Übel riechender Ausfluss (Scheidenausfluss)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Übel riechender Ausfluss (Scheidenausfluss) ist ein Anzeichen für eine Infektion der Scheide. Er kennzeichnet sich häufig nicht nur durch einen unangenehmen Geruch, sondern auch durch Verfärbung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist übel riechender Ausfluss (Scheidenausfluss)?

Dass der Scheidenausfluss einen Eigengeruch hat, ist normal. Er kann bei jeder Frau etwas anders sein, auffallen sollten jedoch deutliche Veränderungen. Übel riechenden Ausfluss bemerkt jede Frau am ersten selbst an ebendieser unangenehmen Veränderung des normalen Geruchs. Häufig riecht der Scheidenausfluss nicht nur unangenehm, sondern gleichzeitig intensiver als sonst.

Obwohl er meistens nicht als eigenständiges Symptom auftritt, ist mit übel riechendem Scheidenausfluss zunächst nur die Geruchsveränderung des Ausflusses gemeint, nicht aber weitere Begleitsymptome. Übel riechender Ausfluss allein ist keine eigenständige Erkrankung, sondern immer nur Symptom.

Ursachen

Die häufigste Ursache für übel riechenden Scheidenausfluss sind Pilzinfektionen. Sie treten sehr häufig auf, wenn das Immunsystem der Frau geschwächt ist. Pilze sind bei vielen Frauen oft oder sogar immer vorhanden, es kommt jedoch aufgrund des guten Säureschutzes der Scheide nicht zur Infektion. Während der Schwangerschaft, unter medikamentöser Behandlung, bei immunschwächenden Krankheiten wie Krebs oder auch mit zunehmendem Alter ist das Immunsystem jedoch nicht mehr so stark und die Pilzinfektion kann sich durch übelriechenden Ausfluss bemerkbar machen.

Auch viele Geschlechtskrankheiten äußern sich durch unangenehm riechenden Scheidenausfluss zusammen mit anderen Symptomen wie Rötungen oder juckender Haut. Tritt eine Geruchsveränderung des Scheidenausflusses während der Schwangerschaft auf oder kommt es auch außerhalb einer Schwangerschaft zugleich zu Blutungen, könnte eine innere Ursache vorliegen.

Eileiterschwangerschaft, gesundheitliche Probleme des Babys oder in sehr seltenen Fällen Gebärmutterhalskrebs können als Auslöser in Frage kommen. Häufig sind auch hormonelle Ungleichgewichte während der Wechseljahre oder in der Pubertät, die das Scheidenmilieu verändern können.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Übel riechender Ausfluss kann sich sehr schnell einstellen, es gibt aber auch schleichende Verläufe, bei denen der Frau nur nach und nach auffällt, dass etwas anders ist. Mit der Zeit können Begleitsymptome wie juckende, brennende Haut, leichte Blutungen oder sogar Schmerzen im Unterbauch bis hin zur Übelkeit hinzukommen. In jedem Fall muss der Gynäkologe einen Abstrich vornehmen und eine Laboruntersuchung durchführen, um zu erkennen, welche Krankheitserreger sich in der Scheide befinden.

Der Abstrich kann entweder von der Scheidenwand oder vom Muttermund genommen werden, meistens werden sicherheitshalber zwei Proben entnommen. Ist sich der Arzt unsicher, kann auch eine Blut- und Urinprobe hinzukommen. Harmlosere Ursachen wie Pilzinfektionen würden zwar mit der Zeit von alleine heilen, belasten aber unter Behandlung das Immunsystem weniger. Ernste Auslöser von übel riechendem Ausfluss brauchen eine kontrollierte Behandlung.

Behandlung und Therapie

Die meisten Geschlechtskrankheiten sind der häufigste Auslöser von übel riechendem Scheidenausfluss und sind gleichzeitig leicht zu behandeln. Gegen häufig vorkommende Scheidenpilze, die noch nicht einmal eine Geschlechtskrankheit durch sexuelle Übertragung sein müssen, helfen Cremes und Scheidenzäpfchen, die regelmäßig zu Hause angewendet werden. Je nach Erkrankung können auch Antibiotika verschrieben werden, die regelmäßig einzunehmen sind.

Bei schwangeren Frauen fällt die Behandlung von Infektionen nach Ermessen des Arztes aus, da nicht jedes Medikament von Frau und ungeborenem Baby gut vertragen wird und beispielsweise leichte Pilzinfektionen bei fortgeschrittener Schwangerschaft auch sofort nach der Geburt behandelt werden können, wenn das Baby davon nichts mehr zu spüren bekommt. Bei Infektionen muss manchmal auch der Partner der Frau mitbehandelt werden.

Liegt die Ursache des übel riechenden Ausflusses jedoch nicht an einer bakteriellen oder pilzbedingten Ursache, kann die Therapie langwieriger und individuell abgestimmter ausfallen. Bei hormonellen Ursachen, die in den Wechseljahren häufig sind, werden beispielsweise östrogenhaltige Präparate zur Stabilisierung des Säuremilieus der Scheide verschrieben. In jedem Fall sollte während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

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Vorbeugung

Es gibt viele effektive Wege, Geschlechtskrankheiten und damit übel riechendem Ausfluss vorzubeugen. Verhütung mit Kondomen, wenn man sich noch nicht lange kennt oder wechselnde Partner hat, ist Pflicht - nur sie schützen vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten zugleich. Außerdem sollte der natürliche Säureschutzmantel der Scheide nicht unnötig belastet werden, beispielsweise durch Scheidenspülungen. Seifenfreie Reinigung unter der Dusche reicht vollkommen aus.

Frauen, die zu Pilzinfektionen neigen, sollten die Unterwäsche mindestens bei 60°C waschen, eher heißer, auf Binden verzichten (hier sammeln sich Pilze gerne und wandern direkt in die Scheide zurück), während der Infektionen Slipeinlagen tragen und diese häufig wechseln und ihre Medikation regelmäßig nach Plan anwenden. Helfen kann nach überstandener Infektion eine Milchsäurekur, die die Scheidenflora wieder aufbaut. Der Gynäkologe kann weitere Tipps geben, um in Einzelfall die Wiederkehr einer überstandenen Pilzinfektion zu verhindern.

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