Geschlechtskrankheiten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Juli 2017
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Entgegen vieler Annahmen und Meinungen sind die klassischen Geschlechtskrankheiten von Frauen und Männern trotz intensivster Aufklärung und einer ganzen Reihe an Schutzvorkehrungen nach wie vor medizinisch relevant.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Geschlechtskrankheiten?

Als Geschlechtskrankheiten werden alle Erkrankungen definiert, die sich auf die Geschlechtsorgane beziehen. Als klassische Geschlechtskrankheiten werden neben dem Tripper (medizinisch Gonorrhö) die Syphilis, das Lymphogranuloma, Ulcus molle und die Infektionen der Geschlechtsorgane durch Chlamydien bezeichnet.

In der Regel unterliegen die Geschlechtskrankheiten einem infektiösen Übertragungsmechanismus. Eine zentrale Rolle bei den Geschlechtskrankheiten spielt der ungeschützte sexuelle Kontakt. In diesem Zusammenhang werden ebenso die Krätze, die Herpes genitalis, die Genitalwarzen und die Trichomonaden durch Geschlechtskrankheiten übertragen.

Auch Aids stellt zunächst eine Viruserkrankung dar, welche durch eine Geschlechtskrankheit weitergegeben wird. In der modernen Medizin existiert für die Geschlechtskrankheiten der Begriff STI oder venerische Infektionskrankheit.

Ursachen

Die Entstehung von Geschlechtskrankheiten basiert zunächst auf ständig wechselnden Sexualpartnern und einem unzureichenden Schutz. Grundsätzlich werden die Geschlechtskrankheiten durch infektiöse Krankheitserreger wie spezielle Viren- oder Bakterienstämme verursacht.

In diesem Zusammenhang gibt es für die Geschlechtskrankheiten verschiedene Wege der Übertragbarkeit, innerhalb derer nicht allein der direkte sexuelle Kontakt ausschlaggebend ist.

Nennenswert sind bei den Geschlechtskrankheiten auch Infektionswege wie das unsterile Einbringen von Körperschmuck und Tätowierungen, der natürliche Geburtsprozess sowie Transfusionen von Blut oder Plasma. Von mehreren Personen gebrauchte Nadeln in Injektionsspritzen können ebenso zu Geschlechtskrankheiten führen.

Symptome und Verlauf

Typische Anzeichen von Geschlechtskrankheiten:

Die Symptome und der Verlauf der Geschlechtskrankheiten hängen immer von der Art des Erregers und damit der Erkrankung ab. Typisch für Geschlechtskrankheiten ist, dass die Beschwerden nicht nur auf die Geschlechtsorgane selbst bezogen sind, sondern den gesamten Organismus beeinträchtigen können.

Das Spektrum der Beschwerden ist daher sehr umfangreich und umfasst bei den Geschlechtskrankheiten sowohl Geschwüre an den Schleimhäuten der Genitalien einen lästigen Juckreiz der Haut, Schwellung der Lymphknoten, Schmerzen in den Gelenken sowie grippeähnliche Auffälligkeiten.

Die von einer Geschlechtskrankheit betroffenen Frauen und Männer leiden meist unter Ausfluss, verlieren an Körpergewicht, weisen massive Schäden am Nerven- und Muskelsystem auf. Die Mehrheit der Geschlechtskrankheiten würde in unbehandeltem Verlauf einen letalen Ausgang aufweisen.

Bei Männern, die unter einem Tripper leiden, kann eine Zeugungsunfähigkeit als Folgeerscheinung auftreten. Massive schmerzhafte Beschwerden erleiden die Patienten und Patientinnen mit einem Tripper beim Urinieren. Typisch für die Geschlechtskrankheit Syphillis ist, dass diese insbesondere nach der Inkubationszeit vorerst ohne Beschwerden verläuft.

Diagnose

Die Mehrheit aller bislang bekannten Geschlechtskrankheiten kann geheilt werden. Eine rasche und treffende Diagnose ist in jedem Falle von Vorteil, um die Heilungschancen zu erhöhen und Spätfolgen zu vermeiden.

Die diagnostischen Verfahren zur Erfassung einer Geschlechtskrankheit umfassen neben der grundlegenden Anamnese (Krankengeschichte mit Angabe der Beschwerden) eine klinische Begutachtung durch einen Facharzt und die Entnahme von Abstrichen. Diese stammen in der Regel von den Geschlechtsorganen. Diese Abstriche werden auf krankheitstypische Mikroorganismen untersucht. Der Nachweis von Erregern einer Geschlechtskrankheit ist außerdem über eine Bakterienanzucht möglich.

