Kniearthrose

Letzte Aktualisierung am 10. Juli 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Knie sind eine Zone, welche einer enormen Beanspruchung unterliegt und bei krankhaften Auffälligkeiten eine oftmals immense Einschränkung der Mobilität bedeuten. Darüber hinaus unterliegen die Kniegelenke unter bestimmten Umständen einer spezifischen Anomalie, die als Kniearthrose bekannt ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kniearthrose?

Eine Knieathrose ist meistens mit starken Knieschmerzen verbunden.

Den wenigsten medizinisch unbedarften Menschen ist die Kniearthrose unter der Bezeichnung Gonarthrose geläufig. Bei der Kniearthrose oder Gonarthrose geht es um eine Erkrankung der Kniegelenke, die stetig fortschreitet und keine typischen Entzündungszeichen aufweist.

Im Endresultat der unbehandelten Kniearthrose sind die gelenkigen Anteile zerstört, sodass ein bleibender Funktionsverlust die Folge ist. Betroffen sind bei der Kniearthrose die knorpeligen Gewebsanteile.

Ursachen

Nicht bei allen Erkrankten, welche sich mit einer Kniearthrose herumplagen müssen, liegen die ursächlichen Auslöser in körperlichen Gegebenheiten. Die Kniearthrose kann auch durch äußere Kriterien wie mechanische Kräfte bei Unfällen entstehen. Darüber hinaus ist eine Kniearthrose häufig ein normaler Abnutzungsprozess, der insbesondere im höheren Lebensalter an Bedeutung gewinnt.

Durch eine Verschiebung einer ausgeglichenen Belastung der Knie treten progressive Zerstörungen der Knie als Kniearthrose auf und können in diesem Bezug durch ein zu hohes Körpergewicht, einen anhaltende oder ständig wiederkehrende Fehlbelastung oder in Folge einer bestehenden Vorerkrankung als sekundäre Arthrose auftreten.

Im Gegensatz zu einer sekundären Kniearthrose kann die primäre Gelenkszerstörung an den Knien ebenso durch eine genetische Veranlagung begründet sein. Viele, erstaunlicherweise recht junge Patientinnen und Patienten tragen eine Kniearthrose mit sich, welche durch Fehlstellungen der Beine oder der Hüftgelenke hervorgerufen wurde. Da das gesamte Skelettsystem mit dem Halte- und Muskelapparat eine Einheit bildet, können Fehlstellungen der Wirbelknochen auch zu einer Kniearthrose beitragen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Kniearthrose:

Die ungünstigen Veränderungen an den Gelenken eines oder beider Knie durch eine Kniearthrose lösen neben schmerzhaften Beschwerden, die sich zunächst in Grenzen halten und nur gelegentlich oder bei Belastung auftreten, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen aus.

Ein zentraler Hinweis auf eine Kniearthrose sind jedoch die Knieschmerzen. Diese werden weitgehend beim Überwinden von Stufen, nach einer langen sitzenden Tätigkeit oder bei Wetterwechsel bemerkt. Schreitet die Kniearthrose weiter fort und wird nicht behandelt, werden die schmerzen chronisch und zu einer Dauererscheinung. Besonders belastend sind die Gelenkschmerzen bei der Kniearthrose, wenn sich die Betroffenen in Ruhe befinden und keine Belastung der Knie stattfindet.

Diagnose

Kniearthrose - links: gesundes Kniegelenk rechts: allmähliche Zerstörung des Gelenkknorpels (Gelenkverschleiß).

Bei der Diagnostik mit Verdacht auf eine Kniearthrose ziehen die behandelnden Ärzte zuerst die Angaben der Patientinnen und Patienten heran, sodass zunächst klinische Anzeichen erfasst werden können.

In Kombination mit einer Testung der Beweglichkeit und der äußeren Beschaffenheit der Knie kann in der Regel schon eine annähernd richtige Diagnose gestellt werden.

Diese wird durch Röntgenaufnahmen des oder der betroffenen Knie untermauert. Günstig ist zudem eine Untersuchung mit Ultraschall, mit der eindeutige Hinweise auf das Ausmaß und die Lokalisation der Kniearthrose gegeben sind.

