Juckende Haut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Juli 2017
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Juckende Haut macht vielen Erwachsenen, aber auch immer mehr Kindern zu schaffen. Bleiben die Symptome unbehandelt, kann juckende Haut die Lebensqualität mindern. Wichtig ist, Ursachen des Juckens frühzeitig zu klären und eine adäquate Therapie einzuleiten. Auch eine Veränderung des persönlichen Lebensstils kann eine Verbesserung bewirken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist juckende Haut?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Juckende Haut an sich ist kein definiertes Krankheitsbild, sondern ein Symptom von vielen möglichen Krankheitsbildern in der Dermatologie. Juckende Haut kann dabei grundsätzlich jeden Menschen, gleich welchen Geschlechts und Alters, treffen. In jüngster Zeit häufen sich die Berichte über Babys und Kinder, die schon unter juckender Haut leiden.

Juckende Haut wird oft mit dem Krankheitsbild Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, in Verbindung gebracht. Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine Erkrankung der Haut, ausgelöst durch Allergene oder andere Reizungen, die rote, raue Hautstellen und starken Juckreiz verursachen. Bleibt ein atopisches Ekzem unbehandelt, können schwere Hautschädigungen und Entzündungen entstehen, die auch auf andere Organe übergreifen können.

Eine juckende Haut kann viele Ursachen haben. Durch Kratzen wird der Juckreiz gelindert, die Haut wird dabei jedoch geschädigt.

Ursachen

Die Ursachen von juckender Haut können vielfältig sein. Immer mehr Menschen leiden heute unter Allergien, die einen Juckreiz auslösen können. Die genaue Entstehung von Allergien ist heute noch wissenschaftlich nicht bis ins Letzte geklärt. Man geht von einer erblichen Komponente aus. So haben beispielsweise Kinder, bei denen ein Elternteil unter einer Allergie leidet, schon ein 40-fach erhöhtes Risiko, ebenfalls an einer Allergie zu leiden.

Aber auch die Lebensumstände können eine Rolle spielen: Rauchen und Arbeiten mit Giftstoffen beispielsweise können Allergien auslösen. Allergien spielen auch eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Neurodermitis. Verschiedene Allergene reizen die oberste Hautschicht, die rot und trocken wird. So ensteht der primäre Juckreiz. Durch das Jucken, wovon man gerade Kinder oftmals kaum abhalten kann, entstehen offene Hautstellen.

Nun haben Bakterien und Pilze leichtes Spiel, die diese Hautstellen nun besiedeln können. Verstärkter Juckreiz ist die Folge. Abgesehen von der Neurodermitis kann juckende Haut aber auch dadurch bedingt sein, dass die Haut zu heiß gewaschen oder generell falsch gepflegt wird. Gerade in den Wintermonaten braucht die Haut je nach individuellem Hauttypen eine nährende, fettreiche Pflege. Bleibt diese aus, beginnt die Haut sich zu schuppen und zu jucken. Auch aggressive Reinigungsgele können den Juckreiz verursachen. Juckreiz kann auch bedingt sein durch Make-Up, welches nicht regelmäßig entfernt wird.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einer juckenden Haut, die sich ohne einen ersichtlichen Grund einstellt, sollte ein Arzt von den Beschwerden berichtet werden. Dies gilt ebenfalls, wenn der Juckreiz über eine längere Zeit von mehreren Wochen oder Monaten anhält. In den Sommermonaten oder durch sportliche Aktivitäten kann ein Juckreiz auf der Haut durch die Schweißbildung und das Tragen von wasserabweisender Kleidung entstehen. In diesem Fall genügt eine ausreichende Körperreinigung und die Kleidung sollte gewechselt werden.

Juckende Haut kann ein Hinweis auf eine allergische Reaktion sein. Ein Arztbesuch ist notwendig, damit über einen Allergietest ermittelt wird, welche Substanzen oder Inhaltsstoffe von Kleidungsstücken dafür verantwortlich sind. Treten weitere Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Apathie oder Müdigkeit auf, ist ein Arzt zu konsultieren. Dies gilt ebenfalls bei Symptomen wie Schwindel, einer allgemeinen Schwäche oder Schlafstörungen. Es liegen Erkrankungen vor, die durch verschiedene Untersuchungen diagnostiziert und behandelt werden müssen.

Wird dem Juckreiz auf der Haut nachgegeben, kommt es häufig durch das Kratzen zu Beschädigungen der einzelnen Hautschichten. Entwickeln sich dadurch Entzündungen, Schmerzen oder Eiter, ist ein Arzt aufzusuchen. Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Beschwerden weiter ausbreiten. Kommt es zu Veränderungen der Haut durch Rötungen, Bläschenbildungen oder Schwellungen, ist ein Arzt zu kontaktieren.

Diagnose und Verlauf

Wird der Juckreiz der Haut nicht behandelt, kann der Verlauf auch bei eigentlich harmlosen Ursachen schwerwiegend sein. Wer sich ständig an der Haut juckt, kratzt diese meist auf. So entstehen Eintrittspforten für Bakterien und Pilze, die ungeachtet der ursprünglichen Problematik neue Entzündungen und neuen Juckreiz auslösen können.

Auch Allergien als Auslöser für juckende Haut sollten unbedingt fachärztlich behandelt werden. Unbehandelt könnten weitere Kreuzallergien entstehen. Die Diagnose von juckender Haut gehört in die Hände eines Dermatologen. Auch der Hausarzt kann ein guter erster Ansprechpartner sein, der gegebenenfalls weiterüberweisen kann.

Der Hautarzt betrachtet zur Diagnostik die Haut meistens zunächst unter einer speziellen Lupe und kann so eine genauere Untersuchung vornehmen. Zur Anamnese gehört auch, dass der Arzt Lebensumstände erfragt, z.B. nach bekannten Allergien oder vorausgegangenen Hauterkrankungen. In Sachen Allergien sind zur Diagnostik oft auch spezielle Bluttests oder der so genannte Prick-Test nötig.