Weitere Verfahren zur Diagnostik von Geschlechtskrankheiten, die vorrangig bei einem Verdacht auf Syphillis anberaumt werden, sind Untersuchungen des Blutes auf Antikörper und Antigene mit hoch modernen Tests. Unter Umständen kann Gehirnflüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal auf Syphilliserreger untersucht werden.

Komplikationen

Geschlechtskrankheiten können bei Frauen zu einer Veränderung der Menstruationsblutung führen. Schmierblutungen, der Ausfall der Regelblutung oder ein längerer Zyklus treten häufig auf. Das führt zu Problemen bei natürlichen Verhütungsmethoden und kann eine ungewollte Schwangerschaft bewirken. Die Ansteckungsgefahr ist bei Geschlechtskrankheiten sehr hoch. Je nach Erkrankung können die Krankheitserreger auch an Menschen aus dem engen Umfeld übertragen werden, zu denen kein sexueller Kontakt stattfand. Einige Geschlechtskrankheiten können zu einer Unfruchtbarkeit führen. Diese kann vorübergehender oder auch dauerhafter Natur sein. Bei vielen Betroffenen lösen die Krankheiten emotionale und psychische Probleme aus. Ekel, Scham, Stimmungsschwankungen sowie zwischenmenschliche Probleme können zu einer Änderung des Verhaltens, depressiven Zuständen oder einer Angststörung führen.

Es kommt in den meisten Fällen zu einer Änderung des Sexualverhaltens, was Konflikte bewirken kann. Zu einer Begleiterscheinung gehört häufig ein Juckreiz im Intimbereich. Durch ihn können sich offene Wunden bilden, die neuen Keimen und Krankheitserregern die Möglichkeit bieten, in den Organismus zu gelangen. In schweren Fällen droht eine Blutvergiftung, die zu einem tödlichen Verlauf führen kann. Je nach der vorliegenden Geschlechtskrankheit kann ein heilbarer oder unheilbarer Gesundheitszustand vorliegen. Bei einer unheilbaren Erkrankung kommt es meist zu einem Umbruch der gesamten Lebensführung und einer Veränderung der sozialen sowie partnerschaftlichen Gegebenheiten.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Geschlechtskrankheiten beruht überwiegend auf antiviral oder antibiotisch wirkenden Arzneimitteln, die in der Regel in sehr hohen Dosierungen abgegeben werden müssen. In diesem Bezug erfolgt der Einsatz nach der Art der Geschlechtskrankheit und dem nachgewiesenen Erreger. Die Therapie der Geschlechtskrankheiten sollte so schnell wie möglich erfolgen, um das Risiko der Ansteckung anderer Personen zu vermeiden.

Wurde ein Tripper diagnostiziert, erhalten die Patientinnen und Patienten neben den sogenannten Gyrasehemmern das Penizillin oder Cephalosporine. Bei der Syphillis oder Lues werden Medikamente wie Doxycyclin, Erythromycin, Acithromycin und Tetracyklin verabreicht. Gegen einen erkannten Ulcus molle sind Arzneimittel wie Ciproflaxin und Erythromycin äußerst wirkungsvoll.

Grundsätzlich bedarf eine Geschlechtskrankheit in jedem Fall einer ärztlichen Behandlung, die sogar diskret durchgeführt werden kann. Betroffene, welche diesen Ratschlag ignorieren, spielen mit ihrer eigenen und der Gesundheit anderer Menschen.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen eine Geschlechtskrankheit ist möglich, wenn ein ausreichender Schutz gegen die übertragbaren, ansteckenden Erreger vorgenommen wird. Wichtig sind zudem ein vertrauensvoller Umgang mit dem Partner und der Partnerin sowie das Brechen mit den bestehenden Tabus.

Die Prävention gegen Geschlechtskrankheiten beinhaltet hauptsächlich die Benutzung von Kondomen und Einwegspritzen bei drogenabhängigen Risikogruppen. Bei Auslandsreisen ist es empfehlenswert, eigene Kondome von Markenherstellern in ausreichenden Mengen mitzuführen.

Im Zusammenhang mit verschiedenen hygienischen Vorkehrungen und eine hohe Sauberkeit können Geschlechtskrankheiten ebenfalls vermieden werden. Dies betrifft gleichermaßen die allgemeine Körperhygiene.

Bücher über Geschlechtskrankheiten

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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