Weitere diagnostische Verfahren, welche bei der Kniearthrose in Anspruch genommen werden, sind die Magnetresonanztomographie (MRT), die sogenannte Gelenkspiegelung und die Punktion des Gelenks, falls sich Körperflüssigkeit in den Kniegelenken eingelagert hat.

Komplikationen

Die häufigste Komplikation einer Kniearthrose ist die Entzündung des Gelenks. Im Verlauf der Erkrankung kommt es außerdem zu Komplikationen wie Gelenkschwellungen, Gelenkergüssen und Weichteilentzündungen. Im schlimmsten Fall verändert sich die gesamte Gelenkstruktur – es kommt zur degenerativen Veränderung des Knies. Zudem kann es unter der Knorpelschicht zu einer Verdickung des Knochens kommen. Dadurch werden Bewegungsstörungen begünstigt und die ursprünglichen Beschwerden nehmen zu.

Wird eine Kniearthrose nicht angemessen behandelt, kann die Erkrankung chronisch werden. In der Folge ist die Lebensqualität oftmals beeinträchtigt und es treten Schlafstörungen und andere Beschwerden auf. Bei der Behandlung einer Arthrose sind Komplikationen nicht auszuschließen. Ein operativer Eingriff kann mit Blutungen, Narbenbildung und Sensibilitätsstörungen verbunden sein. Typische Risiken sind außerdem Infektionen und Thrombose. Die verordneten Medikamente rufen oftmals Nebenwirkungen hervor und können im schlimmsten Fall schwere gesundheitliche Komplikationen nach sich ziehen. Bekannte Nebenwirkungen sind beispielsweise Müdigkeit, Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden sowie Reizbarkeit, Brennen und Juckreiz. Gelegentlich begünstigen Arthrose-Medikamente wie Ketoprofen und Diclofenac die Entstehung von Darmgeschwüren.

Behandlung und Therapie

Im Gegensatz zu früheren Behandlungsmethoden werden die Kniegelenke bei einer Kniearthrose gegenwärtig zur Linderung der Schmerzen nicht mehr so häufig punktiert. Dadurch wird das Risiko der Einschleppung von infektiösen Erregern ganz drastisch reduziert.

Bei der Behandlung der Kniearthrose kommt es auf eine gut abgewogene Kombination aus dem Einsatz von Arzneimitteln, krankengymnastischen Übungen und sogenannten physikalischen Anwendungen an. Zu den Leistungen der Physiotherapie gehören bei einer Kniearthrose Behandlungen mit Wärme und Kälte sowie elektrischem Strom und sanften Bewegungsübungen.

Beziehen sich die Fachärzte auf eine Auswahl an Medikamenten, welche die Symptome der Kniearthrose lindern sollen, kommen oral einzunehmende Schmerzmedikamente, kortisonhaltige Injektionen und die Substanzen aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (Ibuprofen in variierenden Stärken und Diclofenac zur Reduzierung der Schmerzen und Entzündungen sowie Ketoprofen)zur Anwendung. Sehr wirkungsvoll sind die lokal eingebrachten Injektionen.

In den meisten Fällen sind bei einer fortgeschrittenen Kniearthrose chirurgische Eingriffe sinnvoll. Diese basieren auf einer Arthroskopie, einer Glättung des Knorpelreliefs oder eine Transplantation von gesundem Knorpelgewebe. Fruchten alle diese Maßnahmen nicht und sind die Betroffenen an ihrer Belastbarkeit und Leidensgrenze angekommen, können operative Methoden wie der Ersatz des oder der Kniegelenke eine optimale Chance darstellen.

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Vorbeugung

Bei der Vorbeugung einer Kniearthrose kommt es auf die Vermeidung aller krankheitsauslösenden Faktoren an. Dies betrifft die Vermeidung von Übergewicht, eine Fehl- und Überbelastung der Knie sowie die Auswahl von fußgerechtem Schuhwerk.

Längere einseitige Positionen im Stehen, Knien oder Sitzen sollten durch ausgeleichende Bewegungsmuster reduziert werden, damit keine Kniearthrose entstehen kann. Darüber hinaus ist eine ausgewogene und teilweise recht spezielle Ernährung bei einer Kniearthrose prophylaktisch bedeutsam.

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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