Sehnenriss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. Dezember 2014
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Ein Sehnenriss ist der Einriss einer Sehne infolge plötzlicher Überbelastung der Sehne oder abrupter Bewegungen und Verdrehungen. Bei starker Belastung reißt die Sehne komplett vom Knochen. Ein Sehnenriss betrifft überwiegend die stark beanspruchten Sehnen in Armen und Beinen, insbesondere die in Gelenknähe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Sehnenriss?

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Bei einem Sehnenriss kommt es zu einem ruckartigen Zerreißen der Sehne. Vor allem im Rahmen einer plötzlichen Überbelastung kommt es nicht selten zu dieser Art von Verletzung. Im menschlichen Körper bilden Sehnen die Verbindung zwischen Muskel und Knochen und sind daher für die Übertragung der Muskelkraft entscheidend.

Bei einem Sehnenriss ist in der Regel ein knallartiges Geräusch zu hören, zudem treten starke Schmerzen und Schwellungen auf. Oftmals ist auch eine Delle im Bereich des Risses festzustellen. Die Funktionalität ist eingeschränkt; der betroffene Muskel ist nicht mehr oder nur bedingt beweglich, er lässt sich etwa nicht mehr aktiv strecken und beugen. Bei einem Teilriss bzw. Anriss treten ebenfalls starke Schmerzen auf, der Muskel lässt sich jedoch noch bewegen.

Ursachen

Ein Sehnenriss tritt überwiegend beim Sport auf. Schließlich übertragen die Sehnen die Muskelkraft auf das Skelett.

Da sie aus zugfesten kollagenen Faserbündeln bestehen, sind sie jedoch nur wenig dehnbar, sodass die Sehnen bei maximaler Spannung starken Belastungen wie einem Tritt oder Aufprall nicht standhalten können, überdehnt werden und schließlich reißen.

Eine Vorschädigung der Sehnen wie eine Sehnenentzündung oder Sehnenscheidenentzündung erhöht das Risiko eines Sehnenrisses. Zudem steigt die Gefahr einen Sehnenriss zu erleiden ab dem 30. Lebensjahr, da durch eine degenerative Veränderung die Elastizität der Sehnen abnimmt und diese damit anfälliger für Überdehnungen und Einrisse sind.

Bei bestimmten Sportarten wie Laufen, Tennis, Fußball und Skifahren ist das Risiko außerdem höher, da hier die wegen der eingeschränkten Durchblutung für Verletzungen anfällige Achillessehne besonders beansprucht wird. Ruckartige Bewegungen, Verdrehungen und Prellungen können hier somit bei übertriebenen Belastungen zum Sehnenriss führen. Die Strecksehnen der Fingerendgelenke sind ebenfalls durch Sportarten wie Handball und Volleyball oft von Sehnenrissen betroffen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Sehnenrisses:

Sofern es zu einem totalen Sehnenriss kommt, nehmen die Betroffenen oftmals ein lautes Knallgeräusch wahr. Das Geräusch geht in der Regel mit einem sehr starken und stechenden Schmerz einher. Resultierend aus den Schmerzen sind die Betroffenen in ihrer Bewegungsfähigkeit spürbar beeinträchtigt. Der Sehnenriss wird durch eine Schwellung sowie einen Bluterguss deutlich sichtbar. Bei einem teilweisen Riss der Sehne lässt der anfängliche Schmerz relativ schnell nach. Die Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit ist darüber hinaus nicht so stark ausgeprägt wie bei einem totalen Riss. Äußerlich ist nur eine leichte Beule auf der Haut zu sehen.

Sofern es zu einem Sehnenriss kommt, hängt der Krankheitsverlauf maßgeblich von der gewählten Therapie ab. So kann beispielsweise im Rahmen einer Operation die Bewegungsfähigkeit wieder vollständig hergestellt werden. Trotz einer umfangreichen Therapie kann es jedoch zu immer wiederkehrenden Schmerzen im betroffenen Bereich kommen.

