Akuter Schiefhals

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Unter dem Begriff Akuter Schiefhals werden unterschiedliche Ursachen zusammengefasst, die zu einer Fehlstellung des Halses führen. Folge dieses Phänomens ist eine asymmetrische Haltung des Kopfes. Akute Schiefhälse lassen sich normalerweise problemlos behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein akuter Schiefhals?

Während ein Schiefhals angeboren sein kann, handelt es sich bei einem akuten Schiefhals um eine erworbene Fehlstellung. Diese entsteht meistens in der Nacht und äußert sich am Morgen durch Verspannungen und Schmerzen in der Region des Halses und des Nackens. Die durch den Schiefhals resultierende Fehlstellung des Kopfes kann unterschiedliche Maße annehmen. So ist es möglich, dass der Kopf zu den Seiten hin zu weit zur Schulter, nach vorne oder hinten neigt.

In den meisten Fällen leiden Patienten unter einer Kombination der Fehlstellungen. Die Fehlstellung beeinflusst die gesamte Körperhaltung und sorgt für ein schiefes Erscheinungsbild. Bessern sich die Symptome nach drei Tagen nicht und ist Betroffenen die Ursache der Beschwerden unklar, sollten sie einen Arzt aufsuchen.

Ursachen

Die Ursachen des akuten Schiefhaltes können sehr unterschiedlich sein. So kann die eingenommene Haltung einen körpereigenen Schutzmechanismus darstellen, der dann zum Einsatz kommt, wenn durch Fehlhaltungen eine starke Muskelverspannung ausgelöst wird. Um den beanspruchten Muskel nicht weiter zu reizen, handelt es sich bei dem resultierenden Schiefhals um eine Schonhaltung.

Der Kopf lässt sich bis zu einem Gewissen Grad schmerzfrei drehen. Tagsüber werden Bewegungen, die über die Bewegungsfreiheit der Halswirbelsäule hinausgehen, vermieden. In der Nacht kann es aber dazu kommen, dass der Radius unbewusst überschritten wird, wodurch die Muskeln verkrampfen. Generell reagiert der Körper auf Überbelastung mit dem Zusammenziehen der Muskeln, um auch die Gelenke zu schützen. Die häufigsten Ursachen für eine Überbelastung ist eine schlechte Haltung oder die Überbeanspruchung.

Möglich ist aber auch das Halswirbelsäulensyndrom. Im Rahmen dieser Erkrankung werden bestimmte Nerven gereizt, wodurch der Patient eine Schonhaltung einnimmt, um diesen zu entgehen. Gleichzeitig geht diese Schonhaltung mit einer Verspannung der Muskulatur einher.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des akuten Schiefhals´:

Der akute Schiefhals äußert sich insbesondere durch die veränderte Statur. Betroffene sind aufgrund von Schmerzen und Blockaden nicht dazu fähig, eine gesunde Haltung einzunehmen. Zudem lösen die Verspannungen Schmerzen aus. Zu einem Halswirbelsäulensyndrom gesellen sich in den meisten Fällen noch andere Symptome, beispielsweise Unruhe, Ermüdung, Migräneanfälle, Schwindel, Übelkeit und Sehstörungen.

Abhängig von der zugrunde liegenden Ursache ist auch der Verlauf des akuten Schiefhalses. Die Heilung des Halswirbelsäulensyndroms kann drei Wochen beanspruchen, ehe Verspannungen und andere Beschwerden abklingen. Ein Andauern der Schmerzen über diesen Zeitrahmen hinaus ist ebenfalls möglich und hängt größtenteils auch mit dem Grund zusammen, der das Syndrom ausgelöst hat. Haben Verspannungen die Beschwerden verursacht, so können diese innerhalb von Stunden oder Tagen abklingen. Generell lässt sich ein akuter Schiefhals meistens gut behandeln, sodass die Bewegungsfreiheit von Betroffenen nicht dauerhaft eingeschränkt ist.

Diagnose

Die Diagnose umfasst zunächst ein ausführliches Gespräch, in dem geschildert werden sollte, seit wann die Beschwerden bestehen und wie intensiv die eventuellen Schmerzen sind. Zudem ist es wichtig, über ungewohnte Bewegungen Auskunft zu geben. Für die Diagnose reichen meistens bereits die Fehlstellung des Kopfes und das Abtasten der Muskulatur. Ist diese verspannt und geht gleichzeitig mit einer veränderten Haltung einher, ist die Wahrscheinlichkeit des akuten Schiefhalses groß. Bestehen weitere Symptome, welche für das Halswirbelsäulensyndrom klassisch sind, müssen Tests durchgeführt werden, um den Verdacht zu bestätigen, ehe die Therapie beginnen kann.

Behandlung und Therapie

Diese richtet sich letztendlich nach der zugrunde liegenden Ursache. Im Fall von Verspannungen ist es oft nicht notwendig, eine spezielle Behandlung zu beginnen. Leichtere Verspannungen lösen sich in vielen Fällen innerhalb eines kurzen Zeitrahmens von alleine. Bei intensiven Verspannungen ist eine ärztliche Behandlung jedoch unausweichlich, um den Bewegungsradius wiederherzustellen. Spezifisch ausbildete Ärzte und Physiotherapeuten helfen dem Patienten dabei, die Bewegung zurück zu erlangen. Dabei ist es wichtig, dass die Bewegungen vorsichtig ausgeführt und nicht erzwungen werden. Eigenständig ausgeführte Übungen sollten zunächst unterlassen werden.

Bestimmte Griff- und Dehnungstechniken sorgen dafür, dass die Blockaden der Wirbelgelenke sich lockern. Dabei ist es möglich, dass die Schmerzen zu Beginn zu stark sind, um eine solche Therapie einzusetzen. Bringt die Zeit keine Milderung der Schmerzen oder sind einzelne Muskeln in einem sehr hohen Maß verspannt, können Betäubungsmittel Abhilfe verschaffen. Betroffene erhalten zudem oft ein Schmerzmittel, insbesondere um Nachts schlafen zu können. Bei diesem handelt es sich beispielsweise um Paracetamol.

Bei einem Halswirbelsäulensyndrom muss zunächst die Ursache behandelt werden. Gleichzeitig liegen aber auch hier Muskelverspannungen vor, die gelöst werden sollten. Hilfreich kann ein Watteverband sein. Dieser sorgt durch die entstehende Wärme für eine bessere Durchblutung und wird als angenehm empfunden.

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Vorbeugung

Ein akuter Schiefhals lässt sich durch einige Maßnahmen vorbeugen. So sollte während der Arbeit, des Sports und beim Tragen schwerer Gegenstände auf eine angemessene Körperhaltung geachtet werden. Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung der Muskulatur sowie die generelle Beweglichkeit. Es empfiehlt sich die Verwendung eines geeigneten Kissens sowie das Dehnen der Nackenmuskulatur. Dies beugt aktiv die Verkürzung der Muskulatur vor.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Britt kommentierte am 15.08.2016 um 08:48 Uhr

Ich leide seit Mai 2016 an Lagerungsschwindel. Bekomme Betahistin. Es hat erst super geholfen, aber seit drei Wochen habe ich diesen Schwindel wieder. Am schlimmsten ist es nachts, sobald ich mich drehe, dreht sich wieder alles. Dazu habe ich noch einen Schiefhals. Der nächste Termin beim HNO ist nächste Woche. Was kann ich noch tun, dass der Schwindel wieder weg geht?