Augenmigräne

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Juni 2017
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Augenmigräne wird eine Migräne genannt, der bestimmte Warnzeichen wie Sehfeldveränderungen oder Taubheit in Händen vorausgeht. Kurze Zeit später folgt eine übliche Migräneattacke, die ebenso behandelt oder der vorgebeugt werden kann wie jeder anderen Form der Migräne.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Augenmigräne?

Augenmigräne ist eine bestimmte Form der Migräne, die mit spezifischen symptomatischen Warnsignalen einhergeht. Dazu gehören Blitze und Flackern im Sehfeld, blinde Flecken, sowie Kitzeln und Stechen in Händen und Gesicht.

In der Regel wird die Augenmigräne auf dieselbe Art therapiert wie auch die übliche Migräne. Ebenso helfen dieselben Medikamente und Selbsthilfemaßnahmen, um einer Augenmigräne vorzubeugen.

Anatomie der Augenmuskulatur. Nervenentladungen als mögliche Ursache für Augenzucken.

Ursachen

Die Ursachen für Augenmigräne werden nicht vollständig verstanden. Dies Unverständnis bezieht sich vor allem auf die Warnsignale, die mit dieser Art der Migräne kommen. Es wird vermutet, dass die visuellen Symptome, durch chemische und elektrische Prozesse innerhalb der Nervenbahnen und des Gehirns hervorgerufen werden.

Wenn diese Prozesse, die einer Migräne vorausgehen, also innerhalb des Teils des Gehirns stattfinden, die mit dem Sehnerv verbunden sind, äußert sich dies als gefühlter Lichtimpuls. Wenn die Signale intensiver werden, können diese Wellen auch optische Halluzinationen auslösen. Viele der Faktoren, die eine übliche Migräne auslösen, können auch eine Augenmigräne auslösen. Dazu zählt bspw. Stress, helles Licht, zu wenig oder zu viel Schlaf und Menstruation.

Zwar existieren keine spezifischen Faktoren, die einen Menschen für Augenmigräne anfälliger machen; jedoch kommt Migräne häufiger vor bei Menschen, in deren Familie es mehrere Fälle von Migräne gibt. Zudem haben Frauen häufiger Migräne als Männer.

Augenmigräne: Es wird vermutet, dass geschwollene Blutgefäße auf die Nervenfasern drücken, die wiederum Schmerzsignale aussenden. Schmerzen und Störungen des Sehzentrums sind die Folge.

Wann zum Arzt?

Bei plötzlichen sowie anhaltenden Veränderungen der Sehkraft sollte ein Arzt aufgesucht werden. Stellen sich Kopfschmerzen, Druck hinter den Augen oder Schwindelgefühle ein, ist es ratsam, wenn ein Arzt die Symptome abklärt. Ein kribbelndes Gefühl in den Händen oder Taubheitsgefühle auf der Haut sind Anzeichen einer Erkrankung, die untersucht und ärztlich behandelt werden muss. Treten Störungen des Bewusstseins oder Sprachunterbrechungen auf, muss ein Arzt unverzüglich aufgesucht werden. Es können neben der Augenmigräne auch Durchblutungsstörungen vorliegen, die unbehandelt einen lebensbedrohlichen Zustand auslösen.

Halluzinationen, Beschwerden bei Lichtreizen, Übelkeit und Erbrechen sind Anzeichen einer Augenmigräne, die zu einem Arztbesuch führen sollten. Nehmen die Beschwerden an Intensität oder Umfang zu, wird ein Arzt benötigt. Bei einer Augenmigräne kommt es zu einer vorübergehenden Berufsunfähigkeit, Aufmerksamkeitsproblemen und Störungen der Wahrnehmung. Ein Arztbesuch ist notwendig, damit rechtzeitig Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden und eine Linderung der Symptome erfolgen kann.

Sobald es zu einer Einschränkung des gewohnten Sehfeldes kommt, ist ein Arzt aufzusuchen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass es durch die Beschwerden zu einer Steigerung des allgemeinen Unfallrisikos kommt. Mit dem Eintreten einer Muskelschwäche am gesamten Körper sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ein Flimmern in den Augen, Flecken im Sehfeld oder Schmerzen beim Sehen, sind von einem Arzt abzuklären.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Augenmigräne:

Augenmigräne beginnt mit den erwähnten optischen und sensitiven Warnsignalen, bevor dann die üblichen Symptome einer Migräne eintreten. Hierzu zählen starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Ton. Die Warnsignale einer Augenmigräne treten im Durchschnitt bis zu 60 Minuten vor dem Eintreten der Symptome auf.

