Gebärmutterhalskrebs

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juli 2016
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Gebärmutterhalskrebs ist eine bösartige Veränderung des Gewebes am Gebärmutterhals. Durch gynäkologische Untersuchungen können etwa 80 bis 90 Prozent der Krankheitsfälle bereits im Frühstadium erkannt und erfolgreich behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs entsteht durch bösartige Veränderungen am Gewebe des Gebärmutterhalses, auch Dysplasie genannt. Die Gewebezellen entwickeln oder bilden sich dabei falsch. Es gibt drei Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses.

Bei einer leichten Dysplasie, auch als CIN I bezeichnet, liegen nur in der oberen Epithelschicht des Gewebes Veränderungen vor. Gibt es bereits Veränderungen in mehreren Epithelschichten, handelt es sich um eine mittelschwere Dysplasie, auch CIN II genannt.

Die dritte Vorstufe, CIN III, ist bereits eine schwere Dysplasie. Dabei finden sich Veränderungen im gesamten Epithel. Frauen, bei denen eine dieser Vorstufen diagnostiziert wird, leiden noch nicht zwangsläufig an Gebärmutterhalskrebs. Jedoch kann sich aus diesen Vorstufen Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

Ursachen

Gebärmutterhalskrebs entsteht überwiegend durch eine Infektion mit HPV (humane Papillomaviren). Es gibt verschiedene Untergruppen dieser Viren, welche die unterschiedlichsten Erkrankungen hervorrufen können.

Vor allem die HPV-Typen 16 und 18 können Krebs auslösen und sind an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt. Gene dieser Viren setzen sich im Erbgut der Zellen des Gebärmutterhalses fest und verursachen so die bösartigen Veränderungen an den Schleimhautzellen.

Die Übertragung von HPV erfolgt durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt. Es gibt einige Risikofaktoren. So können das Rauchen, eine Immunschwäche, die Verhütung mit hormonellen Mitteln, mangelnde Hygiene, Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern, sowie zusätzliche Infekte im Genitalbereich die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs begünstigen.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome bei Gebärmutterhalskrebs:

  • zyklusunabhängige Blutungen

Gebärmutterhalskrebs verursacht, besonders im Frühstadium so gut wie keine Symptome. Auch in weiter fortgeschrittenem Stadium müssen nicht zwangsläufig Beschwerden auftreten. Sofern doch Symptome auftreten, können blutiger und übel riechender Ausfluss, Schmierblutungen nach dem Geschlechtsverkehr oder ungewöhnliche Blutungen außerhalb des Menstruationszyklus oder nach den Wechseljahren auftreten. Auch kann es zu unklaren, Bauch-, Becken- oder Kreuzschmerzen kommen. Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang sind möglich. Außerdem können die Beine auffällig anschwellen.

Alle möglichen Symptome können jedoch auch auf andere Erkrankungen zurückzuführen sein, sodass eine ärztliche Abklärung unbedingt erfolgen sollte. Der Verlauf der Erkrankung entwickelt sich über die verschiedenen Vorstufen. Erfolgt eine Behandlung bereits während der Vorstufen oder wenn sich ein ausgebildeter Tumor noch im Frühstadium befindet, sind die Chancen auf Heilung groß. Ungünstige Heilungschancen bestehen wenn der Gebärmutterhalskrebs bereits Tochtergeschwülste in anderen Bereichen gebildet hat.

Diagnose

Um die Diagnose Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) zu stellen, sind mehrere Untersuchungen möglich, die der Gynäkologe individuell auf die Situation der Patientin abstimmt.

Die gynäkologische Tastuntersuchung und die Kolposkopie gehören zu den ersten Untersuchungen. Dabei erfolgt über die Bauchdecke ein Abtasten, dem sich eine rectovaginale Tastuntersuchung anschließt. Mithilfe eines Kolposkops betrachtet der Gynäkologe im Anschluss den Muttermund, Scheide und den Scheideneingang.

Bei bestehendem Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs entnimmt der Arzt während der Kolposkopie eine Gewebeprobe, die anschließend mikroskopisch untersucht wird. Auf diese Art und Weise lässt sich klären, ob der Tumor bösartig ist. Zudem liefert die Untersuchung Hinweise darauf, inwieweit der Tumor bereits mit dem Bindegewebeverwachsen ist.

Lässt sich der Tumor mittels Kolposkopie nicht gut erkennen, erfolgt unter Narkose eine Ausschabung der Gebärmutterhöhle, die dann in der Regel mit einer Gebärmutterspiegelung einhergeht. Dazu schiebt der Arzt eine Sonde mit Kamera in die Gebärmutterhöhle. Auch während dieser Untersuchung lassen sich Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung entnehmen.

Um zu beurteilen, wo der Gebärmutterhalskrebs liegt und wie weit er ausgebreitet ist, führt der Gynäkologe eine für die Patientin schmerzfreie Ultraschalluntersuchung durch. Diese Untersuchung erfolgt entweder über die Bauchdecke oder transvaginal.

Um die Ausbreitung des Tumors genauer festzustellen, nutzen die Mediziner bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie und MRT.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs richtet sich immer danach, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Auch die Behandlung der Vorstufen ist davon abhängig, wie weit bereits Veränderungen des Gewebes vorliegen. Leichte Veränderungen bilden sich oftmals von alleine wieder zurück. Bei stärkeren Veränderungen muss das auffällige Gewebe entfernt werden.

Bei Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium oder noch kleinen Tumoren reicht in der Regel die Entfernung des veränderten Gewebes.

Ist der Krebs bereits weiter fortgeschritten wird statt einer Operation meist eine Strahlen- oder Chemotherapie angewandt. Um lokal am Gebärmutterhals verändertes Gewebe zu entfernen gibt es verschiedene Möglichkeiten.

So kann das Gewebe beispielsweise mit Hilfe eines Lasers entfernt werden. Reicht eine Laserbehandlung nicht mehr aus, wird häufig eine Konisation vorgenommen. Dabei wird in einem operativen Eingriff ein kegelförmiges Gewebestück aus dem Gebärmutterhals entfernt.

In schwereren Fällen reicht aber oftmals auch eine Konisation nicht aus um den Krebs zu entfernen. In diesen Fällen kann es notwendig sein einen Teil oder die komplette Gebärmutter zu entfernen, um den Gebärmutterhalskrebs zu bekämpfen.



Vorbeugung

Es gibt mehrere Möglichkeiten dem Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen. Der Gebrauch von Kondomen schützt vor der Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs, dem HP-Virus. Darüber hinaus sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine gute Vorbeugung gegen die Erkrankung. Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Der Impfstoff schützt gegen HPV Typ 16 und 18. Auch mit Impfschutz sind dennoch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen unerlässlich, denn es gibt weitere HPV Typen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

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