Bindegewebe

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Bindegewebe

Bei dem Bindegewebe handelt es sich um verschiedene Subtypen von Gewebe, die im menschlichen Organismus einen Anteil von ungefähr 60 Prozent annehmen. Unterschiedliche Zellarten sowie zellfreie Substanz durchziehen den gesamten menschlichen Körper.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Es existieren unterschiedliche Formen von Bindegewebe, welche ebenfalls differenzierte Aufgaben und Funktionen verfügen. So liegen Zellen des Bindegewebes in Form von Fettzellen, Pigmentzellen, Knorpelzellen oder Knochenzellen vor. Der zellfreie Teil besteht aus Wasser, Fasern und Proteinen. Die Fasern sind entweder elastische Fasern oder Kollagenfasern. Damit der menschliche Organismus genug Kollagen herstellen und somit sämtliche Körperfunktionen aufrecht erhalten kann, benötigt er eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C.

Anatomie

Das Bindegewebe kann in lockeres, straffes sowie retikuläres Gewebe differenziert werden. Straffes Bindegewebe findet sich in geflechtartiger Form in der Lederhaut des Auges oder den Organkapseln wieder. Parallelfaserig liegt es vor allem in Sehnen vor.

Straffes Bindegewebe zeichnet sich insbesondere durch eine hohe Anzahl an Fasern und wenigen Zellen aus. Lockeres Bindegewebe hingegen weist viele Zellen und weniger Fasern auf. Es kann beispielsweise zwischen Organen lokalisiert werden, wo es die Hohlräume auskleidet. Das retikuläre Bindegewebe ist Grundlage für die lymphatischen Elemente im Körper des Menschen.

Das Knochen- als auch Knorpelgewebe ist Teil des Stützgewebes, wobei es ebenfalls zum Bindegewebe gehört. Des Weiteren herrscht keine Einstimmigkeit darüber, ob Fett- und Muskelgewebe ebenfalls in die Gruppe des Bindegewebes kategorisiert werden können. Dabei wird das Bindegewebe als Ganzes auch als Faziengewebe bezeichnet.

Zwischen den einzelnen Zellen, die in Form eines Netzes vorliegen, kann eine Flüssigkeit lokalisiert werden. Diese ist vom Aufbau her beinahe mit salzigem Meerwasser identisch. Bei der Entwicklung eines Embryos stellt dieses Netz aus Zellen die Grundlage für die Weiterbildung des Säuglings dar. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft können sich aus dem Gewebe Zellen mit differenzierten Aufgaben herausbilden. Daraus resultiert, dass die verschiedenen Typen von Bindegewebe alle aus dem Mesenchym stammen.

Funktion

Der Name Bindegewebe verleitet bereits zu der Annahme, dass das Gewebe eine Stützfunktion und bindende Aufgaben hat. Aber die Zellverbände weisen ein sehr großes Aufgabenspektrum und verschiedene, für den menschlichen Organismus nützliche Eigenschaften auf. So sind Organe und andere innere Elemente nicht nur von einer Schicht Bindegewebe umgeben, durch welche sie geschützt werden.

Gleichzeitig ist dieses dafür verantwortlich, dass Blut- und Lymphgefäße als auch Nerven ihren Weg zu den Organen finden und diese mit wichtigen Stoffen versorgen können. Nur so ist es dem Körper möglich, dass alle Zellen Nährstoffe sowie Sauerstoff erhalten. Gleichzeitig kümmert sich das Bindegewebe um die Aufnahme und den Weitertransport von Abfallprodukten und Kohlenstoffdioxid. Die Stoffe werden aus den Organen in das Bindegewebe geschleust und von dort aus in den Blutkreislauf.

Darüber hinaus stellt das Bindegewebe eine Art Wasserspeicher dar. Wird Fettgewebe als Bindegewebe verstanden, so ist es zudem dazu in der Lage, Energie aufzubewahren und diese im Notfall zur Verfügung zu stellen, damit selbst bei einem Kaloriendefizit alle Körperfunktionen einwandfrei ablaufen können.

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Erkrankungen des Bindegewebes

Obwohl das Bindegewebe im Alltag kaum wahrgenommen wird, können unterschiedliche Erkrankungen auftreten. Zu diesen gehört beispielsweise Skorbut. Als Folge eines schweren Vitamin C Mangels verheilen Wunden nur schlecht. Oftmals treten Blutungen des Zahnfleisches und Haarausfall auf. Weil Piraten während langer Seewege selten Obst und Gemüse konsumieren konnten, war Skorbut unter ihnen weit verbreitet, während die Erkrankung heutzutage in Europa kaum noch auftritt.

Im Rahmen des Marfan-Syndroms liegt eine Störung der Fasern im Bindegewebe vor. Betroffene Personen weisen eine Instabilität der Kollagenfasern auf. Neben einer hohen Körpergröße äußert sich die erbliche Krankheit häufig durch Sehstörungen und überstreckbare Fingerkuppen.

Die feinen Fasern und Strukturen des Bindegewebes können unter Umständen verkleben, wodurch teilweise starke Schmerzen entstehen. Oftmals sind Stellen betroffen, die sich zwischen Organen, Muskeln oder Gelenken befinden. Die Ursachen lassen sich bei Entzündungen oder operativen Behandlungen finden.

Unterschiedliche Faktoren sorgen dafür, dass der Organismus in Stress gerät. Der Körper reagiert mit dem Ausschütten bestimmter Botenstoffe, welche wiederum eine erhöhte Produktion von vorherigen Stufen des Bindegewebes signalisieren. Durch das Entstehen dieser Zellen wird eine stärkere Haftung ausgelöst. Letztendlich ist die Entzündung an dem Verkleben des Bindgewebes schuld. Vor allem während Bewegungen werden die Schmerzen als intensiv empfunden.

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