Steroidakne

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Die Steroidakne ist eine durch Medikamente ausgelöste Akneform. Meist handelt es sich um steroidhaltige Medikamente. Die Symptome der Hautveränderungen verschwinden in der Regel nach Beendigung der Medikation wieder.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Steroidakne?

Bei der Steroidakne handelt es sich um eine Akneform, die meist durch kortisonhaltige Medikamente ausgelöst wird. Allerdings wird die Steroidakne häufig auch als Synonym für den Steroidmissbrauch an Sexualhormonen wie Testosteron verwendet.

Hierbei geht es jedoch um die viel schwerer verlaufende Acne conglobata oder Acne fulminans. Die Acne conglobata hat mit der Steroidakne allerdings nichts zu tun.

Ursachen

Die Steroidakne wird durch eine lokale oder systemische Anwendung von kortisonhaltigen Medikamenten, Cremes und Salben hervorgerufen. Kortison ist ein Steroidhormon, welches im Organismus vielfältige Funktionen ausübt. Es kommt unter anderem bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und Organtransplantationen zur Anwendung. Dabei werden seine immunsuppressiven Eigenschaften ausgenutzt, um Autoimmunreaktionen, allergische Reaktionen und Abstoßungsreaktionen bei Organtransplantationen zu unterdrücken.

Mit kortisonhaltigen Salben und Cremes sollen auch allergisch bedingte Hautkrankheiten wie Neurodermitis und andere Ekzeme behandelt werden. Leider kann es dabei vorkommen, dass Kortison Hautreaktionen in Form von Akne entwickelt. Der Name Steroidakne rührt daher, dass sie meist von steroidhaltigen Medikamenten (Kortison) hervorgerufen wird. Neben Kortison können aber auch Halogene (Schlafmittel), INH (Isoniazid), ACTH (regulierendes Hormon der Hypophyse), Vitamin B und einige Antibiotika auf Tetrazyklinbasis eine Steroidakne auslösen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Steroidakne:

Die Steroidakne äußert sich im Auftreten von zahlreichen dunkelroten Papeln (Knötchen) oder gar entzündlichen und eitrigen Papeln (Papulapusteln). Nach ca. zwei bis drei Monaten entwickeln sich noch Komedonen (Mitesser). Alle Hautveränderungen finden typischerweise auf dem Rücken und auf den Schultern statt. Die Auslösung der Akne kann entweder systemisch oder extern erfolgen. Das heißt, es spielt keine Rolle, ob kortisonhaltige Medikamente eingenommen oder kortisonhaltige Cremes b. z. w. Salben aufgetragen werden.

Die Symptome sind gleich. Nach Absetzen der Medikamente verschwinden die Symptome im Allgemeinen. Es kann aber auch vorkommen, dass sie sich hartnäckig halten. Dann stehen zur Behandlung verschiedene Maßnahmen zur Verfügung.

Diagnose

Bei einer plötzlich auftretenden Akne sollte natürlich zunächst die Ursache abgeklärt werden, um eine möglichst effektive Behandlung einleiten zu können. So wird der Arzt eine Anamnese der Krankengeschichte durchführen. Bei der Anamnese wird es darum gehen, herauszufinden, ob die Hautveränderungen auf Medikamentennebenwirkungen zurückzuführen sind.

Gibt es beispielsweise zeitlich Übereinstimmungen der erstmaligen Anwendung der Medikamente mit dem Auftreten der Akne? Sollte dies der Fall sein, kann der Arzt auch aufgrund der typischen Symptome der Hautveränderungen die Diagnose Steroidakne stellen. Die Diagnosestellung ist deshalb wichtig, damit die Behandlung mit Kortison neu angepasst sowie Vor- und Nachteile der Therapie miteinander abgewogen werden kann.

Behandlung und Therapie

Die einfachste Möglichkeit, die Steroidakne zu behandeln, besteht in der Absetzung der kortisonhaltigen Medikamente. In den meisten Fällen verschwinden dann auch die Symptome der Akne. Nur in wenigen Fällen bleiben die Hautveränderungen weiter bestehen. Allerdings ist es nicht immer möglich, die Therapie mit Kortison abzubrechen. Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen oder mit Organtransplantationen sind auf Kortison angewiesen.

Auch schwere Fälle von Allergien, die vor allem mit asthmatischen Anfällen verbunden sind, können nur mit Kortison behandelt werden. In all diesen Fällen lässt es sich nicht umgehen, die Steroidakne in Kauf zu nehmen. Nur wenn es medizinisch vertretbar erscheint, kann die Therapie mit Kortison entweder reduziert oder gar abgesetzt werden. Dann sollten innerhalb weniger Wochen auch die Symptome der Steroidakne verschwinden. In den meisten Fällen erfolgt dann auch eine Spontanheilung.

Wenn die Akne jedoch hartnäckig bestehen bleibt, müssen andere Maßnahmen zur Behandlung ergriffen werden. Zunächst wird versucht, durch lokalen Einsatz von Retinoiden die Akne zurückzudrängen. Retinoide sind Wirkstoffe, die dem Vitamin A ähneln. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Elektrokauterisation. Bei diesem Verfahren wird durch elektrischen Strom Hitze erzeugt, die das betroffene Hautgewebe zerstört. Das zerstörte Hautgewebe wird dann operativ entfernt.

Bei einem anderen Verfahren wird extreme Kälte angewendet, um die betreffenden Hautstellen abzutöten. Dabei werden intrazellulär Eiskristalle gebildet, welche die entsprechende Nekrose der erkrankten Haut hervorrufen. Dann erfolgt die Entfernung der erkrankten Hautpartie. Des Weiteren können durch die sogenannte Dermabrasion die obersten Hautschichten bis zu den Blutgefäßen der Haut abgetragen werden. Das erfolgt durch rotierende diamantbesetzte Schleifköpfe. Dabei werden die Hautpartien durch gleichmäßige Bewegungen des Schleifkopfes bei konstanter Geschwindigkeit abgeschliffen. Das führt zu einer gleichmäßigen Schleiftiefe über das gesamte Areal.

Während der Behandlung wird ständig mit einer isotonen Kochsalzlösung gekühlt. Nach dem Abschleifen muss der behandelte Hautabschnitt mit sterilem Material verbunden werden, um Infektionen zu vermeiden. Zur Aknetherapie gehört auch die ständige Aknetoilette mit Entfernung von Mitessern und Zysten.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Steroidakne gehört es, Behandlungen mit Kortison und anderen Medikamenten auf das Notwendigste zu reduzieren. Sollte das jedoch nicht möglich sein, können symptomatische Behandlungen dazu beitragen, dass sich die Symptome nicht verstärken. Des Weiteren sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, alternative Arzneimittel anzuwenden.

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