Blut spucken

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Blut spucken

Blut erbrechen bzw. Blut spucken (Hämatemesis) kann auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten. Beim Blut spucken kommt es auf die Menge, die Intervalle und die Färbung des Blutes an. Nach Zahnextraktionen ist das Blut spucken vermutlich eher harmloser Natur - vor allem, wenn es sich um kleine Mengen Blut handelt. Gegebenenfalls sollte man aber auch hier das Blut spucken abklären lassen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Blut spucken (Hämatemesis)?

Unter Blut spucken oder Hämatemesis versteht man ein Erbrechen größerer Mengen blutigen Auswurfs oder Mageninhalts. Es kann sich aber auch um ein Ausspeien nach Mundverletzungen handeln, beispielsweise wenn man sich auf die Zunge gebissen hat.

Wenn Menschen ohne Vorwarnung plötzlich Blut spucken, weist das meistens auf eine ernsthafte Problematik hin, deren Ursache möglichst zeitnah abgeklärt werden muss. Man kann durch eine Giftaufnahme, eine geplatzte Ader oder nach einem Unfall Blut spucken und innere Verletzungen erlitten haben.

Ursachen

Die Ursachen, nach denen man Blut spucken muss, sind vielfältig. Sie reichen von einer Tuberkulose-Erkrankung über Speiseröhrenkrebs und Zwölffingerdarmgeschwüre bis hin zu einer Ösophagus-Ruptur. Jede Form von Blut spucken muss in den Ursachen schnellstmöglich abgeklärt werden. Blut spucken kann auf schwere Erkrankungen oder gravierende Unfallfolgen hinweisen.

Magenkrebs oder geplatzte Ösophagus-Varizen können zu Blut spucken führen. Gelegentlich kann man auch wegen einer akuten Gastritis oder bei Magengeschwüren Blut spucken. Die Einnahme bestimmter Gifte kann ebenso zu Blut spucken führen wie das Mallory-Weiss-Syndrom, die Bluterkrankheit oder eine Malaria.

Bei Syphilis kann man Blut spucken, bei einer Divertikulitis ebenso. Interessant ist also, welche Begleitsymptome es gab, bevor oder während jemand Blut spucken musste. Sie können Hinweise auf die Art der Erkrankung, Problematik oder Vergiftung geben.

Auch als Unfallfolge ist Blut spucken ein ernsthaftes Symptom, das zu weiteren Untersuchungen Anlass geben sollte. Blut spucken kann man aber auch, weil man durch ständiges Erbrechen in Folge von Alkoholismus oder Bulimie die Adern im Hals strapaziert hat.

Beim Bluterbrechen (Hämatemesis) wird Blut aus dem Magen bzw. der Speiseröhre erbrochen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Diagnose und Verlauf hängen bei einer Hämatemesis stark von der Ursache ab. Die vorzunehmende Diagnostik sucht nach dem Herd oder der Verletzung, die eine Hämatemesis verursacht.

Da bei einer Hämatemesis ein relativ hoher Blutverlust eintreten kann, unbemerkt innere Blutungen bestehen können oder schwerwiegende Erkrankungen ursächlich sind, ist immer eine Notsituation gegeben. Daher ist in jedem Fall eine sofortige ärztliche Hilfe und eine schnelle Diagnose wichtig.

Die Abklärung der wichtigsten Vitalparameter (Puls, Blutdruck) und weiterer Symptome oder Fragen nach der Farbe des ausgetretenen Blutes dienen der schnelleren Ursachenfindung.

Bestehende Grunderkrankungen (Magengeschwüre, Zwölffingerdarmgeschwür) geben oft schon Aufschluss über die mögliche Ursachen.

Gegebenenfalls sind Magenspiegelung bzw. Darmspiegelung, MRT-Aufnahmen, Röntgenuntersuchungen oder sofortige operative Eingriffe nötig. Muss jemand Blut spucken, kann eine lebensbedrohliche Situation bestehen.

In einigen Fällen klären erst Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen oder eine Blutprobe den Grund für das Bluterbrechen ab.

Der Verlauf bzw. die entsprechende Therapie einer Hämatemesis ist abhängig von der jeweiligen Grunderkrankung. So ist beispielsweise der Krankheits- und Therapieverlauf einer Vergiftung anders, als würde eine Krebserkrankung, eine Darmproblematik, Nasenbluten mit dem Erbrechen verschluckten Blutes oder eine geplatzte Ader in der Speiseröhre die Ursache sind.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung bei einer Hämatemesis richtet sich nach der gefundenen Ursache. Oftmals ist beim Blut spucken eine Notoperation unumgänglich. Ohne Blutstillungsmaßnahmen kann das Blut spucken zu tödlichen Blutverlusten führen. Manchmal kann man bereits während einer Magen- oder Darmspiegelung die Ursache beheben.

Wird eine geplatzte Krampfader verödet, muss man auch nicht mehr Blut spucken. Entstammt das Blut spucken aber einem geplatzten Magengeschwür, muss man sofort operieren. Bei einer Tuberkulose, die in neuerer Zeit wieder gehäufter auftritt, ist vor allem die mögliche Ansteckungsgefahr zu beachten. Ähnliches gilt bei Syphilis. Eine wichtige Therapie beim Blut spucken ist eine Änderung krank machender Lebensgewohnheiten. Beispielsweise kann Blut spucken auf Alkoholismus oder schlechte Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen sein. Der Blut- und Elektrolytverlust muss schnell durch Infusionen ausgeglichen werden.

Bei erkannten Grunderkrankungen wie Magengeschwüren, Schleimhautschäden oder Krebs ist außerdem eine medikamentöse Behandlung möglich. Beim Blut spucken kann man also zwischen Langzeittherapien und Notfallmaßnahmen unterscheiden.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen das Blut spucken kann darin bestehen, gesund zu leben, keinen Alkohol in übermäßigen Mengen zu trinken und Nahrungsmittel wegzulassen, die die Schleimhäute des Verdauungstraktes reizen.

Manche Ursachen von Blut spucken sind erblich bedingt, andere ernährungsbedingt. Vor allem chronischer Alkoholismus führt irgendwann zum Blut spucken und sollte daher behandelt werden. Auslandsreisen können zur Ursache von Blut spucken werden, wenn man sich mit Malaria oder bei häufigen ungeschützten Sexualkontakten mit Syphilis infiziert.

Entsprechende Gegenmaßnahmen sind zu beachten. Unfallgeschehen und die versehentliche Einnahme von Gift, nach denen man Blut spucken muss, sind nicht immer zu vermeiden. Vor allem Kinder sind durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen besser zu schützen. Dennoch kann man viel tun, damit man niemals Blut spucken muss.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Peter kommentierte am 27.05.2015 um 09:27 Uhr

Ich habe seit geraumer Zeit, mal mehr mal weniger Blutspucken und/oder Nasenbluten. Heute war allerdings mehr Blut im Speichel als sonst. Kann angestauter Ärger und Alkohol die Ursache sein?

Aloya kommentierte am 05.07.2015 um 02:08 Uhr

Mein Freund hat etwas mit dem Herzen und leidet jeden Tag unter Schmerzen. Heute hat er angefangen Blut zu husten. Kann das mit der Herzkrankheit in Verbindung stehen? Ist das was Schlimmes? Er nimmt keine Tabletten.