Rückenzerrung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2016
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Rückenzerrungen sind in den meisten Fällen auf eine geschwächte Muskulatur zurückzuführen, die häufig die Folge von zu wenig Bewegung ist. Eine Behandlung ist meist auf konservativem Wege möglich. Operation oder schwere Eingriffe werden nur in akuten Einzelfällen nötig. Die Zerrungen sind durch ausreichend Sport sowie eine gezielte Stärkung der Rückenmuskulatur vorbeugbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rückenzerrung?

Bei einer Zerrung des Rückens handelt es sich im Wesentlichen um eine Überdehnung der Rückenmuskulatur. Diese wurde – aus welchen Gründen auch immer – über das physiologisch hinnehmbare Maß hinaus gedehnt. Das führt in der Regel zu starken Schmerzen, die als stechend oder pochend wahrgenommen werden. Sie können sich allerdings auch als krampfartig darstellen. Das gilt vor allem bei akuten Muskelzerrungen. Bei einigen Betroffenen kann es infolge der Zerrung auch zu einer Erhöhung der Körpertemperatur im Rückenbereich kommen. Die Beweglichkeit ist in starkem Maße eingeschränkt. Eine Behandlung ist notwendig, weil es ohne sie zu einer drastischen Intensivierung der Symptome kommt, sodass sonst nicht nötige medizinische Eingriffe vorzunehmen sind.


Ursachen

Die Mehrheit der Zerrungen ist auf eine schlecht ausgebildete Rückenmuskulatur zurückzuführen. Hierdurch ist der einzelne Muskel weniger belastbar. Er lässt sich nur geringfügig dehnen, was das Verletzungsrisiko wesentlich erhöht. So kommt es häufig vor, dass sich Menschen eine Rückenzerrung zuziehen, wenn sie sich vermehrt bewegen. Aus diesem Grund ziehen sich viele Betroffene die Zerrung zu, wenn sie schwere Gegenstände heben oder sportlich aktiv sind.

Vor allem beim Sport ist auf eine ausreichend lange Angewöhnungsphase zu achten, in der die Belastung nur langsam ansteigen darf. Die Muskulatur muss sich an die neuen Aktivitäten erst noch gewöhnen und so ihre Dehnbarkeit steigern. Theoretisch denkbar ist es auch denkbar, dass die Muskelzerrung auf einen ausgeprägten Vitaminmangel zurückzuführen ist. Auch eine angeborene Muskelschwäche kann eine potenzielle Ursache sein. Allerdings ist das äußerst selten.


Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose Muskelzerrung kann üblicherweise allein aufgrund der Symptome gestellt werden, weswegen auch der Hausarzt in der Lage ist ohne Überweisung einen sicheren Befund zu liefern. Insbesondere stark zunehmende Schmerzen, Muskelkrämpfe, eine Verhärtung des Muskels sowie eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit gelten als deutliche Hinweise auf eine Rückenzerrung. Die aus den Symptomen abgeleiteten Verdachtsmomente werden durch ein ausführliches Abtasten untermauert.

Ergänzend kann auch die Durchführung einer Funktionsanalyse notwendig sein. Technische Diagnosemaßnahmen wie Computertomographien (kurz: CT), Magnetresonanz- bzw. Kernspintomographien (kurz: MRT) oder Ultraschalluntersuchungen sind nur selten notwendig, um eine Zerrung im Rückenbereich zu diagnostizieren. Sie kommen nur zum Einsatz, wenn sich der behandelnde Arzt außerstande sieht auf anderem Weg zu einer belastbaren Diagnose zu gelangen.


Behandlung und Therapie

Unmittelbar nach Auftreten der Zerrung ist es wichtig, die betroffenen Stellen zu kühlen. Hierzu eignen sich Eis oder spezielle Kühlbeutel. Diese sollten in regelmäßigen Abständen aufgelegt werden. Als Turnus eignen sich etwa 15 Minuten. Nach jeder Kühlphase muss eine kurze Pause eingelegt werden, um ein Zusammenziehen der Blutgefäße zu vermeiden. Aus diesem Grund ist das Kühlmittel auch niemals direkt auf den Körper zu legen. Es sollte stets ein Tuch zwischen Körper und Kühlmittel gelegt werden.

Die eigentliche Behandlung der Muskelzerrung beginnt üblicherweise mit einer Ruhigstellung der betroffenen Muskelgruppen. Diese sollten nach Möglichkeit gar nicht oder zumindest nur sofern unbedingt notwendig bewegt werden. Diese Ruhephase beträgt in der Regel einige Tage. Danach sind zumindest leichte Bewegungsvorgänge erlaubt und sogar notwendig, um einen Heilungserfolg herbeizuführen. Denn durch die Bewegung kann der Muskel entkrampft, also gelockert werden. In dieser Phase ist keine Kühlung mehr notwendig. Hier kann Wärme den Heilungserfolg beschleunigen, sodass z. B. Whirlpoolbesuche ratsam sein können.

Ein Arzt wird in akuten Fällen einen Physiotherapeuten hinzuziehen, der durch spezielle Massagen die Auflockerung der Muskeln beschleunigt. Außerdem können in Rahmen der Physiotherapie Ansätze zur Stärkung der Rückenmuskulatur erarbeitet werden, sodass Prävention betrieben werden kann. Aus diesem Grund kann sich auch das eigenständige Aufsuchen eines Physiotherapeuten lohnen. Die Kosten sind dann allerdings eigenständig zu tragen.

Ein medizinischer Eingriff ist nur notwendig, wenn sich die Zerrung auf anderem Wege nicht behandeln lässt. In Betracht kommen etwa die Vergabe von Spritzen (häufig mit Muskelrelaxantien) oder die Einnahme von Medikamenten. Diese werden hauptsächlich verabreicht, um die Beschwerden der Zerrung zu lindern. Sie dienen damit nicht unbedingt kurativen Zwecken, sondern primär einer symptomatischen Behandlung.



Vorbeugung

Langjährige Behandlungspraktiken bestätigen den Befund in der Literatur, dass sich Rückenzerrungen durch gezieltes Training vorbeugen lassen. Ein abgestimmtes Trainingskonzept stärkt dabei die Rückenmuskulatur besonders. Hierbei ist allerdings auf ausreichende Pausen zu achten. Auf keinen Fall darf zu schnell zu intensiv trainiert werden. Andernfalls kann es zu einer akuten Intensivierung der Symptome kommen. Als rückenstärkende Sportarten gelten u. a. mäßiges Gewichtheben und Schwimmen.

Neben der Stärkung der Rückenmuskulatur gehen aber auch von einer starken Bauchmuskulatur positive Effekte aus. Daneben haben Sportarten wie Fuß- oder Handball und Radfahren zumindest mittelbar einen positiven Effekt auf die Rückenmuskulatur. Denn durch sie kommt es zu einer allgemeinen Verbesserung der körperlichen Gesundheit, einem Gewichtsverlust sowie einem gesteigerten Maß an Bewegung.

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