Bindegewebsschwäche

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Oktober 2016
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Der Körper eines Menschen muss innerlich mit Bindegewebe "ausgepolstert" sein. Verliert das Bindegewebe seine Struktur, entsteht eine sogenannte Bindegewebsschwäche. Das Bindegewebe hat unterschiedliche Funktionen. Erst wenn das Bindegewebe diese Aufgaben nicht erfüllt, liegt eine Bindegewebsschwäche vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bindegewebsschwäche?

In erster Linie kommt dem Bindegewebe die Aufgabe zu, den Körper auszupolstern. Dies ist für den Körper insoweit wichtig, als dass die Organe im Körper auch an dem Ort bleiben, wo sie hingehören. Dafür sorgt das Bindegewebe, das die Organe umschließt. Als Sammelbegriff für alle Gewebsarten, die den Körper ausfüllen, steht das Bindegewebe somit im Gegensatz zu solchen Gewebsarten, die Oberflächen lediglich bedecken.

Zu den weiteren Funktionen des Bindegewebes gehört ihre Aufgabe als Wasserspeicher sowie als Garant für die Elastizität des Körpers. Ferner dient sie als natürliche Pufferposter, der die Organe vor äußeren Druckausübungen schützt. Hierzu muss das Bindegewebe robust, aber gleichzeitig auch elastisch aufgebaut sein. Kommt es zu Beschädigungen an dieser Struktur, sprechen Ärzte von einer Bindegewebsschwäche.

Ursachen

Die Ursachen einer Bindegewebsschwäche können unterschiedlich sein. Allerdings spielen in den seltensten Fällen Krankheiten im engeren Sinne bei der Bindegewebsschwäche eine Rolle. Eines dieser seltenen Fälle ist das Marfan-Syndrom. Hier leidet der Betroffene an einem Gendefekt. Dieser Gendefekt führt zu einem anormalen Aufbau des Bindegewebes.

Deutlich häufiger findet sich in Hormonschwankungen die Ursache einer Bindegewebsschwäche. Das weibliche Hormon Östrogen sorgt für eine festere Bindegewebsstruktur. Nun stellt sich bei Frauen das Problem, dass sie in ihren Wechseljahren eine grundlegende Hormonschwankung durchlaufen müssen, bei der ihr Östrogenspiegel drastisch sinkt. Das nun seltener im Körper vorkommende Östrogen führt zu einer Schwächung der Struktur des Bindegewebes.

Bindegewebsschwäche muss sich aber nicht etwa erst im fortgeschrittenen Alter zeigen, wenn die Wechseljahre einsetzen, sondern kann auch in den jungen Jahren entstehen. Denn eine weitere Ursache für Bindegewebsschwäche ist eine falsche Ernährung. Alle Zellen im Organismus des Menschen sind auf den permanenten Austausch von Stoffen mit anderen Zellen angewiesen.

Das Bindegewebe, das die Zellen der Organe umgibt, ist somit direkt von dem Stoffwechsel betroffen, denn jeder Stoffwechsel durchläuft auch das Bindegewebe. Das führt dazu, dass Giftstoffe, die beim Stoffwechsel entstehen, im Bindegewebe zwischengelagert werden. Da das Bindegewebe aber nur über beschränkte Speicherkapazitäten für solche Giftstoffe verfügt und die Speicher nicht schnell genug geleert werden, kann eine falsche Ernährung mit vielen Giftstoffen zu Bindegewebsschwäche führen. In diesem Zusammenhang wird auch der Bewegungsmangel als mögliche Ursache einer Bindegewebsschwäche erwähnt. Denn sportliche Bewegung fördert die Entgiftung des Körpers und somit auch die des Bindegewebes. Wer an Bewegungsmangel leidet, dessen Bindegewebe ist für gewöhnlich auch deutlich belasteter als die von gleichaltrigen Sportlern.

