invagination auslösen. Weitere Ursachen sind Verwicklungen (Darmverschlingung), Divertikel im Darm oder auch Polypen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Zu Beginn der Diagnose wird eine Patientenbefragung bzw. eine Befragung der Eltern durchgeführt. Ein häufiger Hinweis auf eine Invagination ist der Verlauf der Bauchschmerzen. Klassisch sind schmerzhafte und auch schmerzfreie Phasen. Der Mediziner kann - wenn er den Patienten abtastet - unter anderem auch eine sehr starke Verhärtung im Bauch ertasten. Mitunter ist es sogar möglich, dass der Arzt das Darmstück, welches bereits eingestülpt ist, spürt bzw. ertasten kann.

Liegen der Tastbefund und die Beschreibung der typischen Schmerzen vor, muss der Mediziner von einer Invagination ausgehen. Zur Absicherung erfolgt eine –Ultraschalluntersuchung. Jene gibt im Endeffekt den sicheren Beweis, ob es sich um eine Einstülpung handelt oder nicht. Der Schmerz tritt - im Rahmen der Invagination - plötzlich ein, wirkt äußerst heftig, sodass sich die Kinder vor Schmerzen krümmen und sich übergeben müssen.

Mitunter können die Kinder ihren Mageninhalt, in weiterer Folge die Galle bzw. sogar Stuhl erbrechen, da dieser - auf Grund der Darmeinstülpungen - nicht seinen normalen Weg einschlägt. Die erkrankten Kinder sind blass, ängstlich und stehen oftmals unter Schock. Der Bauch ist aufgebläht sowie aufgetrieben, es kommt zu vermehrten Darmgeräuschen, welche jedoch im weiteren Krankheitsverlauf fehlen.

Besteht die Darmeinstülpung bereits über einen längeren Zeitraum, tritt eine himbeergeleeartige Substanz aus dem After. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Spontanheilung eintritt, ist zwar gegeben, jedoch äußerst unrealistisch. Die Darmeinstülpung bzw. der Darmverschluss ist ein medizinischer Notfall; erfolgt keine oder eine zu späte Behandlung, besteht eine akute Gefahr für die Gesundheit und das Leben des Betroffenen.

Behandlung und Therapie

Im Anfangsstadium ist es möglich, dass der Mediziner - mittels einer speziellen Massage - den Darmverschluss lösen kann. Neben der manuellen Massage ist auch ein Darmeinlauf möglich. Beide Varianten können - in der sehr frühen Phase der Invagination - dabei helfen, dass sich der Darmverschluss von selbst löst und keine Operation notwendig ist. Mittels der Flüssigkeit hat der Arzt die Möglichkeit, dass er einen derartigen Druck ausübt, sodass der Darm wieder in die richtige Lage gebracht wird. Diese Behandlung wird im Rahmen einer Ultraschallkontrolle durchgeführt, damit der Arzt gleichzeitig überprüfen kann, ob der Darm wieder in die richtige Lage fällt.

Ist es dem Arzt nicht möglich, dass er eine Massage anwendet bzw. mittels des Einlaufs dafür sorgt, dass der Darm wieder in seine richtige Position gedreht wird, ist eine Operation notwendig, da der betroffene Darmteil ansonsten abstirbt und eine lebensgefährliche Situation entsteht. Eine Operation ist dann unumgänglich, wenn die Invagination sehr hoch liegt bzw. im Bereich des Dünndarms lokalisiert wurde. Das Ziel des Mediziners ist es, dass der Darm vollständig erhalten bleibt. Im Regelfall treten während der Operation keine Komplikationen auf; nur in den seltensten Fällen muss der Arzt ein Stück des Darms entfernen, wobei dies im Normalfall keine Auswirkungen auf das weitere Leben des Patienten hat.

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Vorbeugung

Wichtig ist, dass die Invagination so schnell wie möglich medizinisch behandelt wird. Nur eine frühe Therapie sorgt dafür, dass die Heilungschancen deutlich verbessert werden bzw. gar eine Operation verhindert werden kann. Schlussendlich kann auch die Gefahr einer Komplikation (Bauchfellentzündung) verhindert werden, wenn eine recht rasche Behandlung erfolgt. Die Invagination ist nur bedingt vorzubeugen. Wichtig ist, dass das Kind ausreichend Sport macht und sich gesund sowie ballaststoffreich ernährt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Schweigi kommentierte am 24.08.2016 um 19:51 Uhr

Seit 12 Jahren leide ich (37) ca. 1-2x im Jahr unter heftigen Attacken mit Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Koliken. Krankenhausaufenthalt zur Bekämpfung der Symptome ist notwendig. Bis dato alles untersucht. MRT/CT/Spiegelungen Magen/Darm, Blutuntersuchungen, Harn, Stuhl - keine Ergebnisse. Nun Verdacht auf ein Invagination. Was kann ich tun? Wie findet man dies mit einer Untersuchung heraus? Gibt es Erfahrungen?