Knacken im Knie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Knacken im Knie

Das Knacken im Knie ist so laut, dass es nicht nur von den Betroffenen selbst gehört wird. Jeder, der sich in unmittelbarer Umgebung befindet, bekommt es mit. Patienten beschreiben, dass es unangenehm ist, da es vergleichbar mit einem Echo, im Kopf widerhallt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Knacken im Knie?

Es spielt keine Rolle, bei welchen Bewegungen die Symptome auftreten. Sie werden stets als unangenehm empfunden und sind dabei noch nicht einmal unbedingt schmerzhaft. Das Knacken macht sich beim Hinknien und beim Treppensteigen bemerkbar. Mitunter ist es sogar bei jedem Schritt zu spüren. Das Phänomen lässt sich aus der Anatomie des Knies ableiten. Die Kniescheibe befindet sich eingebettet in einer Mulde und ist von Bändern und Sehnen umgeben. Sie liegt zwischen Unter- und Oberschenkel und ein schmerzhaftes Aufeinanderreiben der Knochen wird durch die Synovia (Gelenkschmiere) verhindert. Sobald die Kniescheibe nicht mehr richtig in ihrem Bett ruht, entsteht ein Knacken oder Knirschen. Betroffen davon sind bereits Kinder, wobei die Zahl der älteren Patienten höher liegt. Es ist aber festzustellen, dass die Symptome in jedem Alter auftreten.

Ursachen

Zunächst ist es eine Überbelastung, die als Ursache für das Knirschen im Knie verantwortlich ist. Eine ausgedehnte Wanderung oder der Dauerlauf kommt dann infrage. Auch nach intensivem Training im Fitnesscenter, wobei schwere Gewichte zu stemmen waren, tritt es auf. Bei Kindern ist es häufig zu hören, wenn sie in die Hocke gehen. Dann kann es sein, dass sich kleine Luftblasen in der Gelenkschmiere befinden. Sobald sich dann der Betroffene hinkniet, platzen diese Blasen und verursachen die Geräusche.

Verletzungen durch sportliche Aktivitäten führen ebenfalls zum Knacken im Knie. Diese können bereits so weit zurückliegen, dass der Patient schon gar nicht mehr daran denkt. Auch dauerhafte Fehlstellungen verursachen mitunter das lästige Knacken. Bei vielen Menschen führt das auf die Dauer sogar zur Arthrose oder Arthritis. Ein wichtiger Faktor bei den Ursachen ist das Übergewicht. In dem Fall sind die Beine überlastet und der Oberschenkel ist nicht mehr in der Lage, das Gewicht so abzufedern, dass das Knie nicht übermäßig beansprucht wird. Bewegungsmangel ist eine Ursache, die nicht zu unterschätzen ist. Selbst bei knackenden Knien oder schmerzhaften Bewegungsabläufen darf nicht in einer Ruheposition verharrt werden.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Kurzfristiges Knacken, welches ohne Schmerzen auftritt, bedarf keiner weiteren Diagnose. Sobald das Knie anschwillt oder sich Schmerzen einstellen, ist die Untersuchung bei einem Facharzt unumgänglich. Dieser wird zunächst eine manuelle Prüfung des Gelenkes durchführen. Er bewegt dabei das Knie in unterschiedlicher Richtung und erkennt dabei, wann die Beschwerden auftreten. Ferner stellt er fest, in welcher Weise das Gelenk noch gebeugt und gestreckt werden kann.

Häufig sind die Symptome auch Ursache für einen Schaden an der Hüfte. Diesen Aspekt wird der Arzt ebenfalls berücksichtigen. Danach folgt die apparative Untersuchung. Er röntgt das Kniegelenk mit einem herkömmlichen Apparat. Die zweite Möglichkeit ist, dass er Bilder in mehreren Schichten sehen möchte. Diese Untersuchung wird mit einem Computertomografen durchgeführt. Auch das MRT (Magnetresonanztomografie) kommt oft zum Einsatz. Damit sind selbst kleinste Entzündungsherde oder Tumoren erkennbar. Um ganz sicher zu gehen, dass auch alle Regionen klar erkennbar sind, kann er ein Kontrastmittel spritzen. In einigen Fällen ist die Punktion des Kniegelenks erforderlich. Das Sekret wird danach in einem Speziallabor auf Bakterien untersucht, die der Grund für eine Entzündung sind.

Behandlung und Therapie

Die einfachste Behandlung ist die Bewegung des Gelenkes. Bei starken Schmerzen durch Überanstrengung empfiehlt sich die Wassergymnastik. Die Wasser- und Bädertherapie wird häufig in einer Gruppe durchgeführt. Liegt der Grund in einer Entzündung, wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Das kann direkt ins Gelenk gespritzt oder oral verabreicht werden. Bei schweren Entzündungen, die bereits die Gelenkschmiere angriffen, ist der Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich. Dort öffnet ein Chirurg das Gelenk und entfernt den Eiter.

Gleichzeitig kann er ein Antibiotikum direkt in die Wunde geben und so den Heilungsprozess beschleunigen. Es gibt auch ambulante Eingriffe, die in Form einer minimalinvasiven Operation durchgeführt werden. Stellt der Arzt fest, dass Übergewicht die Ursache fürs Knirschen im Knie verantwortlich ist, sollte ein Diätplan eingehalten werden. Da auch falsches Schuhwerk zu den Symptomen führen kann, ist in dem Fall der Gang zum orthopädischen Schuster erforderlich. Bei Überlastung der Beine kann das gezielte Training der Oberschenkelmuskulatur Abhilfe schaffen.

Gute Praxen bieten ebenfalls Elektro- oder Ultraschalltherapien an. Dabei wird mit der Hilfe von elektrischen Strömen oder Schallwellen so auf das Gelenk eingewirkt, dass es sich erholt und die Gelenkschmiere wieder geschmeidig wird. Als Unterstützung sind Gaben von Entzündungshemmern und schmerzlindernden Tabletten eine wirksame Maßnahme. Diese Therapie sollte aber nicht lange und auch nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Als letzte Maßnahme, und nur dann, wenn es unabdingbar ist, bietet sich der Einsatz einer Knieprothese an. Hier muss Für und Wider gut abgewogen werden. Kein Operateur kann nämlich garantieren, dass das Kunstgelenk auch so arbeitet, wie es sich der Patient wünscht.



Vorbeugung

Wer Erkrankungen des Kniegelenkes vorbeugen möchte, sollte sich bewegen. Beim Sport muss er auf gelenkschonende Bewegungen achten. Dabei sind die Oberschenkel zu stärken und das Knie zu entlasten. Schwimmen und Radfahren bieten sich hier besonders an. Wer eine sitzende Tätigkeit hat, muss die Beine immer mal wieder strecken und sollte zwischendurch im Stehen arbeiten. Nur so wird das Gelenk ausreichend durchblutet und die Synovia gut ernährt.

Wer gerne hohe Absätze trägt, muss sich darüber im Klaren sein, dass er dadurch das Knie unnötig belastet. Flache, bequeme Schuhe sind wesentlich gesünder und sehen ebenfalls gut aus. Das Übergewicht Gift für alle Gelenke ist, sollte jedem klar sein. Besonders das Hüft- und das Kniegelenk sind betroffen und beide werden unnötig strapaziert. Also, regelmäßige Bewegung und bewusstes Essen hilft, um in diesem Zusammenhang schmerzhaften Beschwerden am Kniegelenk vorzubeugen.

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