Der größte Anteil von Betroffenen berichtet über ähnliche Warnsignale bei Augenmigräne. Es werden dunkle Flecken auf dem Sehfeld genannt als auch Zick-Zack-Linien, die sich quer über das gesamte Sehfeld ziehen. Häufig werden auch Blitze gesehen, Flimmern oder eine allgemeine Veränderung der Seherfahrung festgestellt.

Zu den optischen Warnsignalen kommen seltener noch physische Anzeichen. Betroffene berichten von Taubheit, einleitend mit Kribbeln in Händen und Gesicht, als auch Muskelschwäche und Probleme beim Sprechen.

Diagnose

Falls die genannten Symptome mit anschließender Migräne bemerkt werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass an einer Augenmigräne gelitten wird. Die Diagnose des Arztes erfolgt über eine Befragung, Analyse der Krankengeschichte und einer physischen Untersuchung. Wenn jedoch auf die Warnsignale keine Migräneattacke erfolgt, wird der Arzt weitere Tests empfehlen, um eine mögliche andere Störung auszuschließen.

Hierzu zählt sehr wahrscheinlich eine Augenuntersuchung, bei der mit einem Lichtstrahl die Rückwand des Auges betrachtet wird. Ebenso können bildgebende Verfahren angewendet werden wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Mit beiden Verfahren können detaillierte Aufnahmen des Gehirns gemacht werden, um festzustellen, ob es Ursachen für einen Druck auf das Gehirn gibt oder Blutdruckabfall. Ggf. wird eine Überweisung zu einem Neurologen empfohlen.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei einer Augenmigräne zu den typischen Beschwerden einer gewöhnlichen Migräne. Die Lebensqualität wird extrem eingeschränkt und der Patient kann im Allgemeinen keine körperlichen Tätigkeiten mehr ausführen. Es kommt dabei zu starken Kopfschmerzen und zu einer Übelkeit. Ebenso treten in den verschiedenen Extremitäten Taubheitsgefühle auf, welche in der Regel nach der Augenmigräne wieder verschwinden. Kurzzeitig treten auch Wortfindungsstörungen und Sprachstörungen auf. Die Sehstärke wird durch die Augenmigräne eingeschränkt, sodass es zu Schleiersehen kommt. In schwerwiegenden Fällen kann der Betroffene die Sehstärke auch permanente verlieren. Die Behandlung erfolgt meistens mit Hilfe von Schmerzmittel. Diese sollten allerdings nicht über einen langen Zeitraum eingenommen werden, da sie dem Magen Schaden zufügen können. Oft benötigt der Betroffene über einen längeren Zeitraum Bettruhe und kann seinem gewöhnlichen Alltag nicht mehr nachkommen. Durch die Augenmigräne kann es in einigen Fällen auch zu psychischen Beschwerden kommen, die mit Hilfe von Antidepressiva behandelt werden.

Behandlung und Therapie

Es gibt keine spezielle Behandlung für die Augenmigräne. Es wird dieselbe Therapie angewandt, wie bei der Therapie einer normalen Migräne. Bei einer aufkommenden Migräneattacke sollte der Betroffene schnell eine ausreichende Menge Schmerzmittel einnehmen. Diese wirken am besten, wenn sie so früh wie möglich eingenommen werden, sodass sich die Attacke nicht entwickeln kann.

Der Vorteil einer Augenmigräne ist hier: die Warnsignale kommen mit zuverlässigem Vorlauf. Zu den Medikamenten, die bei Migräne verwendet werden können, zählen verschreibungsfreie Schmerzmittel, Triptane (spezielle Migräne-Tabletten), Dopamin-Rezeptoren-Blocker und Medikamente gegen Schwindel und Übelkeit. Zusätzlich gibt es Medikamente, die regelmäßig auftretende Migräneattacken vorbeugen; gleichgültig ob normale oder Augenmigräne.

Diese können verschrieben werden, wenn die Schmerzen extrem sind und häufig eintreten. Dazu zählen blutdrucksenkende Mittel, Antidepressiva, Mittel gegen Krämpfe und Botox-Injektionen. Zusätzlich kann eine spezielle Verhaltenstherapie Betroffenen dabei helfen, mit ihrer Migräne richtig umzugehen. Häufig spielt die Reduktion von Stress-Momenten hierbei eine wichtige Rolle.