Komplikationen

Im Zusammenhang mit juckender Haut kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Die Komplikationen sind meist ursachenbezogen. Ist die Nesselsucht Ursache für den Juckreiz, kommt es zur typischen Quaddelbildung. Folglich kann auch ein Quincke-Ödem entstehen. Dabei schwillt die Haut, vor allem im Gesicht, auf der Zunge, im Rachen, an den Augenlidern und Lippen an. Betroffene werden heiser und ihre Stimme verändert sich. Im Rachenbereich können die Schwellungen auch lebensbedrohlich ausfallen. Es besteht die Gefahr der Erstickung.

Juckende Haut belastet Betroffene oftmals psychisch. Sind die Gelenke beteiligt, können zudem starke Schmerzen auftreten. Betroffene Hautstellen können sich mit weiteren Erregern wie Bakterien oder Pilzen infizieren. Eine weitere Ursache für juckende Haut ist die Krätze. Betroffene kratzen sich meist sehr oft. Dadurch können Wunden entstehen, die sich in schlimmen Fällen mit Bakterien infizieren können. Folglich kommt es zu einer Superinfektion. Gehören Streptokokken zu den Erregern, sind eine Ausbreitung der Erreger und eine Nierenbeckenentzündung nicht ausgeschlossen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von juckender Haut richtet sich nach deren Ursache. Oftmals bestehen diese in einem ungünstigen Lebensstil, so zum Beispiel Rauchen oder unsachgemäße Reinigung der Haut. Hier können schon kleinere Veränderungen das Hautbild und den Juckreiz positiv beeinflussen. Das Rauchen für eine bessere Haut aufzugeben lohnt immer.

Zudem ist gegebenenfalls eine Hautberatung notwendig, bei der untersucht wird, zu welchem Hauttypen man gehört. Trockene Haut benötigt beispielsweise andere Reinigungsprodukte als fettige oder Mischhaut. Sind Allergien die Ursache für juckende Haut, besteht die Basis-Behandlung immer darin, das Allergen möglichst zu meiden. Nicht immer ist das jedoch möglich.

Hier können spezielle Medikamente, die die allergische Reaktion des Immunsystems verhindern, helfen. Diese so genannten Anti-Histaminika sind in den letzten Jahren in ihrer Wirkungsweise stetig verbessert worden, so dass heute bei sachgemäßer Einnahme keine extremen Nebenwirkungen mehr zu erwarten sind.

Betroffene von Neurodermitis brauchen zur Behandlung zunächst eine gute Basispflege der Haut. Nicht immer ist es einfach, hier die richtige Creme zu finden. Auch Versuch und Irrtum haben bei Neurodermitis ihren Raum - oftmals muss man einige Cremes oder Lotionen ausprobieren, bis man eine richtige gefunden hat. Ist die Haut in einem akuten Neurodermitis-Schub und juckt sehr, können auch Cremes mit Kortison zum Einsatz kommen.



Vorbeugung

Vorbeugen kann man juckender Haut durch regelmäßige Reinigung und Pflege. Reinigungsprodukte müssen unbedingt auf den individuellen Hauttypen abgestimmt sein. Ob und inwiefern man Allergien und auch Neurodermitis wirksam vorbeugen kann, ist wissenschaftlich bislang nicht abschließend geklärt.

Kinder, die gefährdet sind, sollten möglichst lange gestillt und vor der Einführung von Beikost vom Kinderarzt beraten werden. Hier muss besonders vorsichtig vorgegangen werden. Bei Hautveränderungen sollte immer ein Hautarzt aufgesucht werden, bevor der Juckreiz unerträglich wird.

Ist die Haut erst einmal sehr aufgekratzt und kommen Superinfektionen dazu, wird die Behandlung umso aufwändiger. Ein frühzeitger Gang zum Dermatologen kann entsprechend eine gute Vorbeugung gravierender Hautprobleme mit Juckreiz sein.

Aussicht und Prognose

Juckende Haut ist ein Krankheitsbild, das natürlich aus vielen verschiedenen Gründen entstehen kann. Aus diesem Grund sind die möglichen Prognosen ebenso vielseitig, sodass in vielen Fällen eine ärztliche Versorgung unbedingt notwendig ist. Wer in diesem Zusammenhang auf eine Behandlung durch einen Arzt verzichtet, der setzt sich einer großen Gefahr aus. Häufig entsteht durch ständiges Kratzen eine offene Wunde, die anfällig für Entzündungen ist. In einer offenen Wunde können sich Bakterien einnisten, sodass eine schwerwiegende Entzündung entstehen kann. In besonders schlimmen Fällen kann es sogar zur Bildung von Eiterflüssigkeit kommen, sodass dies immer ein Anzeichen für eine deutliche Verschlimmerung ist.

Im weiteren Verlauf kann es zur Entstehung eines Abszesses kommen. Ein Abszess ist ein Hohlraum, der mit Eiter gefüllt ist. Wenn diese Flüssigkeit in den menschlichen Blutkreislauf gelangt, kann es sogar zu einer gefährlichen Blutvergiftung kommen. Auch dieses Krankheitsbild sollte natürlich schnell von einem Fachmann begutachtet und entsprechend behandelt werden. Ist ein Mückenstich die Ursache für die juckende Haut, dann ist von einer positiven Prognose auszugehen. Ähnliches gilt für juckende Haut, die durch das Nutzen des falschen Waschmittels oder durch Sonnenallergie verursacht wird. Nach ein bis zwei Tage verringert sich der Juckreiz.

Bücher über Juckreiz

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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