Nesselsucht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. September 2015
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Die Nesselsucht, in der medizinischen Fachsprache auch als Urtikaria bezeichnet, gehört zu einer der weltweit am häufigsten auftretenden Hauterkrankungen. Ihren Namen verdankt diese Erkrankung der Brennnessel; ähnlich wie nach dem Berühren der Nesselblätter nämlich reagiert die Haut bei der Nesselsucht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nesselsucht (Urtikaria)?

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Medikamente gegen: Juckreiz

Die Nesselsucht (Urtikaria) ist eine weit verbreitete Erkrankung der Haut, welche aufgrund einer Überempfindlichkeit (z.B. als allergische Reaktion) entsteht.

Etwa 800.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an der Nesselsucht; damit zählt diese zu den häufigsten Hautkrankheiten.

Unterschieden werden die chronische und die akute Nesselsucht. Von einer akuten Nesselsucht sind hauptsächlich Jugendliche betroffen, während Frauen mittleren Alters besonders häufig an einer chronischen Nesselsucht leiden.

Von einer chronischen Nesselsucht spricht man immer dann, wenn die Symptome länger als sechs Wochen anhalten. Grundsätzlich aber kann diese Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten.

Ursachen

Die Ursachen für eine Nesselsucht (Urtikaria) sind äußerst vielfältig. Bestimmte Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure, Paracetamol) können diese Symptomatik ebenso auslösen wie Nahrungsmitel, Wespen- bzw. Bienenstiche. Nüsse, Milchprodukte und Eier sind hier neben Obst und Gemüse die häufigsten Ursachen.

Sogar extreme Umwelteinflüsse, wie Kälte Sonnenlicht, Wasser oder auch Hitze kann eine Nesselsucht auslösen. Je nach Ursache verläuft eine Nesselsucht akut oder chronisch, wobei die akute Form etwa 90 Prozent der Patienten betrifft.

Aufgrund der Vielzahl an Ursachen ist es häufig schwierig, den genauen Auslöser ausfindig zu machen. In seltenen Fällen sogar ist die Ursache trotz eingehender Untersuchungen nicht erkennbar; in diesem Fall spricht man von einer idiopathischen Nesselsucht.

Symptome und Verlauf

Juckende Quaddeln sind typische Symptome einer Nesselsucht.

Die Nesselsucht ist zwar nicht ansteckend, jedoch sind ihre Symptome für den Betroffenen sehr unangenehm. In den meisten Fällen jedoch verschwinden die Symptome genauso rasch wieder, wie sie aufgetreten sind - meist schon nach 24 Stunden.

Das Symptom, welches am häufigsten auftritt, ist ein juckender Hautausschlag, der meist von unschönen Quaddeln begleitet wird. Somit ist die Nesselsucht auch gleichzeitig ein kosmetisches Problem.

Dieser Hautausschlag ist rötlich und deutlich von der gesunden Haut zu unterscheiden - auf Druck verfärbt sich die betroffene Hautstelle weiß. In vielen Fällen ist zudem das Unterhautgewebe unschön geschwollen - in diesem Fall spricht der Mediziner von einem Angioödem.

Diese vorgenannten Symptome sind sicher recht unangenehm, aber nicht gefährlich. Allerdings können auch Schleimhäute im Bereich von Zunge und Kehlkopf betroffen sein. Wenn diese anschwellen, kann es zu Schockzuständen und im schlimmsten Fall zu einem Herz-/Kreislaufstillstand kommen.

Diagnose

Gehen Patienten mit Beschwerden zum Arzt, die Nesselsucht vermuten lassen, fragt der Arzt im Gespräch nach Einzelheiten. Er will wissen, wie lange die Beschwerden bestehen, ob Quaddeln schon früher sichtbar waren und ob jemals eine Schwellung des Gesichtes bestand. Zudem erkundigt er sich nach bekannten Allergien sowie nach inneren, chronischen oder akuten Erkrankungen. Des Weiteren will er wissen, welche Medikament aktuell eingenommen werden. Im Anschluss an das informative Gespräch nimmt der Arzt die Haut des Betroffenen in Augenschein.

Liegt eine akute Nesselsucht vor, sind meistens keine weiteren Untersuchungen notwendig. Führen die Angaben des Patienten jedoch zur Vermutung, dass eine Allergie vorliegen könnte, führt der Arzt Blutuntersuchungen und allergologische Tests durch.

Hat der Patient eine chronische Nesselsucht, lässt der Arzt über das Blutbild Entzündungswerte bestimmen. Gleichzeitig wird untersucht, ob Antikörper vorliegen, die gegen bestimmte Bakterien oder Viren gerichtet sind. Zur weiteren Abklärung überweist der Arzt den Patienten gegebenenfalls zu einem Zahnarzt und/oder zum Hals-Nasen-Ohren Arzt. Zudem untersucht er über den Stuhl, ob der Magen mit bestimmten Bakterien infiziert ist.

Liegt die Vermutung auf eine Intoleranzurtikaria nahe, verordnet der Arzt eine spezielle Diät, bei der Betroffene Zusatzstoffe in Lebensmitteln meiden. Bessert sich in dieser Zeit die Nesselsucht, liegt eine Unverträglichkeit vor.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Nesselsucht richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache - wichtig ist es also zunächst, diese herauszufinden. Neben eingehenden Befragungen des Patienten werden unter Umständen auch Laboruntersuchungen nötig, um andere Grunderkrankungen auszuschließen.

Die eigentliche Behandlung der Nesselsucht schließlich besteht aus drei Säulen: zunächst gilt es, die Auslöser, etwa bestimmte Lebensmittel, weitestgehend zu vermeiden. Um den Juckreiz einzudämmen, werden dagegen meist Medikamente mit entzündungshemmenden Wirkstoffen verschrieben.

Auch der Wirkstoff Ciclosporin jedoch hat sich bereits mehrfach bewährt, denn dieser wirkt regulierend auf das Immunsystem und verringert die Ausschüttung des Entzündungsstoffes Histamin - dieser ist maßgeblich für die Entstehung der Nesselsucht verantwortlich.

Vorsichtig sollten Schwangere sein, denn bei ihnen ist der Einsatz der Medikamente gegen die Nesselsucht noch weitestgehend unerforscht. Bei einer Nesselsucht, welche durch Licht ausgelöst wird, empfiehlt sich als Therapie zusätzlich zu den Medikamenten die sogenannte Lichttherapie.

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Vorbeugung

Der Nesselsucht vorbeugen, kann man am besten, wenn man die Ursachen weitestgehend vermeidet. Dies sind in der Regel bestimmte Nahrungsmittel oder Medikamente - natürlich müssen diese dann als Auslöser der Nesselsucht bekannt sein. Weitere Maßnahmen der Vorbeugung sind nicht bekannt - die Wahrscheinlichkeit, dass man mindestens einmal im Leben an der Nesselsucht erkrankt, liegt bei 20 Prozent.

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