Hydronephrose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Februar 2016
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Hydronephrose bezeichnet die Ausweitung der Urin-Sammelbecken im Harnsystem. Diese werden meistens durch eine Verhinderung des Urinflusses verursacht. Die häufigste Ursache einer Hydronephrose ist die Bildung eines Nierensteins im Harnsystem.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hydronephrose?

Hydronephrose ist ein Zustand bei dem das Urin-Sammelbecken der Nieren erweitert ist. Dies kann an einer normalen Vergrößerung liegen, oder aber Folge einer darunterliegenden Erkrankung sein. Normalerweise filtern die Nieren Abfallprodukte aus dem Blut und scheiden diese über den Urin aus.

Die Verbindung zwischen Nieren und Blase ist hier das Problem. Eine mangelnde Abführung führt in den meisten Fällen zu einer Ausweitung der Nieren. Die Folge ist eine verringerte Nierenfunktion. Dauerhafte Schäden können auftreten, wenn der Zustand über längere Zeit andauert.

Ursachen

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen für eine Hydronephrose, sie sind kategorisiert, abhängig von dem Ort ihres Auftretens, und im Gröberen, ob sie außerhalb des Auffangbeckens des Harnsystems liegen oder innerhalb.

Die am häufigsten auftretende Ursache für eine Hydronephrose innerhalb des Harnsystems ist der Nierenstein im Harnleiter. Dieser verengt den Harnleiter, daraus resultiert ein Stau im Abfluss. Auch Blutverklumpungen oder Risse im Harnleiter können hier zu Stau führen.

Häufige Ursachen für Hydronephrose die von der Blase ausgeht, sind Blasenkrebs, Blasensteine, Zystozele oder Verengung im Blasenhals. Beispiele für Ursachen einer Hydronephrose, die von außerhalb des Harnsystems kommen, sind bspw. Tumore, welche die Harnleiter verengen, und somit den Abfluss erschweren, Prostatakrebs, Gebärmutterkrebs. Eine Hydronephrose kann jedoch ebenso aufgrund von Störungen in den Nerven auftreten. Hierzu zählen bspw. Gehirntumore, Wirbelsäulenverletzungen, Multiple Sklerose oder Diabetes.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen von Hydronephrose:

Es kann, muss aber keine direkten Symptome einer Hydronephrose geben. Dies ist wiederum abhängig von der Art der der Erkrankung. Menschen, die eine akute Hydronephrose erleiden, haben meist Symptome einer Nierenkolik durch einen Nierenstein. Diese äußern sich in starken Unterleibs-, Rücken- oder Flankenschmerzen, verbunden mit Schwindel, Erbrechen und Schweißattacken. Diese von Koliken kommenden Schmerzen kommen und gehen und sind in ihrer höchsten Intensität nicht selten so stark, dass sie zu starken Krämpfen führen. Eventuell befindet sich Blut im Urin. Eine chronische Hydronephrose entwickelt sich nur langsam und es gibt keine spezifischen Symptome. Sie können derer eines Nierenversagens ähneln. Schwindel, Erbrechen, Schwäche, Muskelspastik oder Herzstörungen können in Folge auftreten.

Diagnose

Eine Diagnose einer Hydronephrose wird gefällt anhand einer körperlichen Untersuchung und einer Befragung des Patienten, nach seinen Symptomen und seiner Krankengeschichte. Die Antworten des Patienten führen evtl. zu weiteren Tests und Untersuchungen. Das direkte weitere Vorgehen ist auch abhängig, ob Befragung und körperliche Untersuchungen zu akuten Anzeichen führen. Bspw. starke Schmerzen im unteren Rückenbereich oder Unterleib. Bei Männern kann es zu Schwellungen im Prostatabereich kommen, bei Frauen bei der Gebärmutter. Labortests können weiterführend nach Blut im Urin suchen, eine Blutuntersuchung kann durch Zählen der Blutzellen zu genaueren Erkenntnissen führen. Auch die Analyse des Kreatininlevels oder bildgebende Verfahren sind effektiv bei der weiteren Diagnose; insbesondere bei der Lokalisierung von Nierensteinen oder aber eines evtl. Tumors.

Behandlung

Das Ziel einer Behandlung von Hydronephrose ist der Abbau der Schwellung, hervorgerufen durch eine wie auch immer geartete Form der Behinderung des Durchflusses. Sodass der normale Durchfluss von Nieren zu Blase wieder gewährleistet ist. Hierbei ist vor allem darauf zu achten, die Schmerzen für den Patienten so gering wie möglich zu halten und Infektionen im Harnsystem zu verhindern. Andernfalls ist eine Operation nötig.

Die genaue Behandlung ist abhängig von den Ursachen der Hydronephrose. Bspw.: Falls eine Person an einem Nierenstein leidet und der Urinfluss nicht vollständig zum erliegen kommt, erfolgt eine Behandlung mit Schmerzmitteln, sodass der Nierenstein auf normalen weg durch das Harnsystem abgeführt werden kann. Dieser Vorgang kann 1 bis 2 Wochen dauern. Falls eine Infektion droht, oder andere Komplikationen wird der Stein mit einer Operation entfernt.

Eine spezielle Behandlung mit Schockstößen kann den Nierenstein im Harnsystem zerstören, sodass die einzelnen Bestandteile besser abgeführt werden können. Falls der Abfluss durch andere Störungen hervorgerufen wird, können diese evtl. durch Bypässe umgangen werden. Auch die chirurgische Installation eines Stents (Gefäßprothese) ist eine Möglichkeit den Abfluss wieder zu gewährleisten.

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Vorbeugung

Da die Erkrankung an Hydronephrose sehr davon abhängig ist, durch was genau die Krankheit hervorgerufen wird, ist auch die Prävention schwierig auf einen einfachen Nenner zu bringen. Das Aufkommen einzelner Krankheiten, die eine Hydronephrose hervorrufen, kann durch bestimmte präventive Maßnahmen vermindert werden. So kann das Entstehen eines Nierensteins und die daraus resultierende Verengung des Harnsystems verhindert werden, wenn der Patient ausreichend hydriert bleibt.

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