Hitzeerschöpfung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. September 2016
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Der folgende Artikel behandelt das Krankheitsbild von Hitzeerschöpfung. Aufgezeigt werden neben einer Definition auch Ursachen, Symptome, Diagnose, Verlauf und Behandlung, sowie letztlich auch Möglichkeiten zur Vorbeugung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hitzeerschöpfung?

Medizinisch betrachtet gehört die Hitzeerschöpfung zu den Hitzeschäden wie Hitzschlag oder Sonnenstich. Definiert sind Hitzeschäden als Erkrankungen, die durch längere Aufenthalte in hoher Umgebungstemperatur verursacht werden. Die Hitzeerschöpfung tritt auf, wenn dem Körper bei hoher Außentemperatur weniger Flüssigkeit zugeführt wird, als er benötigt.

Eine Folge des Flüssigkeits- und damit Elektrolytverlustes kann im akuten Fall ein Kreislaufzusammenbruch sein. Einige Personengruppen, wie Säuglinge, Kleinkinder, Kranke und alte Menschen, sind aufgrund ihrer Körperkonstitution besonders gefährdet.

Ursachen

Ursache für eine Hitzeerschöpfung ist die gestörte Wärmeregulation des Körpers. Während starker körperlicher Belastungen bei hohen Umgebungstemperaturen reguliert der Körper bei einem „gleichwarmen“ Lebewesen wie dem Menschen seinen Wärmehaushalt durch Wärmeabgabe über die Atmung und die Haut. Dabei erweitern sich die Blutgefäße der Haut. Es folgt eine vermehrte Produktion von Schweiß, der mit einem Volumen von bis zu einem Liter pro Stunde ausgeschieden werden kann.

Eine Körperkühlung wird durch dessen Verdunstung an der Hautoberfläche erreicht. Wird der durch die Schweißabsonderung entstehende Wasser- und Salzverlust nicht ausgeglichen, kommt es zu einem Missverhältnis des körpereigenen Flüssigkeitshaushaltes. Der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führt zu einer Verdickung des Blutes und der Abnahme des Venendruckes, wodurch die Blutzirkulation im Körper verlangsamt wird. Die damit verbundene Abnahme des Blutvolumens im Kreislauf kann zu einem Kollaps desselben führen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Hitzeerschöpfung:

Durst, Kopfschmerzen und leichter Schwindel gehören, ähnlich wie bei einem Hitzschlag, zu den ersten auftretenden Symptomen einer Hitzeerschöpfung. Wird dem Körper dennoch keine Flüssigkeit zugeführt, verstärken sich die Symptome. Akute Schwäche, Müdigkeit und starke Übelkeit treten auf. Die Atmung erfolgt stoßweise und ist dabei schnell und flach. Heftige Bewusstseinsstörungen sind die Folge. Die Schleimhäute sind hingegen trocken, wodurch der Eindruck einer schweren Zunge entsteht. Erfolgt in diesem Stadium keine Flüssigkeitszufuhr, kommt es durch die Erweiterung der Blutgefäße zu einem schnellen Abfall des Blutdrucks.

Der Körper ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage den Blutkreislauf und damit die Sauerstoffversorgung des Körpers stabil zu halten, das heißt, er schafft es nicht, genügend Blut ins Gehirn zu transportieren. Eine Bewusstlosigkeit ist die Folge, die jedoch meist von kurzer Dauer ist. Durch die waagerechte Lage während der Ohnmacht wird das Gehirn wieder mit Sauerstoff versorgt und die das Symptom der Bewusstlosigkeit in der Regel von selbst beendet.

Diagnose

Eine klare Diagnose der Hitzeerschöpfung ist bei den ersten leichten Symptomen, wie Übelkeit, leichte Desorientierung und Schwindel, in Abgrenzung von einem Hitzschlag nur schwer möglich. Da der Hitzschlag als medizinischer Notfall einzustufen ist und eine akute Lebensgefahr besteht, sollten betroffene Personen mit den genannten Symptomen einen Arzt aufsuchen. Dies gilt besonders, wenn neben Übelkeit, Bewusstseinstrübung, Verwirrung auch eine erhöhte Körpertemperatur festgestellt wird. Erfolgt keine Behandlung der Hitzeerschöpfung, kann diese im Extremfall im Hitzetod enden.

Behandlung und Therapie

Da die Hitzeerschöpfung durch einen großen Wasser- und Elektrolytverlust sowie starker körperlicher Belastung in einer warmen bis heißen Umgebung verursacht wird, sollten als Behandlung an erster Stelle die Flüssigkeitszufuhr und die leichte Abkühlung der Körpertemperatur stehen. Eine schnelle Abkühlung durch sehr kaltes Wasser sollte jedoch vermieden werden, da die Gefahr einer Unterkühlung besteht.

Gut ist ein Flüssigkeitsausgleich mit isotonischen Getränken, mineralhaltigem Wasser, Saftschorlen, Tees oder Brühe, nicht jedoch mit Alkohol. Die Zufuhr von reinem Wasser genügt nicht, da das Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt des Körpers dabei weiterhin bestehen bliebe. Reagiert man bereits bei den ersten Anzeichen einer Hitzeerschöpfung mit einer mineralhaltigen Flüssigkeitszufuhr und Abbruch jeglicher körperlicher Anstrengung, erholt sich der Körper in der Regel mühelos und schnell.

Betroffene Personen sollten zudem in einer kühleren Umgebung in eine liegende Lage mit erhöhten Beinen gebracht werden. Enge Kleidung sollte gelockert werden. Bei Bewusstlosigkeit aber vorhandener Atmung ist eine Lagerung in der stabilen Seitenlage förderlich. Wenn möglich, wird dem Patienten eine Infusion mit Vollelektrolytlösung in die Vene verabreich. Wird das Aussetzen der Atmung festgestellt, muss unverzüglich mit einer lebensrettenden Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.



Vorbeugung

Einer Hitzeerschöpfung kann vorgebeugt werden, indem man auf schwere körperliche Anstrengung in einer heißen Umgebung verzichtet. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt des Körpers wird durch das Trinken von mineralhaltigen Getränken erreicht. Auch saftiges Obst und Gemüse enthält zahlreiche Mineralstoffe, womit die Getränke ergänzt werden können. Auf Alkohol und sehr zuckerhaltige Getränke sollten bei großer Anstrengung in einer sehr heißen Umgebung verzichtet werden.

Die Kleidung sollte locker und luftig sein, da durch deren Bewegung eine kühlende Luftzirkulation an der Körperoberfläche entsteht. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder, deren Körper aufgrund der geringen Hautoberfläche noch nicht in der Lage ist, die Körpertemperatur eigenständig zu regulieren, gilt, Hitzeerschöpfung vorzubeugen. Gleiches gilt für kranke und ältere Menschen, deren Durstempfinden häufig eingeschränkt ist.

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