Eileiterschwangerschaft

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2014
Gesundpedia.deKrankheiten Eileiterschwangerschaft

Bei der Eileiterschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter ein. Dadurch wird die Eileiterschwangerschaft zu den ektopen (extrauterinen) Schwangerschaften gezählt. Bei diesen handelt es sich in 98 Prozent der Fälle um eine Eileiterschwangerschaft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

Von einer Eileiterschwangerschaft spricht man in der Medizin, wenn sich die Eizelle nach der Befruchtung nicht in der Gebärmutterschleimhaut, sondern im Eileiter einnistet. Das Risiko, dass dies passiert, liegt bei einer Befruchtung bei durchschnittlich etwa 1 bis 2 Prozent. Das macht die Eileiterschwangerschaft zu einer häufigen Komplikation, die bei einer Schwangerschaft auftreten kann.

Die Eileiterschwangerschaft zählt zu den ektopen Schwangerschaften, bei denen sich die Eizelle nach der Befruchtung außerhalb der vorgesehenen Gebärmutterschleimhaut einnistet. Allerdings handelt es sich bei der Eileiterschwangerschaft um die Art, die bei der ektopen Schwangerschaft am meisten auftritt. In nur 2 Prozent der Fälle nistet sich die Eizelle direkt und von allein woanders ein – etwa im Bauchraum, in der Muskulatur oder am Eingang des Muttermundes.

Ursachen von Eileiterschwangerschaft

Da sich eine Eileiterschwangerschaft in der Eileiter abspielt, ist dieser hier kurz erklärt: Der Eileiter ist mit kleinen und beweglichen Härchen, den Flimmerhärchen, versehen. Diese Härchen transportieren die reife Eiszelle gewöhnlich in die Gebärmutter, wo sie befruchtet werden soll. Der Transport der Eizelle kann jedoch durch verschiedene Ursachen gestört werden.

Zum Beispiel dann, wenn der Eileiter von Natur aus oder durch eine Erkrankung verengt ist. Das kann unter anderem durch eine Entzündung, aber auch durch Tumore und Geschwülste passieren, welche den Eileiter blockieren. Ist dies der Fall, bleibt die befruchtete Eizelle im Eileiter "stecken" und nistet sich in diesem ein. Doch auch eine Spirale verhindert die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter. Daher kann es unter Umständen bei Frauen, die eine Spirale tragen, durchaus auch zu einer Eileiterschwangerschaft kommen.

Symptome und Verlauf von Eileiterschwangerschaft

Typische Symptome einer Eileiterschwangerschaft:

Eileiterschwangerschaft.

Meistens verspüren von einer Eileiterschwangerschaft betroffene Frauen Beschwerden wie Schmerzen im Unterbauch, Ausfluss sowie leichte Blutungen, Unwohlsein und Kreislaufprobleme.

Eine Eileiterschwangerschaft kann durch einen Eileiterabort (auch Tubarabort genannt), durch eine Eileiterruptur (auch Tubarruptur genannt), durch eine Resorption der Schwangerschaft durch den Körper oder in sehr seltenen Fällen durch eine Austragung der Schwangerschaft verlaufen.

Beim Tubarabort löst sich die Eizelle nach etwa sechs bis acht Wochen, aufgrund vom Platzmangel, aus dem Eileiter. Meistens nistet sie sich danach aber nicht in der Gebärmutter, sondern im naheliegenden Bauchraum ein.

Bei der Tubarruptur platzt der Eileiter oder wird beschädigt – und dann nistet sich die Eizelle oft woanders ein. Bei einer Ruptur des Eileiters kommt es jedoch zu lebensgefährliche Blutungen im Bauchraum.

In beiden Fällen, aber oftmals auch im Anfangsstadium der Schwangerschaft, kommt es nun zu einer Resorption der Eizelle. Dabei baut der Körper die Eizelle ab. In extrem seltenen Fällen entwickelt sich die Schwangerschaft weiter. Dabei kommt es aber zu einer ganzen Reihe von schwerwiegenden Komplikationen, die durchaus zum Tod der Mutter oder zum Tod des Kindes führen können. Deshalb rät man aus ärztlicher Sicht meist davon ab, eine Bauchhöhlenschwangerschaft auszutragen.

Diagnose von Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft wird meistens durch den behandelnden Gynäkologen, bei einem Ultraschall und durch weitere Routineuntersuchungen, festgestellt oder auch ausgeschlossen. Jedoch kann eine Eileiterschwangerschaft auch lange Zeit unentdeckt werden.

Kommt es schließlich zu einem Tubarabort oder zu einer Tubarruptur, wird dies von der Patientin oft durch starke Schmerzen wahrgenommen. In diesem Fall wird der Arzt ebenfalls die Situation durch eine ganze Reihe von Untersuchungen beurteilen. Zudem überprüft er immer wieder und in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft die Lage des Kindes. Entwickelt sich dieses also früher oder später nicht mehr in der Gebärmutterschleimhaut weiter, wird dies dem Arzt auffallen.

Behandlung von Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft kann den betroffenen Eierstock stark beschädigen. Dadurch kann es zu einer ganzen Reihe von Komplikationen kommen – etwa dazu, dass dieser nicht mehr funktionstüchtig ist oder zu lebensbedrohlichen Blutungen. Deshalb muss die Schwangerschaft, sofern der Körper die Eizelle noch nicht selbst abgebaut hat, abgebrochen werden.

Meistens wird die betroffene Patientin in ein Krankenhaus gebracht, wo die Eizelle entfernt wird und der weitere Heilungsprozess genau überwacht wird. Denn dieser ist extrem wichtig, um die Fruchtbarkeit und auch die Gesundheit der Frau weitgehend sicherstellen zu können. Eine Überwachung im Krankenhaus ist übrigens auch dann notwendig, wenn bereits ein Tubarabort oder eine Tubarruptur stattgefunden haben. Eine Behandlung, bei welcher die Eizelle erhalten und in die Gebärmutter verpflanzt werden kann, gibt es nicht.

Rezeptfreie Medikamente gegen Schwangerschaftbeschwerden


Vorbeugung von Eileiterschwangerschaft

Einer Eileiterschwangerschaft kann man nicht vorbeugen, jedoch vielen der lebensbedrohlichen Komplikationen, die diese verursacht, wenn sie zu lange unbemerkt bleibt. Deshalb ist es wichtig, bei Beschweren stets einen Arzt aufzusuchen und alle notwendigen Untersuchungen wahrzunehmen.

Das gilt vor allem dann, wenn man als Frau bereits unter einer Eileiterschwangerschaft gelitten hat. Denn da der betroffene Eileiter durch eine solche stets beschädigt wird, begünstigt das eine erneute Einnistung der Eizelle in diesem stark.

Bücher über Eileiterschwangerschaft und Schwangerschaft

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Eileiterschwangerschaft?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?