Hitzschlag

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. März 2015
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Ein Hitzschlag ist eine lebensgefährliche Überhitzung des Organismus. Besonders die Kombination von heißer Umgebung bei hoher Luftfeuchtigkeit und Überanstrengung führen zu Körpertemperaturen wie bei hohem Fieber. Der Körper muss dringend herunter gekühlt und der Notarztwagen gerufen werden, denn schwere Komplikationen drohen beim Hitzschlag.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hitzschlag?

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Hitzschlag (Hypothermie-Syndrom) nennt der Mediziner ein Versagen der Wärmeregulation des Körpers. Ist die Umgebungstemperatur zu hoch, kann der Körper nicht mehr mit biologischen Kühlmechanismen gegensteuern. Die Folge ist ein Anstieg der Körperkerntemperatur bis über 40° Celsius.

Begleitet ist der Hitzschlag von Flüssigkeitsmangel und Salzverlust. Somit ist der Hitzschlag unter den Hitzeschäden das gefährlichste Syndrom, weil mehrere Ursachen zusammenspielen. Lebensgefahr und die Notwendigkeit ärztlicher Intervention kennzeichnen den Hitzschlag.

Ursache

Hitzschlag tritt auf, wenn sich ein Mensch zu lange in zu heißer Umgebung aufhält. Meistens ist das im Sommer der Fall, doch auch Stahlarbeiter am Hochofen oder Saunabesucher können einen Hitzschlag erleiden.

Zur Hitzeeinwirkung von außen kommt meistens noch körperliche Anstrengung hinzu, denn der Organismus produziert bei Bewegung Eigenwärme.

Diese innere Überhitzung kann der Organismus bei hohen Umgebungstemperaturen nicht nach außen abführen. Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt den Hitzschlag. Der Schweiß kühlt den Körper nicht mehr genügend, denn die Verdunstungsrate sinkt mit steigendem Wassergehalt der Luft.

Viele Menschen trinken unter solchen Bedingungen zu wenig, was die allgemeine Verfassung des Körpers noch mehr verschlechtert. Denn auch der Salzhaushalt des Körpers gerät aus dem Gleichgewicht.

Als direkte Folge des Hitzeschadens versagt schließlich die körpereigene Temperaturregulation. Die Haut stellt die Schweißsekretion vollständig ein. Nun fehlt die Verdunstungskälte völlig und ein verstärkter Temperaturanstieg führt zum Hitzschlag.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome bei einem Hitzschlag:

  • starke Hautrötung

Ein Hitzschlag beginnt mit einem Erschöpfungszustand. Im fortschreitenden Verlauf treten Übelkeit und Kopfschmerzen hinzu und dem Betroffenen ist schwindelig zumute. Schließlich kommen beim Hitzschlag noch Orientierungsstörungen und sogar Krämpfe hinzu. Nun ist die Haut am ganzen Körper trocken, rot bis bläulich gefärbt und spürbar überhitzt.

Das Fieberthermometer zeigt bei rektaler Messung Werte von mindestens 40° Celsius an. Oft steigt die Temperatur noch höher an. Gleichzeitig rast der Puls und ist nur schwach spürbar, weil der Blutdruck sinkt. Diese Kreislaufverhältnisse entsprechen dem Schocksymptom und bergen auch dieselben Gefahren in sich. Daher besteht Lebensgefahr beim Hitzschlag.

Diagnose von Hitzschlag

Einen Hitzschlag erkennt der Arzt an diesen eindeutigen Symptomen, die immer gemeinsam auftreten. Schon der Zusammenhang mit den Gesamtumständen von heißer Umgebung und Überanstrengung legt die Diagnose nahe. Obwohl Ähnlichkeiten zu anderen Hitzeschäden bestehen, gibt es deutliche Unterscheidungsmerkmale. So ist beim Sonnenstich (Hirnhautreizung) lediglich der Kopf überhitzt, während die Körpertemperatur normal ist. Unauffällige Messwerte liefert das Fieberthermometer auch bei der Hitzeerschöpfung. Dieser Austrocknungszustand ist im Gegensatz zum Hitzschlag eher von einer kühlen und blassen Haut gekennzeichnet. Desweiteren unterscheidet sich die Hitzeerschöpfung durch eine schweißbedeckte Haut vom Hitzschlag.

Behandlung und Therapie

Beim Hitzschlag muss die Körpertemperatur des Betroffenen wieder auf das normale Maß gesenkt werden. Schon die Ersthelfer werden den Patienten in eine kühle Umgebung bringen. Er sollte mit erhöhtem Oberkörper gelagert und zur Schockbekämpfung beruhigt werden. Zufächeln von Luft bewirkt nur dann eine Kühlung, wenn die trockene Haut vorher mit Wasser besprüht wird. Schlagartige Abkühlung (Eimer Wasser) ist strengstens zu vermeiden, weil dies einen Schock auslösen kann.

Die Ersthelfer können den Kranken auch mit feuchten Tüchern bedecken und sollten ihn nicht allein lassen. Bewusstseinstrübungen könnten ihn zu gefährlichen Handlungen veranlassen oder er könnte vollständig das Bewusstsein verlieren. Dann müssten die Helfer den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen, um die Atemwege freizuhalten. Ein Helfer muss ohnehin von Beginn an die Kontrolle von Atmung und Puls übernehmen. Möglicherweise ist eine künstliche Beatmung erforderlich oder im Falle des Herzstillstands sogar eine Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Daher ist beim Hitzschlag eine frühzeitige Alarmierung des Notarztes geboten, denn die lebensbedrohlichen Komplikationen sind im nur im Krankenhaus optimal behandelbar. Auch hier wird das Pflegeteam versuchen, die Körpertemperatur mit den oben beschriebenen Mitteln zu senken. Wegen eines möglichen Flüssigkeitsverlustes bekommt der Patient Infusionen mit einer Salzlösung. Schon nach relativ kurzer Zeit erholt sich der Kranke vom Hitzschlag.

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Vorbeugung

Einem Hitzschlag beugt am besten vor, wer einen längeren Aufenthalt in zu heißer Umgebung vermeidet. Zudem sollte zu intensive körperliche Anstrengungen möglichst unterlassen werden.

Leichte und helle Kleidung sowie eine Kopfbedeckung helfen ebenfalls, einem möglichen Hitzschlag im Sommer entgegen zu wirken.

Daneben sollten gerade Menschen, die sommertags im Freien arbeiten müssen oder in heißen Produktionsstätten tätig sind, immer ausreichend trinken.

Besonders empfehlenswert ist Mineralwasser, weil damit ein zu hoher Salzverlust ausgeglichen werden kann. Auf alkoholische Getränke sollte besser verzichtet werden. Wer diese Ratschläge befolgt, vermeidet den Hitzschlag.

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