Diagnose

Einen Sehnenriss oder Sehnenruptur diagnostiziert meistens der Unfallarzt. Die Patienten berichten von einem plötzlich aufgetretenen, stechenden Schmerz nach einer mechanischen Krafteinwirkung. Beim Abriss der Sehne konnte der Patient meistens sogar einen peitschenartigen Knall hören. Typischerweise handelt es sich um einen Sportunfall, der durch einen Schlag, Tritt oder Überdehnung entstanden ist. Bei einer solchen Entstehungsgeschichte hat der Arzt schon einen Verdacht auf eine Sehnenruptur. Er versucht, durch eine Palpation (Abtastung) seine Vermutung zu bestätigen.

Je nach Lage des Abrisses kann die Lücke im Verlauf der Sehne schon erspürt werden. Zusätzlich zeigt sich, dass der Patient die betroffene Gliedmaße in eine Richtung nicht mehr bewegen kann. So ist entweder die Fähigkeit zur Beugung oder zur Streckung nicht mehr vorhanden. Zusätzlich ist ein Hämatom (Bluterguss) entstanden, das in Abhängigkeit der Lokalisation auch äußerlich sichtbar ist. Deutliches Zeichen dafür ist eine starke Schwellung. Über Schmerzen klagt der Patient ohnehin.

Nicht immer sind die Symptome eindeutig, weil die Sehnenruptur nicht in allen Fällen vollständig ist. Besonders bei einem Teilabriss sind daher bildgebende Diagnoseverfahren erforderlich. So kann eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) schon sichere Indizien für einen teilweisen Sehnenabriss liefern. Genauer sind oft Röntgenaufnahmen in verschiedenen Ebenen. Daneben kann im Bedarfsfall eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT, MRI, NMR) wichtige Einzelheiten darstellen.

Behandlung und Therapie

Sehnenrisse sollten unmittelbar nach der Verletzung nach der PECH-Regel behandelt werden: Die betroffene Stelle muss sofort ruhig gehalten und gekühlt werden, um Schwellungen und Schmerzen entgegenzuwirken. Das Anlegen eines Druckverbandes mit mäßiger Spannung kann ebenso helfen. Zudem sollte der betroffene Körperteil hochgelagert werden, um ebenfalls Schmerzen und Schwellungen zu lindern.

Bei Verdacht auf einen Sehnenriss muss außerdem eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Funktionstest und Röntgenuntersuchungen lassen auf die genaue Verletzung schließen. Liegen die Sehnenenden dicht beieinander, muss nicht zwingend operiert werden, da diese alleine zusammenwachsen können.

Bei komplizierteren Verletzungen, bei denen etwa auch Knochenteile mit ausgerissen wurden, oder bei Leistungssportlern ist jedoch eine Operation oftmals unausweichlich.

Dabei werden die Sehnenstümpfe mit Hilfe einer bestimmten Nahttechnik miteinander vernäht. Anschließend wird die betroffene Stelle mittels Schiene oder Gipsverband für vier bis sechs Wochen fixiert.

Außerdem werden abhängig vom Ausmaß der Verletzung entzündungshemmende Medikamente verschrieben, um Entzündungen und chronische Folgezustände wie etwa chronische Sehnenentzündungen zu vermeiden.

Nach der Operation kann schon recht schnell mit der Krankengymnastik begonnen werden, um den Heilungsprozess zu fördern. Wichtig ist jedoch, dass die Sehne nach einem Sehnenriss über einen gewissen Zeitraum bis zu vier Monaten nicht voll belastet wird und das Training nur langsam gesteigert wird.

