Kontaktallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. September 2016
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Bei der Kontaktallergie handelt es sich um eine Überreaktion der Haut auf eine direkte Berührung mit gewissen Stoffen oder Substanzen. Als Folge der Kontaktallergie entsteht eine Entzündungsreaktion.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kontakallergie?

Bei einer Kontaktallergie reagiert die individuelle Haut mittels einer Entzündungsreaktion überempfindlich. Die Überempfindlichkeit tritt auf, wenn bestimmte Stoffe die Haut direkt berühren. Eine Kontaktallergie wird als Typ IV eingestuft.

Diese Allergien werden nicht von Antikörpern, sondern aufgrund der T-Zellen (weiße Blutkörperchen-Untergruppe) ausgelöst. Zudem zeigen sich die allergischen Reaktionen der Allergien des Typs IV verzögert, weshalb diese als Spättyp bezeichnet werden. Die körperliche Reaktion zeigt sich mit geschwollener, nässender sowie geröteter beziehungsweise juckender Haut, Schuppen oder Bläschen.

Ursachen

Bei einer Kontaktallergie liegt die Ursache in der Überempfindlichkeit gegenüber bestimmter Stoffe (Allergene). Die Überempfindlichkeit entwickelt sich während wiederholter Kontakte mit einem allergieauslösenden Stoff über eine längere Zeit. Es entsteht somit eine immunologische Sensibilisierung. Eine Kontaktallergie wird durch unterschiedliche Substanzen hervorgerufen, die Menschen in ihrem Beruf und Alltag antreffen.

So zum Beispiel:

  • hauptsächlich Nickel, der beispielsweise in Modeschmuck, Brillen und Uhren, Knöpfen sowie Reißverschlüssen und Nieten anzufinden ist
  • Chromsalze, die sich in jeglichem Leder oder Baustoffe befinden
  • Duft- und Aromastoffe in Nahrungsmittel, Kosmetik und Kerzen
  • Konservierungsmittel
  • Gummihilfsstoffen, welche in Schuhen, Spielzeug oder Badeanzügen verwendet werden
  • Reinigungs- und Arzneimittel.

Menschen aus bestimmten Berufsgruppen, die mit den genannten Stoffen täglich in Berührung kommen, sind deshalb von einer Kontaktallergie im Besonderen betroffen. Dazu gehören zum Beispiel Bäcker (Kontaktallergie gegenüber Mehl), Friseure (Kontaktekzeme durch Haarsprays und Shampoos, Haarfärbungen und -tönungen), Reinigungspersonal (Kontaktallergie durch diverse Reinigungsmittel), Maler, Maurer und Fliesenleger (Farben, Epoxid-Kunstharz-Kleber, Chromate und Cadmium im Zement) sowie Maschinenpersonal (Kontaktallergie mittels Kühlschmierstoffe).

Symptome und Verlauf

Bestimmte Allergene reagieren mit der Haut und lösen eine Kontaktallergie aus.

Typische Symptome einer Kontaktallergie:

Eine Kontaktallergie zeigt sich durch Symptome, die lediglich die Haut betreffen. Dabei können die Beschwerden sehr unterschiedlich sein. Typische Symptome sind meistens stark ausgeprägte, unscharf umrissene Rötungen der Hautbereiche sowie eine Bläschenbildung. Dazu tritt ein ausgeprägter Juckreiz (Pruritus) auf, der die Haut durch das Aufkratzen zusätzlich schädigt.

Des Weiteren kann eine Hautschuppung entstehen und dadurch ein grobes Hautbild auslösen. In diesem Fall können sich die Beschwerden auch bis weit über den eigentlich betroffenen Hautbereich ausdehnen. Die chronische Kontaktallergie zeigt sich normalerweise auf einem exakt begrenzten Hautbereich. Gelangen die Substanzen jedoch als Duftstoffe oder Staub an die Haut, sind die Symptome weniger begrenzt.

Es kann sich speziell im Gesicht ein verstreutes Ekzem entwickeln. Die Symptome zeigen sich verzögert, was bedeutet, dass frühestens nach 12, meistens nach 24 und oftmals auch erst nach 72 Stunden eindeutige Anzeichen einer Kontaktallergie auftreten.

Diagnose

Besteht der Verdacht einer Kontaktallergie, muss zur eindeutigen Diagnose ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt über Lebensgewohnheiten und Krankengeschichte (Anamnese) geführt werden. Um die Überempfindlichkeit zu ergründen, ist es wichtig zu wissen, welche Allergene (allergieauslösende Stoffe) im beruflichen wie auch privaten Umfeld zu finden sind. Des Weiteren nimmt der Arzt eine körperliche Untersuchung vor, die ebenso Fakten zur exakten Diagnose liefern kann.

Das wichtigste Diagnoseverfahren bei dem Verdacht auf Kontaktallergie ist der Epikutan-Test. Hierbei wird eine Testsubstanz auf ein Pflaster geträufelt, dieses wird anschließend auf den Oberarm oder Rücken geklebt. Nach etwa 48/72 Stunden zeigen sich im Fall einer Kontaktallergie typische Symptome. Normalerweise werden stets mehrere Pflaster mit diversen unterschiedlichen Substanzen getestet. Der Epikutan-Test kann allerdings erstmals nach Abheilung der aktiven Kontaktallergie angewandt werden.

Behandlung

Die Behandlung einer Kontaktallergie fokussiert sich hauptsächlich auf die Vermeidung der allergieauslösenden Stoffe beziehungsweise Kontaktallergene. Als primäre Maßnahme in der Therapie werden hauptsächlich äußerlich Mittel angewandt. Die Symptome werden somit zum Beispiel mittels Antihistaminika oder Hydrokortison als Salben oder Creme behandelt.

Bei einer chronischen Kontaktallergie wird zudem eine zusätzliche Hautpflege benötigt, um die instabile Barrierefunktion zu erneuern. Hierfür bieten sich spezielle Hautpflegemittel im Fachhandel an. In diesem Fall kann zudem eine UV-Therapie weiterhelfen. Eine akute Kontaktallergie kann bereits mit feuchten Umschlägen gekühlt werden und so eine wesentliche Linderung erfahren.



Vorbeugung

Einer Kontaktallergie kann jede Person weitgehend auf folgende Weise vorbeugen:

  • dringend den Kontakt mit allergieauslösenden Substanzen (Allergenen) dauerhaft vermeiden
  • ansonsten unbedingt Schutzmaßnahmen treffen wie zum Beispiel Schutzhandschuhe, Hautschutzsalben oder -schaum einsetzen, um den direkten Kontakt zu verhindern
  • für die Hautpflege lediglich seifenfreie Waschlösungen (ph-Wert 5 bis 6,5) sowie rückfettendes Duschgel verwenden
  • den Hautschutzmantel mit intensiver Pflege stets erneuern
  • Reinigungsmittel grundsätzlich wenig einsetzen und nach Möglichkeit bei einer Kontaktallergie auf Duftstoffe im Waschmittel, Weichspüler oder Desinfektionsmittel zu verzichten.

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