Kosmetikallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Februar 2017
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Kosmetikallergien sind im Normalfall harmlos. Da sie jedoch wie andere Kontaktallergien deutlich auf der Haut erkennbar sind, leiden die Betroffenen stark unter ihnen. Personen, die auf bestimmte Stoffe in Pflegeprodukten allergisch reagieren, sind meist Frauen. Tritt die allergische Reaktion bei ihnen zum ersten Mal auf, denken sie oft, eine ansteckende Krankheit zu haben. Die allergieauslösenden Substanzen sind in Duschgels, Körperlotionen, Haar-, Fuß- und Hand-Pflegemitteln, Haarfärbemitteln, Badezusätzen, Sonnenschutzmitteln und in dekorativer Kosmetik (Schminke) enthalten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kosmetikallergie?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Eine Kosmetikallergie ist eine allergische Reaktion auf den Kontakt der Haut mit einer Substanz, die in einem kosmetischen Produkt vorkommt. Da es sich bei ihr um eine allergische Typ IV-Spätreaktion handelt, tauchen die typischen Symptome erst viele Stunden bis mehrere Tage nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Wie bei anderen Kontaktallergien auch zeigen sie sich nicht zwangsläufig auf der Hautpartie, auf die die Creme aufgetragen wurde: Haarfärbemittel können Hautrötungen im Nacken und am Hals verursachen. Nagellacke haben mitunter Augen-Brennen zur Folge.

Ursachen

Das in dem kosmetischen Erzeugnis enthaltene Allergen löst immer dann die entsprechenden Symptome aus, wenn die im Blut vorhandenen T-Lymphozyten beginnen, den Allergie-Verursacher zu bekämpfen.

An den Stellen, wo die Patientin das Mittel aufgetragen hat, kommt es zu einer stärkeren Hautdurchblutung. Die Haut schwillt an und beginnt zu jucken. Um herauszufinden, welche der vielen in dem Pflegeprodukt vorkommenden Substanzen Auslöser der Kosmetikallergie ist, sollte sie einen Allergie-Test machen lassen.

Verursacher sind meist chemische Duftstoffe wie Perubalsam, Konservierungsmittel und bestimmte in Tagescremes enthaltene UV-Filter. Manche Anwender vertragen außerdem Lanolin (Wollfett), Farbstoffe, Emulgatoren, Arnika und Kamille nicht.

Betroffene, die genetisch bedingt zu Allergien neigen und Frauen mit geschädigter Hautbarriere sind besonders gefährdet, eine Kosmetikallergie zu bekommen. Auch viel Stress und eine ungesunde Lebensweise erhöhen das Risiko, auf bestimmte in Kosmetika vorkommende Stoffe allergisch zu reagieren. Außerdem haben alle diese Faktoren Einfluss auf die Intensität der Überempfindlichkeitsreaktion.

Bestimmte Allergene reagieren mit der Haut und lösen eine Kontaktdermatitis (Kobaltallergie) aus.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die Symptome der Kosmetikallergie ähneln denen, die für Kontaktallergien charakteristisch sind: Auf der behandelten Hautpartie zeigen sich gerötete Stellen, Pusteln oder Schüppchen. Es kommt zu Juckreiz und Schwellungen. Kratzt sich die Betroffene dort, kann es zu Hautentzündungen und sogar zu schweren nässenden Ekzemen kommen. Gelangt die allergieauslösende Substanz in die Augen, löst sie Jucken, Brennen und Augen-Rötungen aus. In seltenen Fällen sind ein Asthmaanfall und Kopfschmerzen die Folge des Hautkontakts. Vermeidet die Patientin in Zukunft jedoch Produkte mit derartigen Inhaltsstoffen, bilden sich die Symptome innerhalb kurzer Zeit zurück.

Diagnose

Frauen, die eine Kosmetikallergie haben, wird empfohlen, einen Facharzt für Dermatologie oder einen Allergologen zu konsultieren. Er kann mithilfe eines speziellen Tests herausfinden, welche Substanz zum Auftreten der allergischen Reaktion führt. Da sich die Beschwerden mitunter erst 24 bis 72 Stunden nach Auftragen der Lotion zeigen und die Allergie nicht zwangsläufig durch das Kosmetikum hervorgerufen sein muss, ist es nahezu unmöglich, das Allergen auf eigene Faust zu ermitteln.

