Heuschnupfen bei Kindern

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Heuschnupfen ist die häufigste Allergie bei Erwachsenen und zunehmend gibt es auch Heuschnupfen bei Kindern. In der Altersgruppe von 14 bis 17 Jahren sind bereits 18 Prozent betroffen. Gerade bei Kindern ist darauf zu achten, dass sich aus dem allergischen Schnupfen kein allergisches Asthma entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Heuschnupfen bei Kindern?

Heuschnupfen bei Kindern – auch als saisonale allergische Rhinitis bezeichnet – zählt zu den sogenannten Inhalationsallergien. Bei einer Allergie bekämpft der Körper sonst ungefährliche Stoffe und aktiviert sein Immunsystem. Auslöser für diesen allergischen Schnupfen sind die Eiweiße der Blütenpollen von Bäumen und Sträuchern, Gräsern oder Kräutern. Diese werden durch den Wind über kilometerweite Entfernungen transportiert. Je nachdem auf welche Pollen eine Unverträglichkeit besteht, können sich die Symptome zwischen Frühjahr und Herbst zu unterschiedlichen Zeiten bemerkbar machen.

Ursachen

Der Hintergrund für die auftretenden Symptome ist wie bei allen übrigen Allergien eine Überreaktion des Immunsystems. Es ist ein sensibles System aus Zellen sowie Eiweißen und soll den Menschen vor eindringenden Krankheitserregern schützen. Beim Heuschnupfen bekämpft es nun die normalerweise harmlosen Eiweiße der Pflanzenpollen. Diese werden fälschlicherweise wie Krankheitserreger vom Körper bekämpft.

Die Folge ist eine von den Botenstoffen Histamin und Leukotrienen ausgelöste Entzündungsreaktion. Sobald die Polleneiweiße von den Abwehrzellen identifiziert worden sind, schütten die Mastzellen jene Entzündungsbotenstoffe aus. Da diese Pflanzenpollen meist über die Schleimhäute in Erstkontakt mit dem Körper treten, zeigen sich auch dort die typischen Symptome. Oftmals entwickeln Menschen mit Heuschnupfen auch Allergien auf Nahrungsmittel. Hier spricht man von einer Kreuzallergie.

Die genauen Ursachen für die Ausbildung einer Allergie sind noch nicht komplett erforscht. Jedoch ist davon auszugehen, dass eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielt. Weiterhin ist es wichtig, wie stark das Immunsystem bereits in der Kindheit gefordert wurde (Hygienehypothese). Wachsen Kinder unter Nikotineinfluss auf, verstärkt sich das Allergierisiko ebenfalls.

Symptome und Verlauf

Typischer Verlauf von Heuschnupfen bei Kindern:

Die Symptome dieser Pollenallergie treten auf, sobald die entsprechende Pflanze zu blühen beginnt. Bei den sogenannten Frühblühern wie Hasel und Erle kann dies bereits im Dezember beginnen. Die Reaktionen des Körpers zeigen sich vorwiegend an den Schleimhäuten, weil hier der Kontakt mit den allergieauslösenden Pollen erfolgt. Meist sind Augen und Nase stark betroffen. Die Allergiker leiden unter starkem Niesreiz, Fließschnupfen im Wechsel mit einer verstopften Nase.

Die Haut um die Nase ist gerötet und wund. Ebenfalls tränen die Augen. Auch die Augenlider können anschwellen. Die Pollen rufen unter Umständen sogar eine Bindehautentzündung hervor. Ebenso kann sich der Juckreiz auf Mund und Rachen ausbreiten. In akuten Stadien fühlen sich die Betroffenen kränklich und schlapp, ähnlich wie bei einer Erkältung. Meist fehlt ihnen auch der erholsame Nachtschlaf. Allergiker-Medikamente wie Antihistaminika haben eine zusätzliche dämpfende Wirkung.

Diagnose

Um eine Allergie klar zu bestimmen, ist die Untersuchung bei einem Allergologen angeraten. Zunächst führt der Arzt ein Anamnesegespräch durch. Hier werden die Eltern nach dem Beschwerdeverlauf befragt. Auch die familiäre Allergieneigung ist relevant. Die Diagnose Heuschnupfen ist schnell gestellt. Schwieriger gestaltet sich die Suche nach den auslösenden Allergenen.

Bereits mit Hilfe des Pollenflugkalenders lassen sich bestimmte Pflanzen ermitteln. Weitere Untersuchungsmöglichkeiten bieten Hauttests, Provokationstest oder eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen Polleneiweiße. Bei Kindern verzichtet man auf Haut- oder Provokationstests und wählt die Form der Blutuntersuchung.

Behandlung und Therapie

Von Heuschnupfen betroffenen Kindern kann zum einen symptomatisch geholfen werden und zum anderen mit einer speziellen Desensibilisierungstherapie. Die Bekämpfung der Symptome erfolgt mit Hilfe von sogenannten Antihistaminika. Diese setzten an dem Entzündungsbotenstoff Histamin an und blockieren ihn. Die Entzündung wird dadurch unterdrückt. Sie sind in Form von Nasensprays und Augentropfen erhältlich. Auch in Tablettenform können sie verabreicht werden.

Weiterhin helfen abschwellende Nasentropfen und Sprays sowie Nasenspülungen. Letztere fördern die Pollen nach Außen. Zudem haben Nasenspülungen keine Nebenwirkungen, sind jedoch nicht bei kleinen Kindern möglich. Auch Kortison als Entzündungshemmer findet in der Heuschnupfentherapie Anwendung. Jedoch ist die Einnahme bei Kindern so gering wie möglich zu halten.

Immer mehr Zuspruch findet das Verfahren der Desensibilisierung. Sie wird bei Kindern jedoch erst ab dem sechsten Lebensjahr durchgeführt. Hierbei handelt es sich um die einzige ursächliche (kausale) Therapieform. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an die normalerweise ungefährlichen Erreger gewöhnt und die Abwehrreaktion zunehmend gemildert.

Ziel ist es, dass das Immunsystem weniger sensibel auf die Pollen reagiert, daher die Bezeichnung Desensibilisierung. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man den Übergang in ein allergisches Asthma – wird auch als Etagenwechsel bezeichnet – verhindert. Ebenso können homöopathische Mittel bei der Behandlung begleitend unterstützen.

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Vorbeugung

Am sichersten beugt man dem Heuschnupfen vor, indem man die entsprechenden Pollen meidet. Da sie oft kilometerweit durch den Wind transportiert werden, ist dies erschwert. Helfen können Pollenschutzgitter an Fenstern und Türen. Diese können auch in den Pkw eingebaut werden. Ebenso gilt es nur zu bestimmten Zeiten die Wohnräume zu lüften. In ländlichen Gegenden ist die Pollenbelastung in den Morgenstunden am höchsten.

Daher empfiehlt es sich abends die Fenster zu öffnen. Gleichsam erhöht Regen die Belastung in der Luft. Betroffene sollten in Regenzeiten nicht lüften und nur für kurze Zeit nach draußen gehen. Die Straßenkleidung sollte außerhalb von Schlaf- und Wohnräumen gewechselt werden, um auch so die Belastung der Raumluft zu minimieren.

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