Muskelverhärtung Rücken

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Dezember 2016
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Unter einer Muskelverhärtung wird eine Verspannung der Muskulatur verstanden. Sie zeigt sich oft als Muskelverhärtung im Rücken und wird durch das ständige Anspannen der Rückenmuskeln hervorgerufen. Dabei kommt es häufig zu unangenehmen Beschwerden, die sogar bis in andere Körperregionen ausstrahlen können. Das Risiko einer Muskelverhärtung im Rücken steigt mit zunehmendem Lebensalter.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Muskelverhärtung im Rücken?

Mediziner bezeichnen eine Muskelverhärtung im Rücken als Myogelose. Gemeint ist damit eine klar einzugrenzende örtliche Veränderung an den Muskeln, die sich ertasten lässt. Liegt ein großflächiger gesteigerter Spannungszustand der Muskulatur vor, ist von einem Muskelhartspann die Rede. Dabei verspannen sich die Muskelfasern und die Muskeln sind nicht mehr in der Lage, selbst für eine Entspannung zu sorgen, wodurch es zu einer Verhärtung kommt. Die Muskelverhärtung hat wiederum im Muskel eine reduzierte Blutzirkulation zur Folge, was sich durch Einschränkungen der Bewegungsfreiheit bemerkbar macht. Nicht selten entsteht zudem eine Entzündung. Neben dem Rücken sind auch Nacken und Schulter häufig von einer Muskelverhärtung betroffen.

Ursachen

Für eine Muskelverhärtung im Rücken sind verschiedene Auslöser verantwortlich. In den meisten Fällen tritt sie durch eine chronische Überanstrengung oder Überlastung der Rückenmuskeln auf, die Stoffwechselveränderungen nach sich zieht. Werden die Muskeln zu lange oder zu intensiv belastet, hat dies eine Gefäßkompression zur Folge. Dadurch kommt es wiederum zu einer schlechteren Blutversorgung der betroffenen Muskeln. Weil der Stoffwechsel der Muskeln in Mitleidenschaft gezogen wird, erhalten die Muskelzellen weniger Sauerstoff. Außerdem erfolgt ein schlechterer Abbau von Stoffwechselprodukten. Infolgedessen bildet sich eine Schwellung und die Spannung der Muskelfasern wird stärker. Dieser Vorgang bewirkt schließlich eine Verhärtung des Muskels.

Der Muskelhartspann im Rücken wird hingegen durch eine Reflexantwort auf einen Reiz hervorgerufen. In manchen Fällen sind aber auch Verletzungen oder Fehlhaltungen die Ursache für einen Muskelhartspann. Häufigster Auslöser einer Muskelverhärtung ist nicht ein Mangel an Bewegung, sondern ein Übermaß an sportlichen Aktivitäten. Daher zeigt sich eine Muskelverhärtung oftmals durch Überdehnung, Überforderung oder einseitig verlaufende Belastungen der Rückenmuskeln. Dies ist häufig bei sportlichem Training oder Wettbewerben der Fall.

Bemerkbar machen sich verhärtete Muskeln im Rücken durch wulstartige oder knötchenförmige Verhärtungen. Außerdem leiden die betroffenen Personen unter einem starken Spannungsgefühl in den Muskeln. Im weiteren Verlauf setzen Druckempfindlichkeit, Kraftverlust sowie Schmerzen beim Anspannen der Muskulatur ein. Tritt eine Muskelverhärtung wiederholt auf, erhöht dies die Gefahr einer Zerrung oder eines Muskelfaserrisses.

