Allgemeine Schwäche

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. September 2016
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Unter allgemeiner Schwäche wird ein Gefühl von Erschöpfung, Ermüdung und Abgeschlagenheit verstanden. Mitunter kann sie durch eine Erkrankung verursacht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Allgemeine Schwäche?

Allgemeine Schwäche zeigt sich von Zeit zu Zeit bei den meisten Menschen. Auch in den Wintermonaten ist ein allgemeines Schwächegefühl durch den Lichtmangel keine Seltenheit. So läuft in diesem Zeitraum die Produktion von sogenannten Glückshormonen im Körper eingeschränkter ab. Bei allgemeiner Schwäche handelt es sich um ein Gefühl von Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit. Der Erschöpfungszustand dauert den ganzen Tag über an. So tun sich die betroffenen Personen oft schwer, ihre üblichen Tätigkeiten aufzunehmen und leiden unter körperlicher Schwäche und Motivationslosigkeit. In den meisten Fällen dauert dieses Gefühl der Abgeschlagenheit nur wenige Tage an. Geht die allgemeine Schwäche jedoch in eine chronische Müdigkeit über und hält mehrere Wochen oder sogar Monate an, kann sich auch eine ernste Erkrankung, wie zum Beispiel eine Herz-Kreislauf-Störung, hinter ihr verbergen.

Ursachen

Für das Entstehen von allgemeiner Schwäche kommt eine Vielzahl an Ursachen in Betracht. Bei den meisten Personen wird sie durch stressige Arbeitstage, intensives sportliches Training, Mangel an Schlaf sowie belastende private Situationen wie familiäre Probleme, Liebeskummer oder Trauer hervorgerufen. Weitere Auslöser für die allgemeine Schwäche können aber auch körperliche Erkrankungen sein. So wird eine Erschöpfung häufig durch grippale Infekte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen oder eine Herzinsuffizienz, Infektionskrankheiten wie eine Lyme-Borreliose, Pilzerkrankungen, eine Schilddrüsenunterfunktion, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine Anämie (Blutarmut) hervorgerufen.

Zusätzliche physische Auslöser sind ernährungsbedingte Ursachen wie Bulimie oder Magersucht, eine Schwäche des Immunsystems, Abgeschlagenheit in der Schwangerschaft, zu niedriger Blutdruck, Schlafstörungen wie das Schlaf-Apnoe-Syndrom, chronisch-entzündliche Darmkrankheiten wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, Krebserkrankungen, der Missbrauch von Alkohol sowie Nebenwirkungen durch die Einnahme von Arzneimitteln. Nicht selten sind auch psychische Erkrankungen für ein allgemeines Schwächegefühl verantwortlich. Dabei handelt es sich oft um Depressionen oder das Burnout-Syndrom.

Als weiterer möglicher Urheber allgemeiner Schwäche gilt das chronische Erschöpfungssyndrom. Es zeigt sich zumeist im Anschluss an eine Krebserkrankung oder deren Behandlung. Die genauen Umstände für seine Entstehung sind bislang nicht bekannt. In den meisten Fällen sind die Gründe für allgemeine Schwäche harmloser Natur und werden durch den Lichtmangel im Winter, veränderte Lebensumstände wie ein Wohnungs- oder Ortswechsel, eine andere Arbeitsstelle, Stress oder Erregung hervorgerufen. Mitunter ist auch ein Mangel an Eisen ursächlich für die Erschöpfung.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Dauert das allgemeine Schwächegefühl über einen längeren Zeitraum an, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. So kann sich hinter chronischer Ermüdung ein behandlungsbedürftiges Leiden verbergen. Die erste Anlaufstelle für eine medizinische Untersuchung bietet der Hausarzt. Dieser befasst sich zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten. Dabei erkundigt er sich danach, wie lange die Schwäche bereits anhält, in welcher Form sie sich äußert und ob bestimmte Auslöser oder Vorerkrankungen bestehen.

