Besenreiser

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Besenreiser werden die kleinen Venen genannt, die dicht und sichtbar unter der Hautoberfläche verlaufen. Von Besenreisern sind überwiegend Frauen des mittleren Alters betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Besenreiser?

Wie der Name Besenreiser es bereits andeutet, versteht man unter diesen die feinen aber deutlich sichtbaren Gefäßbäumchen, die sich wie Zweige unter der Haut erstrecken. Besenreiser sind durch die Haut meistens als blaue oder rote Äderchen zu erkennen, die oft starke Ähnlichkeit mit Verästlungen haben oder wie Flecken erscheinen. Die unschönen Äderchen finden sich überwiegend an den Innenseiten der Unterschenkel, aber auch an den Oberschenkeln und an den Knöcheln der Füße.

Besenreiser sind meistens ein Zeichen von porösen oder schwachen Gefäßen, kommen aber in der Regel sehr häufig vor. Betroffen sind überwiegend Frauen des mittleren Alters. Jedoch leiden auch Männer und jüngere Frauen häufig unter Besenreisern. Schmerzen verspüren die meisten Betroffenen dabei in der Regel nicht oder eher selten. Übrigens: Besenreiser dürfen nicht mit Krampfadern verwechselt werden. Auch deshalb sollte man unbedingt einen Arzt hinzuziehen.

Ursachen

Besenreiser werden durch schwache oder poröse Gefäßwände begünstigt. Dadurch, dass diese die Blutmoleküle sozusagen durchlassen, bewegen sich die ungehindert im umliegenden Gewebe – und werden infolgedessen sichtbar. Da die Blutmoleküle sehr unkontrolliert im umliegenden Gewebe umherwandern, gleichzeitig aber in unmittelbarer Nähe zum betroffenen Gefäß recht viele Moleküle unterwegs sind, werden diese durch die Haut als netzartiges und/oder fleckiges Gebilde sichtbar.

Die Bildung von Besenreisern liegt übrigens häufig in den Genen. Meistens liegt bei Betroffenen eine angeborene Bindegewebsschwäche in der Familie. Die Neigung zu Besenreisern zieht sich also oft über Generationen hinweg und Geschwister sind ebenso häufig gemeinsam betroffen, wie sich das Leiden von der Mutter an die Tochter weiterzugeben scheint. Allerdings werden Besenreiser nicht selten auch verstärkt nach einer starken Gewichtsabnahme beobachtet.

Zudem leiden viele Frauen während oder nach einer Schwangerschaft unter schwachen Gefäßen und somit auch unter einer verstärkten Bildung von Besenreisern. Die Ursache in letzterem Fall liegt vor allem in der Hormonumstellung, der Gefäßweitstellung und der Gewebeauflockerung, die mit einer Schwangerschaft einhergehen. Besenreißer können aber auch durch zu wenig Bewegung sowie durch zu starken Alkohol- und Nikotingenuss begünstigt werden.

Symptome und Verlauf

Da sich Besenreiser meistens vollkommen schmerzlos bilden, entstehen sie oftmals vollkommen unbemerkt und werden erst dann entdeckt, wenn die Verästelung bereits sichtbare Ausmaße angenommen hat. Manchmal klagen Betroffene aber über schwere und müde Beine. Allerdings können Besenreiser, auch wenn diese oft erst einmal keine Beschwerden verursachen, ein Anzeichen für Venenerkrankungen sein. Deshalb sollte man bestenfalls immer einen Arzt konsultieren.

Diagnose

Der erste Ansprechpartner bei Besenreisern kann der Hausarzt sein. Frauen können jedoch natürlich erst einmal den Frauenarzt ansprechen: zum Beispiel dann, wenn die Besenreiser verstärkt in den Wechseljahren oder während einer Schwangerschaft auftreten. Denn hier könnten die hormonellen Schwankungen und Umstellungen eine Ursache für die Schwächung der Gefäße sein. Der behandelnde Arzt wird die mögliche Ursache ermitteln und kann eventuell eine Therapie einleiten.

Behandlung

Besenreiser lassen leider nicht nur durch eine gesunde Ernährung und Sport behandeln, auch wenn diese Dinge jede Therapie positiv unterstützen. Besenreiser können zudem nicht nur durch Medikamente oder ausschließlich durch Salben und Tinkturen behandelt werden. Auch hier kann man nur eine Sichtbarkeit abschwächen, eine operative Behandlung unterstützen oder ein weiteres Voranschreiten einschränken.

Für eine gezielte und nachhaltige Behandlung der Besenreiser ist ein Besuch beim Venologe notwendig. Denn nur er kann eine Verödung (Sklerosierung) oder eine Laserbehandlung durchführen. Jedoch muss immer genau überlegt werden, wie man weiter mit den Besenreisern vorgeht. Denn nicht immer ist es empfehlenswert, diese zu entfernen. Oftmals wird bei operativen Eingriffen nur das kosmetische und optische Problem behandelt.

Die Ursache lassen reine und alleinige Laserbehandlungen und Verödungen aber meistens vor. Außerdem kann es beim Veröden oder Entfernen von den betroffenen Gefäßen zu Blutstauungen, Geschwüren und Blutunterversorgungen des betroffenen Gewebes kommen. Welche Behandlung jedoch die beste ist, lässt sich durch eine genaue Untersuchung in Erfahrung bringen.



Vorbeugung

Besenreiser und auch deren Neubildung lassen sich in den meisten Fällen nur durch einen bewussteren Lebensstil vorbeugen – das jedoch stets auch nur sehr bedingt. Allerdings sind viel sportliche Bewegung, zum Beispiel durch regelmäßiges Schwimmen, Joggen oder Radfahren, häufige kalt-warme Wechselduschen, eine ausgewogene und gesunde Ernährung, geeignete Kleidung und ein seltener Alkohol- und Nikotingenuss ein guter Anfang. Auf regelmäßige Arztbesuche und notwendige Behandlungen sollte aber auch nicht verzichtet werden, um weitere Verästelungen zu vermeiden.

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