Cellulite (Orangenhaut)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Cellulite (Orangenhaut)

Cellulite, auch Orangenhaut genannt, ist die Bezeichnung für die dellenförmige, unebene Hautbeschaffenheit, die vorwiegend bei Frauen an Oberschenkeln, Po und Armen und vor allem bei Fettleibigkeit auftritt. Von Cellulite sind selten Männer betroffen, da ihr Binde- und Fettgewebe anders als das der Frau beschaffen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cellulite (Orangenhaut)?

Die Cellulite, im Volksmund auch als Orangenhaut bezeichnet, ist kein medizinisches Problem, sondern ein kosmetisch-ästhetisches, das vorwiegend bei erwachsenen Frauen in unterschiedlich starker Form auftritt.

Kosmetisch werden drei Stufen der Cellulite unterschieden. In der ersten Stufe wird Cellulite erst beim Zusammenkneifen der Haut sichtbar. In der zweiten sieht man Cellulite im Stehen, während Cellulite der dritten Stufe bereits im Liegen sichtbar ist.

Bei Cellulite wandert Unterhautfettgewebe in obere Hautschichten.

Ursachen

Bei Frauen mit Cellulite sind Fettgewebe und Kollagenfasern der Bindehaut unter der Haut unregelmäßig verteilt, sodass sichtbare Dellen in der Haut entstehen.

Das Bindegewebe verläuft säulenförmig und senkrecht zur Haut, dazwischen liegen die Fettdepots. Unter der Haut liegt parallel eine weitere, dünne Bindegewebsschicht.

Bei Cellulite drücken die Fettdepots sich als Dellen ab, während an den Stellen der Bindegewebssäulen Senken sichtbar werden. Übermäßig viel Körperfett oder schwaches Bindegewebe begünstigt das Entstehen von Cellulite.

Damit ist die Cellulite zum Teil genetische Veranlagung. Zusätzlich zum Fett wird Bindegewebswasser und Lymphflüssigkeit angelagert, die zum unregelmäßigen Hautbild beitragen.

Früher galt auch die Ablagerung von Schlacke in den betroffenen Hautstellen als Ursache der Cellulite, jedoch ist die Ansicht inzwischen überholt. Gesichert ist dagegen, dass Hormone die Cellulite beeinflussen, sodass ihre Ausprägung im Monatszyklus der Frau unterschiedlich stark sein kann. Zudem kann Cellulite nach rapidem Gewichtsverlust oder Fettabsaugung verstärkt auftreten und davon bleiben auch die Herren nicht verschont. Rauchen schwächt das Bindegewebe und begünstigt daher Cellulite.

Diagnose

Cellulite ist im Volksmund als "Orangenhaut" bekannt und äußert sich durch unschöne Dellen an der Hautoberfläche, meist an den Beinen oder am Po. Insbesondere Frauen werden von ihr geplagt, da das weibliche Bindegewebe schwächer ist als das männliche. Die ungeliebten Dellen entstehen, wenn in dem Fettgewebe direkt unter der Haut zu viele Fettmoleküle eingelagert werden. Zusätzlich zu den vergrößerten Zellen entsteht ein Lymphstau, der verhindert, dass Abfallprodukte des menschlichen Stoffwechsels abtransportiert werden können.

Gefährlich ist Cellulite jedoch nicht - es handelt sich weniger um ein medizinisches als viel mehr um ein kosmetisches Problem. Die Probleme, die mit ihr entstehen, sind somit vor allem psychischer Natur: Viele betroffenen Frauen leiden unter Selbstwertproblemen. In der schwächsten Form der Cellulite sind die Dellen nur bei einem leichten Kneifen in das Gewebe sichtbar, im mittleren Stadium ist die Orangenhaut im Stehen gut zu erkennen und in der stärksten Form der Cellulite zeigen sich die Dellen sogar im Liegen.

Da Cellulite meist durch eine erbliche Bindegewebsschwäche entsteht, ist es schwer, sie zu bekämpfen. Eine deutliche Besserung tritt jedoch ein, wenn die Muskeln gestrafft und das Bindegewebe gestärkt werden. Dies gelingt am besten durch Sport und eine gesunde Ernährung. Massagen und Cremes können dabei unterstützend angewendet werden. Auch das Vermeiden von Stress, der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie das Verwenden einer hormonfreien Alternative zur Antibabypille können die Struktur des Bindegewebes deutlich verbessern.

Behandlung und Therapie

Eliminieren kann man die Cellulite nicht, denn unter der Haut befinden sich immer Fettreserven. Doch kann man eine ausgeprägte Cellulite mit der richtigen Behandlung deutlich mildern, je nach Veranlagung sogar unsichtbar machen. Wichtig ist bei der Cellulite Behandlung, dass die Fettdepots reduziert werden. Dabei sollte man darauf achten, langsam abzunehmen, denn schneller Gewichtsverlust kann Cellulite noch verschlechtern.

Regelmäßige Massagen können helfen, Wasser und Lymphe aus den betroffenen Zonen abzutransportieren. Cremes können die Wirkung noch steigern, doch sollte man von Kosmetik keine Wunder erwarten. Koffein ist ein wirksamer Helfer gegen Cellulite, muss allerdings mindestens zweiprozentig und in Liposomen verpackt sein. Retinol (Vitamin A) stärkt das Bindegewebe. Der Effekt der Massage ist jedoch nicht dauerhaft und muss daher oft wiederholt werden.



Vorbeugung

Am besten ist es natürlich, Cellulite entwickelt sich erst gar nicht so, dass sie sichtbar wird. Unbedingt zu vermeiden ist Übergewicht. Daher sollte jeder, der Cellulite vorbeugen will, regelmäßig Ausdauersport betreiben.

Ideal sind Walking oder Schwimmen, da sie Körper und Gelenke nicht belasten. Dabei muss in der richtigen Herzfrequenz trainiert werden, damit die Fettverbrennung im Körper stattfinden kann.

Als Faustregel gilt, dass man beim Sport noch in der Lage sein muss zu sprechen. Gezielte Gymnastikübungen helfen, die Muskeln an den gefährdeten Zonen zu straffen und so zusätzlich Fettanlagerung zu verhindern.

Mit Massagen kann man den Abtransport von Lymphflüssigkeit unterstützen. Sie müssen allerdings regelmäßig, am besten täglich, erfolgen, um dauerhaft gegen Cellulite zu wirken. Nur mit der Kombination aus Sport, Ernährung und Massage kann man Cellulite wirksam bekämpfen.

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