Von Interesse für den Arzt sind außerdem die Einnahme von bestimmten Medikamenten, eventuelle weitere Beschwerden wie Schmerzen, Atemprobleme oder die Abnahme von Gewicht sowie die Ernährungsweise des Patienten. Durch das Beantworten dieser Fragen kann sich der Mediziner ein genaueres Bild verschaffen. Nächster Schritt des Diagnoseverfahrens ist eine gründliche körperliche Untersuchung des Patienten. Dabei wird zum Beispiel dessen Blutdruck gemessen. Auch eine Abnahme von Blut zur weiteren Untersuchung ist keine Seltenheit. Die Blutwerte können Aufschlüsse über unterschiedliche Erkrankungen liefern. Dazu gehören zum Beispiel Entzündungen, erhöhte Blutzuckerwerte oder eine Blutarmut.

Außerdem ist es wichtig, sich mit der Psyche des Patienten zu befassen, da die allgemeine Schwäche auch von einer Depression hervorgerufen werden kann. Bei den meisten betroffenen Personen nimmt die allgemeine Schwäche einen positiven Verlauf, wenn sie eine ausreichende Ruhephase einlegen. Mithilfe der Selbstheilungskräfte kehren die Lebensgeister nach etwa einer Woche von selbst wieder zurück. Wird das allgemeine Schwächegefühl jedoch von einer bestimmten Erkrankung verursacht und besteht eine Beeinträchtigung des Immunsystems, ist eine medizinische Therapie notwendig.

Behandlung und Therapie

Welche Behandlung bei einer allgemeinen Schwäche vorgenommen wird, unterscheidet sich individuell. So ist zum Beispiel keine spezielle Therapie erforderlich, wenn die Erschöpfung aufgrund von Stress entsteht, weil sie dann meist von selbst wieder zurückgeht. Im Falle von chronischer Schwäche gilt eine Therapie allerdings als sinnvoll. Sie beinhaltet eine ausgedehnte Ruhephase des Patienten. Als hilfreich wird zudem das Umstellen auf eine gesündere Lebensweise angesehen, zu der ausreichend Schlaf, Entspannung, körperliche Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung zählen.

Letztlich hängt die Behandlung einer allgemeinen Schwäche von ihrer auslösenden Ursache ab. Wird sie von Infektionen hervorgerufen, ist neben Ruhe auch die Gabe von Medikamenten hilfreich. Dazu gehören zum Beispiel Antibiotika zum Bekämpfen von bakteriellen Auslösern. Leidet der Patient unter einer Erkrankung des Stoffwechsels, Hormonstörungen wie bei einer Unterfunktion der Schilddrüse oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, bedarf es einer zielgerichteten Therapie. So werden beispielsweise Antiarrhythmika gegen Herzrhythmusstörungen verabreicht.

Ernährt sich der Patient nach Meinung seines Arztes ungesund, hilft oft eine Ernährungsberatung weiter. Geht die allgemeine Schwäche auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom zurück, kann eine Abklärung in einem speziellen Schlaflabor sinnvoll sein. Im Falle von psychischen Ursachen gelten Entspannungsmethoden sowie das Vermeiden von Stress als hilfreich. Diese können von einem ausgebildeten Therapeuten erlernt werden. Wird die allgemeine Schwäche durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst, ist gemeinsam mit dem Arzt zu klären, ob andere Arzneimittel eine ähnliche Wirkung gewährleisten können. In den meisten Fällen geht das Schwächegefühl nach einem Präparatwechsel wieder zurück.



Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer allgemeinen Schwäche kommt, empfiehlt es sich, zur Vorbeugung bewusste Phasen der Ruhe einzulegen. Als sinnvoll wird außerdem das Einstudieren von wirksamen Entspannungstechniken eingestuft. Ebenfalls hilfreich sind eine gesunde Ernährungsweise sowie viel Bewegung an der frischen Luft, weil auf diese Weise das Immunsystem angeregt wird. Antrieb und Wohlbefinden profitieren davon. Liegt eine gewisse Anfälligkeit für Krankheiten vor, sollte der Betroffene regelmäßig zu ärztlichen Untersuchungen gehen und seine Werte kontrollieren lassen.

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