Juckende Haut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
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Juckende Haut macht vielen Erwachsenen, aber auch immer mehr Kindern zu schaffen. Bleiben die Symptome unbehandelt, kann juckende Haut die Lebensqualität mindern. Wichtig ist, Ursachen des Juckens frühzeitig zu klären und eine adäquate Therapie einzuleiten. Auch eine Veränderung des persönlichen Lebensstils kann eine Verbesserung bewirken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist juckende Haut?

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Juckende Haut an sich ist kein definiertes Krankheitsbild, sondern ein Symptom von vielen möglichen Krankheitsbildern in der Dermatologie. Juckende Haut kann dabei grundsätzlich jeden Menschen, gleich welchen Geschlechts und Alters, treffen. In jüngster Zeit häufen sich die Berichte über Babys und Kinder, die schon unter juckender Haut leiden.

Juckende Haut wird oft mit dem Krankheitsbild Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, in Verbindung gebracht. Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine Erkrankung der Haut, ausgelöst durch Allergene oder andere Reizungen, die rote, raue Hautstellen und starken Juckreiz verursachen. Bleibt ein atopisches Ekzem unbehandelt, können schwere Hautschädigungen und Entzündungen entstehen, die auch auf andere Organe übergreifen können.

Ursachen

Die Ursachen von juckender Haut können vielfältig sein. Immer mehr Menschen leiden heute unter Allergien, die einen Juckreiz auslösen können. Die genaue Entstehung von Allergien ist heute noch wissenschaftlich nicht bis ins Letzte geklärt. Man geht von einer erblichen Komponente aus. So haben beispielsweise Kinder, bei denen ein Elternteil unter einer Allergie leidet, schon ein 40-fach erhöhtes Risiko, ebenfalls an einer Allergie zu leiden.

Aber auch die Lebensumstände können eine Rolle spielen: Rauchen und Arbeiten mit Giftstoffen beispielsweise können Allergien auslösen. Allergien spielen auch eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Neurodermitis. Verschiedene Allergene reizen die oberste Hautschicht, die rot und trocken wird. So ensteht der primäre Juckreiz. Durch das Jucken, wovon man gerade Kinder oftmals kaum abhalten kann, entstehen offene Hautstellen.

Nun haben Bakterien und Pilze leichtes Spiel, die diese Hautstellen nun besiedeln können. Verstärkter Juckreiz ist die Folge. Abgesehen von der Neurodermitis kann juckende Haut aber auch dadurch bedingt sein, dass die Haut zu heiß gewaschen oder generell falsch gepflegt wird. Gerade in den Wintermonaten braucht die Haut je nach individuellem Hauttypen eine nährende, fettreiche Pflege. Bleibt diese aus, beginnt die Haut sich zu schuppen und zu jucken. Auch aggressive Reinigungsgele können den Juckreiz verursachen. Juckreiz kann auch bedingt sein durch Make-Up, welches nicht regelmäßig entfernt wird.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Wird der Juckreiz der Haut nicht behandelt, kann der Verlauf auch bei eigentlich harmlosen Ursachen schwerwiegend sein. Wer sich ständig an der Haut juckt, kratzt diese meist auf. So entstehen Eintrittspforten für Bakterien und Pilze, die ungeachtet der ursprünglichen Problematik neue Entzündungen und neuen Juckreiz auslösen können.

Auch Allergien als Auslöser für juckende Haut sollten unbedingt fachärztlich behandelt werden. Unbehandelt könnten weitere Kreuzallergien entstehen. Die Diagnose von juckender Haut gehört in die Hände eines Dermatologen. Auch der Hausarzt kann ein guter erster Ansprechpartner sein, der gegebenenfalls weiterüberweisen kann.

Der Hautarzt betrachtet zur Diagnostik die Haut meistens zunächst unter einer speziellen Lupe und kann so eine genauere Untersuchung vornehmen. Zur Anamnese gehört auch, dass der Arzt Lebensumstände erfragt, z.B. nach bekannten Allergien oder vorausgegangenen Hauterkrankungen. In Sachen Allergien sind zur Diagnostik oft auch spezielle Bluttests oder der so genannte Prick-Test nötig.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von juckender Haut richtet sich nach deren Ursache. Oftmals bestehen diese in einem ungünstigen Lebensstil, so zum Beispiel Rauchen oder unsachgemäße Reinigung der Haut. Hier können schon kleinere Veränderungen das Hautbild und den Juckreiz positiv beeinflussen. Das Rauchen für eine bessere Haut aufzugeben lohnt immer.

Zudem ist gegebenenfalls eine Hautberatung notwendig, bei der untersucht wird, zu welchem Hauttypen man gehört. Trockene Haut benötigt beispielsweise andere Reinigungsprodukte als fettige oder Mischhaut. Sind Allergien die Ursache für juckende Haut, besteht die Basis-Behandlung immer darin, das Allergen möglichst zu meiden. Nicht immer ist das jedoch möglich.

Hier können spezielle Medikamente, die die allergische Reaktion des Immunsystems verhindern, helfen. Diese so genannten Anti-Histaminika sind in den letzten Jahren in ihrer Wirkungsweise stetig verbessert worden, so dass heute bei sachgemäßer Einnahme keine extremen Nebenwirkungen mehr zu erwarten sind.

Betroffene von Neurodermitis brauchen zur Behandlung zunächst eine gute Basispflege der Haut. Nicht immer ist es einfach, hier die richtige Creme zu finden. Auch Versuch und Irrtum haben bei Neurodermitis ihren Raum - oftmals muss man einige Cremes oder Lotionen ausprobieren, bis man eine richtige gefunden hat. Ist die Haut in einem akuten Neurodermitis-Schub und juckt sehr, können auch Cremes mit Kortison zum Einsatz kommen.



Vorbeugung

Vorbeugen kann man juckender Haut durch regelmäßige Reinigung und Pflege. Reinigungsprodukte müssen unbedingt auf den individuellen Hauttypen abgestimmt sein. Ob und inwiefern man Allergien und auch Neurodermitis wirksam vorbeugen kann, ist wissenschaftlich bislang nicht abschließend geklärt.

Kinder, die gefährdet sind, sollten möglichst lange gestillt und vor der Einführung von Beikost vom Kinderarzt beraten werden. Hier muss besonders vorsichtig vorgegangen werden. Bei Hautveränderungen sollte immer ein Hautarzt aufgesucht werden, bevor der Juckreiz unerträglich wird.

Ist die Haut erst einmal sehr aufgekratzt und kommen Superinfektionen dazu, wird die Behandlung umso aufwändiger. Ein frühzeitger Gang zum Dermatologen kann entsprechend eine gute Vorbeugung gravierender Hautprobleme mit Juckreiz sein.

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