Wer an sich unerklärliche Hautekzeme entdeckt, kann außerdem an einer nicht-allergischen Dermatitis erkrankt sein oder eine Neurodermitis haben. Die Betroffene nimmt das verwendete kosmetische Produkt mit zum Arzt. Er klebt dann mehrere Pflaster mit den Inhaltsstoffen auf ihren Rücken. Zeigt sich mehrere Tage später an der einen oder anderen Stelle eine Reaktion, ist der Verursacher gefunden. Um auszuschließen, dass die Überempfindlichkeitsreaktion durch ein anderes Allergen als durch einen der Kosmetik-Inhaltsstoffe zustande gekommen ist, empfiehlt es sich, dem Hautarzt auch noch andere mögliche Auslöser wie Medikamente und konsumierte Lebensmittel zu nennen.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung allergischer Hautentzündungen und nässender Ekzeme, die Folge einer Kosmetikallergie sind, werden kortisonhaltige Salben und Cremes eingesetzt. Sie werden einfach auf das betroffene Hautareal aufgetragen. Auch Ichthyol- und Teerpräparate können bei der lokalen Behandlung einer Kontaktallergie hilfreich sein.

Nässende Ekzeme heilen gut ab, wenn die Betroffene dort feuchte Umschläge mit Kortikosteroiden auflegt. Um die Immunreaktion zu dämpfen, setzen die Mediziner außerdem Antihistaminika ein. Sie sorgen dafür, dass sich die Histamin-Ausschüttung im Körper innerhalb erträglicher Grenzen bewegt. Dadurch klingen die allergische Reaktion und der Juckreiz schneller ab.

Um die sensible Haut nicht noch mehr zu reizen, empfiehlt es sich, nur milde allergologisch getestete Wasch-Lotionen mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6,5 und rückfettende Cremes zu verwenden. at.



Vorbeugung

Weiß die Patientin, auf welchen der Inhaltsstoffe sie allergisch reagiert, kauft sie am besten nur noch kosmetische Erzeugnisse, in denen die betreffende Substanz nicht vorkommt. Da alle in der EU verkauften Produkte eine Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung haben, kann sie ihrem Auslöser gut aus dem Weg gehen.

Außer zu herkömmlichen Kosmetika kann sie auch zu naturkosmetischen Hautpflegemitteln greifen. Sie werden ohne künstliche Zusatzstoffe hergestellt und enthalten nur Stoffe natürlichen Ursprungs wie ätherische Öle und pflanzliche Harze.

Mineralöle, künstliche Duftstoffe, Konservierungsmittel und künstliche Farbstoffe werden zu ihrer Herstellung nicht verwendet. Frauen, die auf bestimmte Pflanzen, Mineralien und tierische Produkte allergisch reagieren, sind gut beraten, spezielle Pflegeprodukte für Allergiker zu kaufen. Dazu gehören beispielsweise solche, die der Deutsche Allergie- und Asthmabund zusammen mit den Herstellern entwickelt.

Neigt die Betroffene ohnehin zu Kontaktallergien und kennt sie das Produkt nicht, ist sie gut beraten, es vor dem Kauf erst an einer unauffälligen Stelle aufzutragen. Gut geeignet dafür ist die Ellbogen-Innenseite. Zeigt sich dort innerhalb der darauf folgenden 72 Stunden keine allergische Reaktion, kann sie das pflegende Mittel getrost anwenden.

Sind Duftstoffe und Konservierungsstoffe für die störende Hautreaktion verantwortlich, greift sie am besten zu Produkten, die als "Parfümfrei" und "Ohne Konservierungsstoffe" gekennzeichnet sind. Die Bezeichnung "Duftneutral" ist jedoch kein Garant dafür, dass ihrer Haut das Produkt gut bekommt. Allergikerinnen, denen naturkosmetische Pflegeprodukte zu teuer sind, können sich ihre Seifen und Cremes auch selbst herstellen. Dann sind sie zu 100 Prozent geschützt.

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