Müde Beine

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Müde Beine

Müde Beine sind ein bekanntes Alltagsphänomen, das viele Menschen schon einmal erlebt haben. Meistens tritt dieser Zustand nach einer starken körperlichen Belastung auf. Das Kribbeln kann jedoch auch das Anzeichen von Venenschwäche sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind müde Beine?

Müde Beine äußern sich normalerweise durch ein unangenehmes Gefühl der Schwere. Die Beine jucken oft und es kann auch zu Schmerzen kommen. Betroffene schaffen es meistens nicht, längere Strecken ohne Pausen zurückzulegen oder einige Zeit im Stehen zu verbringen. Als Grund wird oftmals erwähnt, dass sich die Beine sehr schwer anfühlen. Die Müdigkeit kann an verschiedenen Stellen auftreten. Besonders häufig betroffen sind Waden, Oberschenkel und Füße.

Hervorgerufen werden die Probleme durch langes Stehen und Sitzen im Auto oder Flugzeug. Weitere Faktoren sind Bewegungsmangel, einseitige Belastung, Schwangerschaften sowie Flüssigkeitsmangel. Die meisten Patienten sind Frauen und in den letzten Jahren verbreiten sich die Symptome zunehmend unter jungen Menschen. Das generelle, zugrunde liegende Problem ist ein Blutstau in den Venen. Dieser sollte nach seiner Diagnose behandelt werden, da ansonsten das Risiko schwerwiegender Krankheiten zunimmt.

Ursachen

Hinter müden Beinen steckt oftmals eine Venenschwäche. Diese ist meist angeboren oder auf eine Schwäche des Bindegewebes zurückzuführen. Begünstigend wirkt ebenso ein ungesunder Lebensstil aus einer Kombination von Übergewicht, schlechter Ernährung, mangelnder Bewegung, zu wenig Flüssigkeit und hohem Tabakkonsum. Liegt eine Venenschwäche vor, so sind die Blutgefäße erweitert, wodurch die Venenklappen nicht mehr dazu in der Lage sind, einwandfrei zu schließen.

Normalerweise sorgen die Venenklappen dafür, dass das Blut nicht in die Beine zurückfließt, sondern weiter zum Herzen transportiert wird. Arbeiten sie jedoch nicht mehr optimal, erliegt das Blut der Schwerkraft und strömt wieder in Richtung des Fußes. Das Blut staut sich in den Venenabschnitten, wodurch diese sich nach einiger Zeit erweitern, weil sie es nicht mehr schaffen, dem Druck standzuhalten. Nach Außen hin sind die geweiteten Venen als Besenreiser oder Krampfadern erkennbar. Die Beine jucken, kribbeln und es kann zu stechenden Schmerzen kommen. Manchmal sind die Knöchel geschwollen oder es existieren Ödeme an Bein oder Fuß.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Veneninsuffizienz beginnt dann, wenn die Venenklappen allmählich ausleiern und nicht mehr richtig schließen. Das Blut staut sich in zunehmendem Grad wodurch Flüssigkeit ins Gewebe austreten kann. Die Haut leidet unter einer Mangelversorgung mit Nährstoffen. In späteren Stadien entwickelt sich eventuell eine chronische venöse Insuffizienz, die auch durch Schwellungen und Hautveränderungen nach Außen getragen wird. Diese tritt jedoch normalerweise erst nach einigen Jahren auf.

Bei der Diagnose hilft die Existenz von äußerlichen Merkmalen, also Besenreisern und Krampfadern. Zudem werden die Beine auf Schwellungen und braune Flecken hin untersucht und intensiv abgetastet. Ein Ultraschall gibt Auskunft über den Zustand der Venenklappen. Darüber hinaus sollte festgelegt werden, seit wann die Venenschwäche besteht. Dies lässt sich erkennen, indem der Blutstrom innerhalb der Vene sichtbar gemacht wird. Die Dopplersonografie liefert hier wichtige Informationen. Gleichzeitig kann der Arzt erkennen, ob Blutgerinnsel den Blutstrom einschränken.

Behandlung und Therapie

Die Therapie hängt von der Schwere der Venenschwäche ab. Das Ziel der Behandlung ist es, den Blutfluss und die Venen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Venenklappen müssen wieder besser schließen und das Blut optimal weiter zum Herzen befördern können. Helfen können hier eng sitzende Kompressionsstrümpfe, welche die Venen intensiv zusammendrücken, wodurch verhindert wird, dass das Blut zurückfließt. Kompressionsstrümpfe werden in unterschiedlichen Stärken angeboten, die sich an das Stadium der Venenschwäche anpassen lassen.

Wichtig ist regelmäßige Bewegung zur unterstützenden Therapie. Muskeln üben ebenfalls Druck auf die Venen aus und wirken somit unterstützend. Wenn die Venenerkrankung sich bereits durch andere Symptome, wie zum Beispiel Ödeme, äußert, so müssen auch diese behandelt werden. Ödeme sind Wassereinlagerungen zwischen den Zellen, die durch entwässernde Medikamente reduziert werden können.

Besenreiser sind gesundheitlich nicht bedenklich, weshalb sie normalerweise nicht entfernt werden. Anders sieht das bei Krampfadern aus. Hier werden die entsprechenden Abschnitte der Venen entnommen. Eine weitere Möglichkeit ist die Modifizierung der Venenklappen. Sobald schwere Beine auftreten, ist es angebracht, die Füße hochzulagern, damit dem Blut die Möglichkeit genommen wird, zurückzuströmen. Hilfreich sind ebenfalls Wechselduschen aus warmen und kaltem Wasser.

Rezeptfreie Medikamente gegen Muskelbeschwerden


Vorbeugung

Müde Beine entstehen durch überbelastete Venen. Eine Überbelastung macht sich nach langem Stehen oder Sitzen bemerkbar, weshalb es wichtig ist, beides über längere Episoden zu vermeiden. Stattdessen sollte regelmäßige Bewegung in den Alltag integriert werden. Eine Venenschwäche tritt oft durch genetisch bedingt auf.

Sind bereits Familienmitglieder betroffen, so ist es ratsam, die Beine in Ruhephasen hochzulegen, auch wenn keine Beschwerden existieren. Sonnenbäder und Sauna sollten reduziert werden, da Wärme die Venen weitet, wodurch das Blut vermehrt zurück in die Beine strömt. Leichte, kreisend ausgeübte Massagen können die Venen ebenfalls entlasten und sind präventiv für Menschen geeignet, die einen großen Teil des Tages im Sitzen oder Stehen verbringen.

Bücher über Müdigkeit & Vitalisierung

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Müde Beine?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?