Im Falle eines Muskelhartspanns macht sich ein drückender und dumpfer Dauerschmerz bemerkbar. Nimmt der Betroffene bestimmte Haltungen ein, verschlimmert dies den Schmerz noch. Mitunter sind auch bestimmte Verhaltensweisen für das Entstehen von Muskelverhärtungen im Rücken ursächlich. So gilt eine vernachlässigte Rückenmuskulatur als anfällig für die Beschwerden. Ebenfalls problematisch sind falsche Haltungen bei der Arbeit oder das Anheben von schweren Lasten. Neben Sportverletzungen kommen zudem verschiedene Erkrankungen für das Auftreten von Muskelverhärtungen im Rücken infrage. Dazu gehören Arthrosen, eine Myositis, Störungen des Stoffwechsels, Durchblutungsstörungen, Haltungsschäden und Schlafprobleme.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Hält die Muskelverhärtung im Rücken auf Dauer an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Als beste Anlaufstelle für Beschwerden dieser Art gilt der Orthopäde. Die Diagnose ist für den Arzt nicht immer leicht, weil auch andere Auslöser wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall für die Beschwerden in Betracht kommen. Handelt es sich um einen chronischen Verlauf, können auch andere Schmerzauslöser verantwortlich sein. In der Medizin ist dann von einem multifaktoriellen Geschehen die Rede.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, geht der behandelnde Arzt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten durch. Im Anschluss daran nimmt der Mediziner eine Tastuntersuchung des Rückens vor. Erfahrene Orthopäden können die verantwortlichen Muskeltrigger problemlos erkennen. Diese reagieren schmerzhaft und lassen sich im Gewebe leicht verschieben. Schon geringfügiger Druck auf sie genügt, um unangenehme Schmerzen auszulösen- Durch eine fachgerechte Behandlung nehmen die Muskelverhärtungen im Rücken einen günstigen Verlauf. In manchen Fällen kann sich aber auch eine Entzündung hinter ihnen verbergen, wodurch sich die Therapie schwieriger gestaltet.

Behandlung und Therapie

Ziel einer Behandlung der Muskelverhärtung im Rücken ist die Bekämpfung der Schmerzen sowie die Wiederherstellung der Beweglichkeit. Liegt keine Entzündung vor, stehen unterschiedliche Therapiemaßnahmen zur Verfügung wie spezielle Massagen, die Anwendung von Wärme, zu der Bestrahlungen mit Rotlicht, Wärmepackungen oder Saunabesuche gehören, sowie Dehnungsübungen. Zur Lockerung der schmerzenden Muskelfasern eignen sich überdies eine Hydrobehandlung oder eine Elektrotherapie.

Je nachdem, welche Ursache für die Muskelverhärtung verantwortlich ist, gelten auch krankengymnastische Übungen sowie eine Ergotherapie als sinnvoll. Mit diesen Methoden lassen sich die Muskeln stärken und die Bewegungsfähigkeiten verbessern. Darüber hinaus verschaffen sie dem Patienten die Gelegenheit, fehlerhafte Bewegungs- und Haltungsmuster zu ermitteln, wodurch er sie verändern kann.

Eine sinnvolle begleitende Therapieform ist die Akupunktur. So lindert sie die Schmerzen und fördert die Durchblutung der Muskeln. Zu den bewährten Behandlungen zählt außerdem die Triggerpunkt-Therapie. Mit diesem Verfahren besteht die Möglichkeit, dauerhaft beeinträchtigte Muskelfasern zu deaktivieren, wobei eine punktuelle Therapie des betroffenen Muskels erfolgt. Die Triggerpunktbehandlung umfasst physiotherapeutische Maßnahmen, Injektionen mit lokalen Betäubungsmitteln sowie eine Stoßwellentherapie.

Liegt eine Entzündung der Rückenmuskeln vor, erhält der Patient schmerzstillende Medikamente. Zur Unterstützung der Behandlung eignen sich außerdem Massagen und heiße Bäder. Zeigen sich die Myogelosen beim Training wiederholt, sollte eine konsequente Fehleranalyse stattfinden, um eine wirksame Umstellung vorzunehmen, damit die lästigen Beschwerden wieder zurückgehen können. Im Falle einer erfolgreichen Therapie bilden sich die Muskelverhärtungen im Rückenbereich wieder zurück und verschwinden bestenfalls komplett. Dadurch erhalten die behandelten Körperstellen wieder mehr Geschmeidigkeit und können sich optimal an das Gewebe anpassen.



Vorbeugung

Um Muskelverhärtungen im Rücken gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte vor sportlichen Aktivitäten regelmäßig ein konsequentes Aufwärmen erfolgen. Ebenfalls hilfreich sind spezielle Dehnübungen des Rückens. Im Falle einer spontanen Myogelose muss das Training unterbrochen werden, weil ein verstärktes Muskelverletzungsrisiko vorliegt.

Zur Vermeidung von schmerzhaften Fehlhaltungen im Berufsleben empfiehlt es sich, den Computerarbeitsplatz ergonomisch zu gestalten.

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