Blasse Haut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. März 2017
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Es gab Zeiten, in denen blasse Haut als vornehm angesehen wurde. In anderen Jahrhunderten galt Blässe wieder als ungesund und verpönt. Aber was bedeutet eigentlich blasse Haut und ist sie nun ein Zeichen von Gesundheit?

Inhaltsverzeichnis

Was ist blasse Haut?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Von blasser Haut spricht man, wenn die Haut und insbesondere die Gesichtshaut durch eine auffallend helle Farbe gekennzeichnet ist. Hier ist die Färbung deutlich heller als der Rest der Haut des Betroffenen. Man kann sagen: Wenn ein Mensch Blässe aufweist, dann ist immer irgendetwas nicht in Ordnung mit ihm.

Blasse Haut kann also als ein Warnzeichen gedeutet werden, das körperliche Befinden genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei muss die Blässe nicht immer einen Krankheitswert besitzen. Manchmal weist blasse Haut auch einfach nur darauf hin, dass der Mensch sich viel zu häufig in geschlossenen Räumen aufhält. Spaziergänge und Bewegung an der frischen Luft können hier rasch wirken.

Ursachen

Die Ursachen von blasser Haut sind vielfältig. Bekannt ist, dass Menschen aus nördlichen Regionen generell unter einer blassen Haut leiden. Grund ist die geringere Sonneneinstrahlung. Dies besitzt jedoch keinen Krankheitswert. Bei einer Kreislaufschwäche oder bei einem starken Blutverlust tritt Blässe äußerst akut auf, da der Körper die Blutversorgung nicht mehr aufrecht erhalten kann.

Wer unter niedrigem Blutdruck leidet, wird stets eine blasse Gesichtsfarbe aufweisen. Bleibt die Blässe länger bestehen, kann auch eine ernste Erkrankung dahinter stecken. So kann Blässe bei Krebs auftreten, bei Blutarmut, Erkrankungen am Herzen und Leberkrankheiten, bei einer Nierenentzündung und bei einem Mangel an Vitamin B. Doch auch eine einfache Erkältung kann vorübergehend zu blasser Gesichtshaut führen.

Krankheiten

Typische Krankheiten mit blasser Haut:

Wann zum Arzt?

Menschen mit einer blassen Haut befinden sich keinesfalls in einem besorgniserregenden Zustand. Die Hautfarbe ist bei ihnen konstant ab der Geburt blass und in den meisten Fällen nicht krankheitsbedingt ausgelöst. Daher besteht kein Handlungsbedarf, der einen Weg zum Arzt notwendig werden lässt. Stellt sich die Hautblässe spontan nach dem Erleben eines intensiven Ereignisses ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Es könnte ein Schockzustand oder Trauma bestehen. Beide psychischen Zustände sollten medizinisch betreut und weiter beobachtet werden. Eine blasse Haut kann ein Hinweis auf einen geringen Blutdruck darstellen. Dies ist oftmals kein besorgniserregender Zustand. Dennoch sollte er in regelmäßigen Abständen von einem Arzt kontrolliert werden, da er weitere Komplikationen wie Müdigkeit, Energielosigkeit oder Konzentrationsschwäche auslösen kann.

Eine blasse Haut ist oftmals ein Anzeichen eines Infarkts. Dieser kann durch einen Virus oder Bakterien ausgelöst werden. In den meisten Fällen liegen weitere Beschwerden vor oder sie treten in den kommenden Stunden oder Tagen ein. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen. Entwickelt sich die blasse Haut allmählich, sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden. Die Hautblässe könnte ein Anzeichen für eine Mangelerscheinung im Organismus sein. Ein Nährstoff- oder Blutmangel kann Hinweise auf weitere harmlose wie schwere Erkrankungen geben und sollte daher abgeklärt werden.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose von blasser Haut kann jeder Betroffene bei sich daheim allein vor dem Spiegel treffen. In der Regel erkennt man mit einem aufmerksamen Blick, ob eine Region des Körpers (oft das Gesicht) blasser und nicht so lebendig erscheint wie die übrige Haut. Eine kurzfristige Blässe muss nicht weiter behandelt werden. Sollte die Blässe jedoch anhalten, ist der Gang zum Arzt unausweichlich.

Am Anfang wird der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen, um sich ein Bild von den Lebensumständen und möglichen Ursachen für die Blässe zu machen. Dazu gehören Fragen nach der Einnahme etwaiger Medikamente, nach Vorerkrankungen, Ernährungsgewohnheiten, sportlichen Aktivitäten sowie nach eventuellem Konsum von Zigaretten. Im Anschluss werden Blutdruck und Puls gemessen.

