Halluzinationen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. November 2014
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Jemand sieht etwas oder hört Stimmen, obwohl überhaupt nichts da ist. Halluzinationen, bezeichnet die Fachwelt dieses für viele Betroffene als beängstigend erlebte Phänomen. Doch was genau versteht man unter Halluzinationen?

Inhaltsverzeichnis

Was sind Halluzinationen?

Halluzinationen sind Sinnestäuschungen. Etwas, was in der Realität überhaupt nicht vorhanden ist, will der Betroffene gehört oder gesehen haben. Neben akustischen Halluzinationen unterscheidet man noch optische Halluzinationen (angebliches Sehen von Bildern), taktile Halluzinationen (den Tastsinn betreffend) und gustatorische Halluzinationen (den Geschmack betreffend).

Dabei spielt es eine große Rolle, ob der Patient um seine Halluzinationen weiß oder nicht. Doch egal, um welche Art von Halluzinationen es sich handelt - stets existiert keine äußere Quelle des Reizes. Alles befindet sich in der alleinigen Wahrnehmung des Betroffenen.

Ursachen

Die Ursachen für Halluzinationen sind vielfältig. Sehr oft spielen psychische Störungen eine gewichtige Rolle. Dazu gehören Psychosen, ausgelöst durch den Entzug von Rauschmitteln (zum Beispiel Alkohol und Drogen), Depressionen oder krankhaften Veränderungen in der Struktur des Gehirns.

Auch an Schizophrenie Erkrankte leiden häufig unter Sinnestäuschungen. Auffällig ist, dass speziell die akustischen und optischen Halluzinationen vorwiegend durch psychiatrische Erkrankungen ausgelöst werden. Jenen Halluzinationen, die sich auf Gerüche oder den Geschmack beziehen, liegen oftmals andere Ursachen zugrunde.

So können sie auf durch einen Tumor veränderte Gehirnstrukturen hinweisen oder einen epileptischen Anfall ankündigen. Natürlich können auch bei diesen Formen der Halluzinationen psychische Störungen die Grundlage dafür bilden. Auch der Entzug von Schlaf kann Halluzinationen auslösen.

Krankheiten

Typische Krankheiten mit Halluzinationen:

Symptome und Verlauf

Halluzinationen besitzen eindeutige Symptome. Der Betroffene sieht, hört, fühlt, riecht oder schmeckt Dinge, die in der Wirklichkeit überhaupt nicht vorhanden sind. Am häufigsten treten Halluzinationen auf, die das Hören von Stimmen betreffen. Nicht in jedem Falle werden diese Stimme als unangenehm empfunden. Insbesondere am Anfang scheinen die Stimmen weder Angst einflößend noch irritierend zu wirken. Manchmal sagen diese Stimmen jedoch unangenehme Dinge oder erteilen gar Befehle.

Für Außenstehende sind diese Symptome nur schwer zu erkennen. Häufig erleben sie den Patienten als unkonzentriert und abwesend. Der Verlauf bei Halluzinationen kann positiv sein, sofern die Ursachen als solche erfolgreich beseitigt werden können. Eher schlechte Heilungschancen bestehen, wenn keine therapierenden Ursachen zugrunde liegen.

Diagnose

Betroffene mit Halluzinationen müssen unbedingt zum Arzt, der die Diagnose stellen wird. Dies kann neben einem Allgemeinmediziner auch ein Psychologe oder Psychiater tun. Zuerst wird man sich nach der Vorgeschichte und der aktuellen Lebenssituation erkundigen. Außerdem werden Fragen gestellt zu körperlichen Beschwerden, etwaigen Vorerkrankungen (wie Migräne, psychischen Störungen) und zu Störungen, die die Bereiche Denken, Aufmerksamkeit und Bewusstsein umfassen.

Anhand der konkreten Schilderungen des Patienten wird der Mediziner herausfinden, ob tatsächlich eine Form von Halluzinationen vorliegt. Falls ja, erfolgt eine entsprechende Weiterbehandlung oder Überweisung. Unterstützt in seiner Beurteilung wird der Fachmann dabei von einem Fragekatalog, den jeder Betroffene ehrlich ausfüllen sollte.

Halluzinationen gehen nicht selten mit einem aggressiven oder gereizten Verhalten einher. Auch Selbstverletzungen und suizidale Gedanken sind keine Seltenheit bei an Halluzinationen erkrankten Personen. Schon aus den Gründen des Selbstschutzes ist es demnach sehr wichtig, dass rechtzeitig die richtige Diagnose gestellt wird.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Halluzinationen orientiert sich stets an der Ursache. Sind Halluzinationen die Folge von Rauschmitteln, muss dieser Konsum unterbunden werden, notfalls durch eine Entziehungskur. Falls der Verdacht besteht, dass ein bestimmtes Medikament die Halluzinationen verursacht, muss das Arzneimittel identifiziert und abgesetzt werden. Eine Umstellung auf ein verträglicheres Medikament sollte niemals eigenhändig und immer unter Beobachtung eines Arztes erfolgen.

Äußern sich Halluzinationen als Folge von organischen Erkrankungen oder anderen Fehlfunktionen, muss eine rechtzeitige Behandlung dieser Erkrankungen erfolgen. In diesem Zusammenhang werden auch die Halluzinationen erfolgreich verschwinden. Schwierig wird es, wenn sich keine bestimmte Ursache für die Halluzinationen finden lässt. Liegt eine psychische Störung vor, ist es sinnvoll, eine therapeutische und medikamentöse Behandlung gleichzeitig durchzuführen. Dieses Vorgehen kann auch bei organischen Ursachen sehr erfolgsversprechend sein.

Während die Medikamente die Symptome abmildern sollen, kann der Betroffene innerhalb einer Psychotherapie lernen, mit seinen Halluzinationen besser umzugehen. Dies ist sinnvoll, um den inneren Druck, den sich viele Patienten aufbauen, ein wenig zu vermindern helfen. Bei sehr starken Fällen von Halluzinationen ist es erforderlich, den Patienten in einer Klinik zu behandeln.

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Vorbeugung

Halluzinationen lassen sich nicht in jedem Falle verhindern. Dennoch ist es wichtig, bei physischen und psychischen Problemen rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen. Eine frühzeitige Therapie kann in vielen Fällen das Entstehen von Halluzinationen eindämmen. Ebenso hilft ein weitgehender Verzicht auf Rauschmittel und Medikamente, um Halluzinationen vorzubeugen.

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