Histoplasmose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Histoplasmose ist eine Pilzinfektion, in der Regel wird die Lunge befallen. Viele Histoplasmosen verlaufen asymptomatisch, führen also nicht zur Ausprägung manifester Krankheitserscheinungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Histoplasmose?

Die Pilzerkrankung Histoplasmose wird auch als reticuloendotheliale Zygomykose bezeichnet. Auslöser der Histoplasmose ist der pathogene Pilz Histoplasma capsulatum. Eine Infektion muss nicht zwangsläufig zu Symptomen führen. Der Erreger Histoplasma wurde bereits im Jahre 1906 von Samuel Darling entdeckt. Edna Tompkins stellte im Jahre 1932 erstmals bei einem Säugling die Diagnose einer Histoplasmose.

Die Infektion tritt endemisch auf der ganzen Welt, insbesondere aber in Zentralafrika sowie in Tälern mit erhöhter Temperatur auf. Von endemischer Ausbreitung spricht man, wenn sich Gruppen von Menschen in bestimmten Regionen infizieren.

Ursachen von Histoplasmose

Als Ursache der Histoplasmose bzw. der retikuloendotheliale Zygomykose konnte zweifelsfrei der sogenannte dimorphe Pilz Histoplasma capsulatum identifiziert werden. Der Pilz lässt sich sowohl den Hefepilzen als auch den Myzelien zuordnen. Fälschlicherweise wird aus der Namensbezeichnung capsulatum abgeleitet, der Erreger besitze eine Kapsel, was allerdings nicht der Fall ist. Die frühere Forschung, auf welche die Namensgebung zurückzuführen ist, ging aber lange Zeit davon aus. Der Name Histoplasma capsulatum ist jedoch bis heute offiziell gebräuchlich.

Die feinen, unsichtbaren Dauerformen des Pilzes gelangen durch die Atemluft in die Lungen. Diese sogenannten Sporen heften sich an die Atembläschen, Alveolen. Das menschliche Immunsystem reagiert darauf, indem es die Pilzsporen durch bestimmte Abwehrzellen, Makrophagen, umzingeln lässt. Sobald die Makrophagen die Pilzsporen in sich aufnehmen, erfolgt deren Weiterentwicklung in die Hefeform spätestens innerhalb von 24 Stunden. Bei guter Immunlage können alle Pilze von der körpereigenen Abwehr vernichtet werden, ist die sogenannte Initialkeimdosis an Sporen allerdings zu hoch, so kann sich eine manifeste Histoplasmose entwickeln.

Symptome und Verlauf von Histoplasmose

Typische Symptome der Histoplasmose:

Histoplasmose kann in unterschiedlichen Formen auftreten, was direkt vom Immunstatus eines Infizierten abhängig zu sein scheint. Die Erkrankung kann chronisch, akut oder disseminiert verlaufen, wobei bei allen Verlaufsformen fließende Übergänge möglich sind. Die weitaus meisten Fälle von Histoplasmose verlaufen asymptomatisch, die Betroffenen bemerken also keine Infektion. Dennoch lassen sich auch noch Jahre später entsprechende Antikörper im Blut nachweisen.

Auch Katzen, Hunde oder andere Säugetiere können erkranken, den Menschen aber nicht anstecken. Leitsymptome einer manifesten Histoplasmose sind allgemeine Schwäche, Fieber, Schüttelfrost, trockener Husten, Schweißattacken und Kopfschmerzen. Schwere Verläufe können mit Enzephalopathie sowie Krämpfen und Verletzungen im Mundraum einhergehen. In seltenen Fällen kann eine unbehandelte reticuloendotheliale Zygomykose auch zum Tod führen.

Diagnose von Histoplasmose

Die Diagnose einer Histoplasmose kann nicht nur anhand der klinischen Symptomatik erfolgen, da die Krankheitserscheinungen oft unspezifisch sind und leicht mit anderen Infektionskrankheiten verwechselt werden können. Bei asymptomatischen Patienten kann eine verlässliche Diagnose nur anhand bildgebender Verfahren und laborserologischer Blutuntersuchungen gesichert werden. Bis heute ist die genaue Diagnosestellung eine Herausforderung. Gewebe, Blut oder Speichel können auf geeignete Nährmedien aufgebracht werden, um so ein Wachstum von Histoplasma capsulatum zu fördern. Dann ist ein direkter Erregernachweis möglich. Da das Erregerwachstum im Labor allerdings mehrere Wochen dauert, kann eine Therapie auch bei einer Verdachtsdiagnose nicht abgewartet werden. Immerhin kann eine progressive disseminierte Histoplasmose in wenigen Wochen zum Tode führen. Bei der Anamnese muss bei entsprechenden Krankheitszeichen berücksichtigt werden, ob sich ein Patient kürzlich in einem Endemiegebiet aufgehalten hat.

Behandlung von Histoplasmose

Asymptomatisch verlaufende Histoplasmosen werden in der Regel überhaupt keiner Therapie zugeführt, da die Betroffenen die Infektion gar nicht bemerken. Heilt eine reticuloendotheliale Zygomykose bei intaktem Immunsystem nicht von selbst aus und bestehen die klinischen Symptome länger als 30 Tage, so ist eine antimykotische Therapie einzuleiten. Amphotericin B, Ketoconazole oder Itraconazole sind dabei Antimykotika der ersten Wahl.

Es kann auch eine Kombination dieser Antipilzmittel verabreicht werden. Die antifungale Therapie muss lange genug und in ausreichend hoher Dosierung erfolgen, um alle vegetativen Pilzformen inclusive Sporen sicher abzutöten. Während der Behandlung können zum Teil heftige Nebenwirkungen auftreten, die nach Beendigung der Therapie schnell wieder verschwinden. Das Antimykotikum Amphotericin B kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn bereits das zentrale Nervensystem von der Erkrankung betroffen ist. Besonders bei Patienten mit supprimiertem Immunsystem oder Begleiterkrankungen kann sich eine Histoplasmose auch systemisch ausbreiten, erkennbar am besonders schweren Krankheitsverlauf.

Ist das Herz betroffen, so kann auch eine chirurgische Intervention erforderlich sein. In diesem Fall wird im OP ein sogenanntes pericardiales Fenster geschaffen, damit entzündliche Flüssigkeit abfließen kann, die ansonsten auf das Herz drücken und seine Pumpfunktion erheblich beeinträchtigen könnte. Bei Verwundungen der Lunge mit nekrotischen Veränderungen können die befallenen Areale auch seziert werden. Auch stark vergrößerte Lymphknoten können auf diese Weise chirurgisch entfernt werden.

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Vorbeugung von Histoplasmose

Es konnte nachgewiesen werden, dass sich das Erregerreservoir für Histoplasmose vor allem in Vogelkot und Vogeldreck befindet. Histoplasma capsulatum ist also hauptsächlich in Höhlen, Hühnerhäusern, Vogelgehegen oder Baugruben zu finden. Da die Sporen sehr resistent gegenüber Umwelteinflüssen sind, sollten besonders Menschen mit schwachem Immunsystem diese Orte meiden. Ein Impfstoff zur Vorbeugung gegen Histoplasmose existiert bislang nicht.

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