Vorbeugung

Neben den genannten Behandlungsmethoden der Augenmigräne ist die beste Form einer Prävention, die Warnsignale des Körpers richtig zu deuten und sich auf die Migräne vorzubereiten.

Sobald die Signale eintreten, sollte man sich nach Hause oder an einen ruhigen Ort begeben. Falls Medikamente vorhanden sind, müssen sie rechtzeitig eingenommen werden.

Besonders zu empfehlen ist das Zurückziehen in einen dunklen und stillen Raum und die Massage des Kopfes, um den Druck zu lösen. Vielen Betroffenen hilft die Kombination von Paracetamol und Koffein.

Parallel sollte viel Wasser getrunken werden. Dies sind Tipps, die in vielen Fällen helfen, eine Migräne einzudämmen.

Bücher über Migräne

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wutta, H.P., Brucker, K.: Theorie und Praxis der Augen-Akupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Carla kommentierte am 25.05.2016 um 20:51 Uhr

Die Symptome sind bei mir die Aura und dann das Flimmern, wie beschrieben, allerdings meist ohne gleichzeitiges Kopfweh. Das kommt von Verspannungen vor allem im Nacken, zum Beispiel von langem Sitzen beim Lesen, Handarbeiten oder vor dem Computer. Stress spielt eine große Rolle. Ich nehme selten Medikamente, welche für mich bloß Symptome behandeln und nicht die Ursachen. Gesunder Menschenverstand und mir selber etwas Gutes tun (Massage, Ausflug in die Natur u.ä.) haben bis jetzt gut geholfen. Und der Espresso mit Zitronensaft. Den Tipp mit dem Magnesium werde ich jedoch gerne auch mal ausprobieren.

Michaela kommentierte am 10.03.2016 um 18:07 Uhr

Ich schlage mich schon seit ca. 14 Jahren damit herum. Doch jetzt wo mein Baby da ist habe ich mich endlich zu einem Arzt getraut. Es tut wirklich gut zu wissen was es ist. Meine Ärztin schickte mich zu einem Augenarzt, der mir dann gesagt hat, dass es die Augenmigräne ist. Ich bin gespannt wie meine Ärztin weiter verfährt.

HERO kommentierte am 17.02.2016 um 19:11 Uhr

Bei mir wurde Augenmigräne festgestellt. Betroffen war das linke Auge. Ich sah für ca. 30 Minuten ein Zackenmuster wie Giraffennetz, sehr engmaschig, die Felder waren wie zerknitterte Alufolie, blendend silberweiß. Es waren keine Vorzeichen, keine Schmerzen spürbar. Nur nach dem Vorfall ein leichter Kopfdruck, ebenfalls linke Kopfseite. Ich hatte wenig Schlaf, Überstunden, Spätschicht und Stress.

Rome kommentierte am 19.10.2015 um 21:42 Uhr

So einfach wie es sich anhört, bei mir hat Magnesium geholfen. Nachdem ich im Krankenhaus mit dem Verdacht auf Schlaganfall (nicht bestätigt) gewesen bin, hat es noch ca. 2 Wochen angehalten. Nachdem der Tipp Magnesium auszuprobieren aus der Apotheke kam, haben diese Auren schlagartig aufgehört.

Giselchen kommentierte am 27.08.2015 um 12:46 Uhr

Vor drei Tagen trat erstmals eine Sehstörung im rechten Auge auf. Ich konnte nur wie durch eine Milchglasscheibe, die mit einem floralen Muster bedeckt war, sehen. In den Lücken zwischen den Mustern schienen blaue Zonen hindurch. Diese Erscheinung blieb längere Zeit bestehen und kam immer wieder. Mein Augenarzt untersuchte mich gründlich, konnte keinen krankhaften Befund erheben. Er erwähnte, daß möglicherweise eine Augenmigräne vorliegen könnte. Er empfahl mir, einen Neurologen aufzusuchen. Eine CT-Untersuchung mit Kontrastmittel ergab keinen Befund. Also konnte eine Durchblutungsstörung ausgeschlossen werden. Jetzt werden noch der Blutzucker untersucht und eine Langzeitblutdruckmessung vorgenommen. Im Internet fand ich eine Beschreibung der Symptome, die auf meine Erscheinungen zutraf. Demnach kann neben anderen Auslösern auch Stress zu einer Augenmigräne führen. Ich wäre sehr an einem Kontakt zu ähnlichen "Fällen" interessiert und bitte um Antwort.