Symptome und Verlauf

Aufgrund der Tatsache, dass dem Bindegewebe gleich mehrere Aufgaben zukommen, fallen die Symptome im Falle einer Bindegewebsschwäche unterschiedlich aus. Bei Schwächung des Bindegewebes verliert auch das Oberflächen bedeckende Gewebe an Struktur, weil sie innerlich nicht mehr optimal mit Bindegewebe ausgepolstert ist. Bindegewebsschwäche ist somit die Ursache der sogenannten Cellulite, die umgangssprachlich auch als Orangenhaut bezeichnet wird. Hier erschlafft die Haut wegen der Tatsache, dass das Bindegewebe die Haut nicht mehr von innen heraus straffen kann. In diesem Kontext bilden sich auch sogenannte Dehnungsstreifen: sichtbare Hautstreifen, die auf eine Bindegewebsschwäche hindeuten.

Bei fortgeschrittener Bindegewebsschwäche, also wenn das Bindegewebe besonders viel an Struktur verloren hat, können die inneren Organe sich nicht mehr an ihrem Bestimmungsort halten und "sinken" wortwörtlich in untere Regionen. Ein besonders schwerer Fall der Bindegewebsschwäche ist die Hernie. Die Bauchwand umgibt die Eingeweide. Bei schwerer Bindegewebsschwäche der Bauchwand kann die Bauchwand den Magen-Darm-Trakt nicht mehr halten, sodass diese hinaustritt und sich unter der Bauchhaut sammelt.

Diagnose

Da keine Erreger als Ursache für eine Bindegewebsschwäche infrage kommen, beschränkt sich die Diagnose hauptsächlich auf das klinische Bild. Vor allem Cellulite und Dehnungsstreifen gelten als sichere Anzeichen für das Vorliegen einer Bindegewebsschwäche. Bei Frauen kann auch eine Östrogenkonzentrationsuntersuchung sinnvoll sein, um festzustellen, ob mangelndes Östrogen als Ursache einer Bindegewebsschwäche in Betracht kommt.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Bindegewebsschwäche. Sollte ein Mangel an Östrogen verantwortlich sein, sollte hier zum Beispiel untersucht werden, ob zuletzt eingenommene Medikamente einen Mangel verursacht haben könnten und ob die Einnahme eingestellt werden kann. Für die Mehrheit der Fälle ist aber eine falsche Ernährung in Verbindung mit Bewegungsmangel Ursache einer Bindegewebsschwäche, weshalb die primäre Behandlung auch hieran anknüpft.

Ernährungsexperten zufolge sollten Betroffene vermehrt zu frisches Obst und Gemüse greifen. Die dort enthaltenen Ballaststoffe stärken die Bindegewebsstruktur. Dasselbe gilt für den hohen Siliziumanteil in Hirse und Hafer.

Da das Bindegewebe auch als Wasserspeicher fungiert, empfiehlt sich, täglich möglichst zwei bis drei Liter Wasser zu trinken, um so die auf Wasser gestützte Entgiftung des Bindegewebes zu fördern. Auch regelmäßige sportliche Betätigung unterstützt die Entgiftung des Bindegewebes und schützt so vor Bindegewebsschwäche.

Verzichtet werden sollte dagegen auf solche Lebensmittel, die im Körper "sauer" verstoffwechselt werden. Dazu gehört vor allem tierisches Eiweiß, das in Fisch, Fleisch und Milchprodukten enthalten ist. Die saure Verstoffwechslung, deren Ablagerungen im Bindegewebe zwischengelagert werden, belastet diese nur, was letztlich in einer Bindegewebsschwäche mündet.



Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich eine Bindegewebsschwäche durch die Befolgung der oben genannten Regeln einer bewussten Ernährung sowie durch regelmäßige Bewegung. Diese Maßnahmen unterstützen die Stärkung und Entgiftung des Bindegewebes, was sie weniger anfällig für eine Bindegewebsschwäche macht.

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