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Vorbeugung

Einem Sehnenriss kann durch intensives Aufwärmen sowie einem abschließenden Cool Down und entsprechenden Dehnübungen (Stretching) wirkungsvoll vorgebeugt werden. So werden die Sehnen elastischer, flexibler und schließlich dehnbarer. Dadurch sind sie weniger anfällig für Überdehnungen bzw. Rupturen (Risse). Elastische Bandagen oder Tape-Verbände (Verband aus Pflasterklebeband) können ungewünschte und unnatürliche Bewegungen verhindern. Dadurch werden die Sehnen beim Sport unterstützt und stabilisiert und schützen so vor übermäßiger Belastung und Sehnenrissen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Yuliya kommentierte am 28.01.2015 um 09:48 Uhr

Ich habe mir vor 7 Wochen einen Sehnenriss zugezogen. Er wurde vom Arzt im Krankenhaus nicht erkannt und ich arbeitete weiter trotz der Schmerzen. Am 16.12 bin ich dann noch mal zum Arzt, der war der Meinung, dass es eine Überdehnung ist. Daraufhin wurde mir eine Schiene angelegt. Weiterhin ging ich zur Arbeit. Aber auch 2 Wochen später wurde es nicht besser. Also bin ich noch mal zum Arzt, der meinte: Sehnenriss - jetzt muss operiert werden! Kann ich bis zum Operations-Termin noch arbeiten gehen? Ist der Finger noch zu retten?

Gerry kommentierte am 23.02.2015 um 15:16 Uhr

Bei mir die gleiche Geschichte am Fuß. Ich arbeitete bis zum OP-Tag und es sind jetzt 6 Wochen seit der OP vergangen. In einer Woche beginne ich wieder als Teilzeit-Lehrerin zu arbeiten. Mein Fuß ist abends noch immer geschwollen, aber Schmerzen habe ich fast keine mehr. Ich mache 2x wöchentlich Krankengymnastik. So richtigen Sport darf ich erst ab Juli machen. Aktuell ist es mir lediglich gestattet leicht in die Pedale des Hometrainers zu treten. Gute Besserung!

Nicole kommentierte am 15.03.2015 um 15:31 Uhr

Ich hatte am 17.4.2014 ein Arbeitsunfall. Kein Arzt erkannte das Problem. Ich arbeitete unter Schmerzen und ständigem Wegknicken des Fußes weiter. Im September holte ich mir eine zweite Meinung und habe danach nochmal 4 Wochen auf eine OP gewartet. Es wurde ein Sehnen- und Bänderriss nach Bröström-Methode behoben. Danach wurde der Fuß wochenlang ruhig gestellt. Seit November bin ich in physiotherapeutischer Behandlung. An der Außenseite des Fußes bildete sich an der Narbe seine schmerzende Beule. Auf Röntgenbildern ist zu sehen, dass der Sehnenanker über den Knochen ragt. Ich habe noch immer Schmerzen im Fußgelenk und beim Auftreten. Doch mein Arzt sagt, alles wäre in Ordnung. Meint der Sehnenanker stelle kein Problem dar. Es kann doch aber nicht sein, dass sich eine Beule bildet, die immer drückt (in Schuhen oder wenn ich barfuß bin) und schmerzt. Die Beule verläuft zur Fußsohle, ist 1cm hoch und 2cm lang. Ich soll trotz der Schmerzen eine Orthese tragen. Was ist richtig? Was soll ich tun? Ich weiß keinen Rat mehr.

Divko kommentierte am 22.06.2015 um 20:58 Uhr

@Yuliya: Wenn die Sehne durch ist, solltest du so bald wie möglich operiert werden! Denn eine Sehne kann am Knochen wieder nachwachsen! Sehr wichtig dabei ist, du darfst den Fuß für 4-6 Wochen nicht bewegen, dann für weitere 6 Wochen würde ich keinen Sport betreiben (um sicher zu gehen), erst dann fang mit leichtem Krafttraining an! Am besten 3 bis 4 mal die Woche! Und kauf dir in einem Sportnahrungsgeschäft "L-Glutamin", das Zeug hilft bei Gelenk- und Sehnenverletzungen (nehmen die Athleten bei Verletzungen). Dieses "L-Glutamin" solltest du am Tag 6x 5g in 200ml Wasser einnehmen!

Heidi1957 kommentierte am 18.10.2016 um 15:31 Uhr

Bei Bizepssehnenabriss am Oberschenkel nach 5 Monaten Reha? Kann dies jemand bestätigen?