Die Blutabnahme wird Aufschluss darüber geben, ob eine Blutarmut vorliegt oder nicht. Zur Sicherheit wird auch mittels EKG das Herz überprüft, um Abweichungen erkennen zu können. Steht die Diagnose immer noch nicht fest, sind weitere Untersuchungen notwendig. Dazu gehören neben der Ultraschalluntersuchung auch Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung sowie eine Diagnostik des Knochenmarks. Der Verlauf der Blässe richtet sich nach seiner Ursache und ist individuell verschieden. Kurz: Ist die Krankheit besiegt, verschwindet auch die Blässe wieder.

Komplikationen

Menschen, die ab ihrer Geburt eine blasse Haut haben, leiden unter keinem krankheitsbedingten Zustand. Daher gibt es bei den betroffenen Personen keine Komplikationen im medizinischen Sinn. Dennoch ist eine blasse Haut gegenüber der Sonneneinstrahlung empfindlicher, da sie über weniger Melatonin verfügt. Melatonin ist ein natürlicher Hautschutz vor der UV-Einstrahlung. Das führt dazu, dass die Betroffenen vermehrt Sonnenschutzmittel in Form von handelsüblichen UV–Schutzprodukten auf ihre Haut auftragen.

Die einzelnen Präparate sollten auf Verträglichkeit geprüft werden, um keine unerwünschten Hautreaktionen wie Juckreiz oder Rötungen hervorzurufen. Ohne einen zusätzlich aufgetragenen UV–Schutz auf den nicht von Kleidung bedeckten Körperstellen, erleiden Menschen mit einer blassen Haut einen Sonnenbrand. Dieser kann je nach Intensität der Sonnenstrahlung innerhalb von Minuten auftreten. Ein Sonnenbrand ist schmerzhaft und kann weitere Komplikationen hervorrufen. In schweren Fällen führen die Verbrennungen neben einer Rötung zu einer Ablösung der Hautschichten. An den betroffenen Stellen entstehen bei Berührung unangenehme Schmerzen. Je nach dem Schweregrad des Sonnenbrandes kann ein Sitzen oder Liegen nicht nur starke Schmerzen auslösen, sondern sogar unmöglich werden. Das Tragen von Kleidung auf der Haut wird ebenfalls als schmerzhaft erlebt. Darüber hinaus gelten Sonnenbrände als Auslöser von Hautkrebs. Eine neu entstandene blasse Haut weist auf einen Nährstoffmangel oder Schilddrüsenprobleme hin.

Behandlung und Therapie

Eine blasse Haut zu behandeln, richtet sich nach der eigentlichen Ursache. Wer nicht krank ist und lediglich zu wenig Sonneneinstrahlung genießt, sollte sich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde lang im Freien aufhalten. Bei niedrigem Blutdruck helfen viel Bewegung sowie regelmäßige Mahlzeiten. Insbesondere auf das Frühstück sollte Wert gelegt werden. Wenn der Patient gar ohnmächtig wird, hilft nur die Verständigung des Notarztes.

Insgesamt sollte niedriger Blutdruck jedoch nicht medikamentös behandelt werden. Wichtiger ist eine gesunde Lebensweise, die auch viel Entspannung enthält. Tritt Blässe aufgrund eines Eisenmangels auf, muss die Ernährung überdacht und neu geplant werden. Manchmal liegt auch eine unentdeckte Blutungsquelle vor, welche unbedingt gefunden werden muss (z.B. Magengeschwür).

Bei einer ausgeprägten Anämie hilft nur die Einnahme von Eisen in Tablettenform. Die Einnahme sollte über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten erfolgen. Erst nach dieser Zeit sind die körpereigenen Eisenspeicher wieder aufgefüllt. Dies ist ebenfalls bei einem Vitamin-B-Mangel der Fall.

Resultiert die Blässe jedoch aus einer Krebserkrankung, müssen neben der Entfernung des Tumors oft auch langwierige Therapieverfahren, zum Beispiel Chemotherapie und Strahlentherapie eingesetzt werden. Medikamentös werden auch Herz- und Nierenerkrankungen behandelt.



Vorbeugung

Hat die blasse Haut ihre Ursache in einer Kreislaufschwäche, so kann man ihr leicht vorbeugen. So sollte man morgens frühstücken und generell darauf achten, die Mahlzeiten gut über den Tag zu verteilen. Nervosität und Stress sollten vermieden werden bzw. sollte ein guter Umgang damit erlernt werden.

Stammt die Blässe von einem Mangel an Vitamin B, steht die richtige Ernährung im Vordergrund. Blässe, die eine Folge schwerer Krankheiten ist, lässt sich natürlich nicht vorbeugen. Hier gilt es, alle Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen, um rechtzeitig bereits das Frühstadium der Erkrankung festzustellen.

Bücher über gesunde Haut

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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