Kreuzallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. September 2016
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Eine Kreuzallergie ist tückisch. Viele Allergiker machen die Erfahrung, dass sowohl Pollen als auch Lebensmittel bei ihnen die identische allergische Reaktion hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kreuzallergie?

Von einer Kreuzallergie spricht man, wenn ein Mensch auf mehrere Substanzen gleichzeitig allergisch reagiert. Schuld daran sind Allergene, die in den unterschiedlichsten natürlichen Rohstoffen enthalten sind und die Kreuzallergie hervorrufen.

Die betroffenen Patienten leiden dann zum Beispiel unter einer Birkenpollenallergie und sind auch gegen Äpfel allergisch, weil beide Stoffe gleiche Moleküle beinhalten. Die allergische Reaktion, die der Körper darauf zeigt, kann bei einer Kreuzallergie heftiger ausfallen als bei einer normalen Einzelallergie.

Ursachen

Für die Kreuzallergie ursächlich ist die sehr ähnliche Eiweißstruktur mancher Allergene. Der menschliche Körper unterscheidet nicht, ob das Allergen ursprünglich in einer Polle oder einer Frucht enthalten ist. Besonders häufig findet sich eine Kreuzallergie bei Patienten, die gegen Pollen von Birke, Hasel oder Erle allergisch sind.

Über die Hälfte dieser Menschen hat eine Kreuzallergie gegen Nüsse und bestimmte Obstsorten, die den Rosengewächsen angehören. Dazu zählen Mandeln, Kirschen, Äpfel, Birnen, Pflaumen und Pfirsiche. Noch schlimmer von der Kreuzallergie betroffen sind die Beifußpollen-Allergiker. Am häufigsten leiden sie unter allergischen Reaktionen gegen Selleriegewächse. Außerdem weisen sie in vielen Fällen eine Kreuzallergie gegen Gewürze und Gemüsesorten auf wie etwa Petersilie oder Karotten.

Auch bestimmte Kräuter wie Thymian oder Basilikum können bei ihnen eine Kreuzallergie auslösen. Neben Pollenallergikern haben auch Personen mit einer Allergie gegen Hausstaub oder Fisch häufiger eine Kreuzallergie. Fischallergiker vertragen zuweilen keine Hühnereier. Im Fall einer Milbenempfindlichkeit tritt die Kreuzallergie gelegentlich beim Verzehr von Meeresfrüchten auf.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Kreuzallergie:

Bei einer Kreuzallergie rötet sich die Schleimhaut im Mund nach dem Genuss von Lebensmitteln. Fällt die Reaktion heftiger aus, schwillt die Schleimhaut auch an. Das kann in schlimmen Fällen dazu führen, dass die Betroffenen über Atemnot klagen oder vom Ersticken bedroht sind. Ein weiteres typisches Symptom ist ein Hautausschlag, der von starkem Juckreiz begleitet wird. Im Fall einer Pollenallergie reagieren die Schleimhäute an Augen und Nase.

Die Folge ist ein Heuschnupfen oder eine Bindehautentzündung. Eher seltener begleitet ein Durchfall die Kreuzallergie. Die extremste körperliche Reaktion auf eine Kreuzallergie stellt ein Immunschock dar, der lebensbedrohlich sein kann.

Diagnose

Um eine Kreuzallergie zu diagnostizieren, führt ein Hautarzt beim Patienten einen herkömmlichen Allergietest durch. Entscheidet sich der Patient für einen Epikutantest, trägt er drei Tage lang ein Pflaster am Oberarm oder auf dem Rücken. Das Pflaster hat der Arzt zuvor mit verschiedenen Allergenen getränkt. Wenn der Arzt das Pflaster entfernt und gerötete Stellen entdeckt, ist der Patient Allergiker.

Anhand der genauen Positionen der Rötung kann der Dermatologe feststellen, welche Substanz die Allergie verursacht. Beim sogenannten Pricktest ritzt der Hautarzt hingegen die Haut des Patienten leicht an. Auf diese offene Stelle träufelt er einen Tropfen eines Allergens. Auch in diesem Fall rötet sich die Haut, sofern die Person Allergiker ist. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie innerhalb einiger Minuten bereits ein Ergebnis liefert. Unabhängig vom angewandten Verfahren testet der Hautarzt darüber hinaus, ob eine Kreuzallergie vorliegt.

Behandlung

Eine Kreuzallergie kann medikamentös und durch eine sogenannte Hyposensibilisierung behandelt werden. Bei der Hyposensibilisierung spritzt der Arzt dem Patienten eine minimale Dosis des Allergens unter die Haut. Er berücksichtigt dabei die verschiedenen Varianten der Substanz, die die Kreuzallergie auslösen.

Die Behandlung dauert meist drei bis fünf Jahre. Der Arzt kann sie aber nur durchführen, wenn der Patient das gering dosierte Allergen verträgt. Ist dies der Fall, steigert er die Menge des verabreichten Stoffes in jeder Sitzung. Bereits nach einem Jahr kann eine deutliche Besserung der Situation erreicht werden. Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, ist bei vielen Patienten eine vollständige Heilung möglich.

Personen, die diese Behandlungsmethode wegen allergischer Reaktionen nicht durchführen können, bekommen Medikamente verabreicht. Wenn sie unter Hautausschlag leiden, verschreibt ihnen der Arzt Salben, die Kortison enthalten. Bei Heuschnupfen und anderen allergischen Reaktionen, die die Schleim- und Bindehäute betreffen, setzt der Hausarzt Antihistaminika ein.

Die darin enthaltenen Wirkstoffe blockieren die körpereigene Substanz Histamin, die eine wichtige Rolle bei einer Kreuzallergie spielt. Patienten, die eine extreme allergische Reaktion zeigen, bekommen vom Arzt ein Notfall-Set ausgehändigt, dessen Medikamente bei einem Immunschock infolge einer Kreuzallergie helfen.



Vorbeugung

Gegen eine Kreuzallergie lässt sich nur bedingt vorbeugen. Pollenallergiker müssten dazu während des Pollenflugs zu Hause bleiben. Das dürfte für die meisten Menschen keine Lösung darstellen. Am ehesten ist Vorbeugung beim Verzehr von Lebensmitteln möglich.

Wenn man vom Arzt erfahren hat, gegen welche Stoffe man allergisch ist, kann man die entsprechende Rohkost meiden. Schwieriger wird es bei Fertigprodukten oder im Restaurant. Da hilft nur, die Zutatenliste genauestens zu studieren oder den Koch zu fragen. Denn bereits die geringsten Spuren einer gefährlichen Substanz können eine heftige Kreuzallergie auslösen.

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