Geschwollene Augenlider

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. November 2016
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Nahezu jeder Mensch hatte schon geschwollene Augenlider, sei es durch eine Infektion bzw. Entzündung oder nach einer langen, schlaflosen Nacht. Geschwollene Augenlider können verschiedene Ursachen haben.

Inhaltsverzeichnis

Was sind geschwollene Augenlider?

Als geschwollene Augenlider bezeichnet man einen Zustand, bei dem der Bereich der Hautfalte vor der Augenhöhle (Ober- und Unterlid) angeschwollen ist. Es kann ein Auge betroffen sein oder beide. Es können entzündliche Ursachen vorliegen oder nicht entzündliche, wie z. B. beim Heuschnupfen.

Eine der harmlosen Ursachen sind verquollene Augenlider durch Lymphstauungen, z. B. durch eine ungünstige Schlafposition, eine zu salzhaltige Ernährung oder unzureichende Flüssigkeitsaufnahme.

Ursachen

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen bei geschwollenen Augenlidern:

Eine der Hauptursachen ist eine Kontaktdermatitis durch eine allergische Reaktion oder eine mechanische Reizung. Auslöser können Inhaltsstoffe von Kosmetika, Partikel aus der Arbeitsumgebung, Pflegemittel, chemische Substanzen und Inhaltsstoffe von Arzneien sein. Die Reizstoffe können auch über die Hände ins Auge gelangen.

Eine weitere mögliche Ursache ist eine Neurodermitis. Diese chronische Hautkrankheit mit starkem Juckreiz kann erblich bedingt sein, aber auch eine Reaktion auf Stoffe aus der Umwelt. Darüber hinaus spielt psychischer Stress bei der Neurodermitis eine große Rolle.

Ein Gerstenkorn kennzeichnet eine eitrige Entzündung im Bereich des oberen oder unteren Lidrandes, die ansteckend ist, juckt und Beschwerden verursacht. Die Entzündung wird durch Staphylokokken-Infektion ausgelöst. Es bildet sich ein eitriger Kegel am Lidrand des Ober- oder Unterlides.

Ein Hagelkorn tritt nur am Oberlid auf und entsteht durch eine Verstopfung des Tränenkanals. Meistens macht es keine Beschwerden, muss aber gelegentlich operativ entfernt werden, weil es die Lidbewegung einschränken kann.

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden, aber auch als allergische Reaktion auftreten oder durch mechanische Reizung. Das betroffene Auge ist meistens gerötet, brennt, und kann eitrigen Ausfluss absondern, der ansteckend ist. Es kann ein Auge betroffen sein, aber auch beide.

Auch trockene Augen können eine Ursache für geschwollene Augenlider sein. Wenn man viel am Computer arbeitet, strengt das die Augen an und sie können darauf mit Rötungen und Reizungen reagieren. Im Winter kann Heizungsluft trockene Augen begünstigen.

Außer Augenkrankheiten können sich auch andere Erkrankungen durch geschwollene Augenlider bemerkbar machen. Bei Allergien und Erkältungskrankheiten sind häufig die Augenlider geschwollen und die Augen tränen. Aber auch Herzerkrankungen können sich durch geschwollene Augenlider äußern. Nierenerkrankungen können Wassereinlagerungen im Körper verursachen und somit auch geschwollene Augenlider begünstigen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Betroffene, die längerfristig unter geschwollenen Augenlidern leiden, sollten einen Arzt, am besten einen Augenarzt, aufsuchen. Der Arzt lässt sich zunächst die Beschwerden und deren Dauer schildern, fragt nach Vorerkrankungen. Anschließend untersucht er die Augen eingehend. Charakteristische Augenerkrankungen können so schnell erkannt werden, aber auch Erkrankungen, die Einfluss auf die Augen haben können, z. B. Diabetes mellitus oder Bluthochdruck. Bei bakteriellen Augenerkrankungen kann ein Abstrich entnommen werden, um den Erreger zu bestimmen. Bei festeren Gewebeschwellungen mit Tumorverdacht wird über das Entfernen des geschwollenen Gewebes hinaus eine Gewebeprobe entnommen, um zu untersuchen, ob der Tumor bösartig ist.

Behandlung

Die Behandlung von geschwollenen Augenlidern richtet sich nach der Ursache der Schwellungen. Bei Erkältungskrankheiten werden Erkältungsmittel verordnet. Im Zuge der Genesung verschwinden die geschwollenen Augenlider von allein.

Bei Gerstenkörnern und anderen bakteriellen Infektionen werden meistens Antibiotika verabreicht oder entzündungshemmende Augentropfen und die Empfehlung, auf die Hygiene zu achten wegen der Ansteckungsgefahr. Bei hohem Blutdruck, Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen sollte ein Internist die Ursachen abklären. Bei Allergien werden Antihistaminika oder Kortison verordnet.

Bei geschwollenen Augen durch eine Hausstauballergie kann man auf anti-allergische Bettwäsche zurückgreifen, Pollenfilter und einen Matratzenüberzug. Diese Maßnahmen helfen oft schon.

Bei harmlosen Augenbeschwerden können Augentropfen und Augensalben helfen. Augenschwellungen nach einer durchzechten Nacht kann man gut mit Augenkompressen, Gurkenscheiben oder abgekühlte Teebeuteln behandeln. Gegen trockene Augen hilft künstliche Tränenflüssigkeit, die bei Bedarf ins Auge geträufelt wird. Fremdkörper sollte man vorsichtig entfernen oder vom Augenarzt entfernen lassen.

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Vorbeugung

Gegen geschwollene Augenlider helfen bewährte Hausmittel, aber auch vorbeugend kann man eine Menge für die Augen tun. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist ausreichendes Trinken, um Lymphstauungen vorzubeugen. Bei morgens geschwollenen Augen können ein gekühlter Löffel oder eine Kühlbrille helfen oder Gurkenscheiben auf den Augen, die angenehm kühlen und zugleich Feuchtigkeitsspender sind. Es gibt eine Reihe von Pflegeprodukten, die mit sanften Massagen in Kombination die Augen entspannen und beruhigen können. Bei bakteriellen Infektionen muss man vorsichtig sein wegen der Ansteckung und auf besondere Hygiene achten. Unterstützend und lindernd kann das entzündete Auge mit Kamillentee gereinigt werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Gittereu kommentierte am 21.07.2016 um 15:55 Uhr

Ich habe Schmerzen an den Lidrändern, Brennen und Jucken. In den Augenwinkeln bilden sich durch Absonderungen aus dem Auge harte Körnchen, die verhindern, dass man die Augen ganz öffnen kann. Wenn ich versuche, die Körnchen zu entfernen, sind diese Stellen in den Augenwinkeln entzündet. Wenn Tränenflüssigkeit damit in Berührung kommt, brennt es ganz furchtbar und die Augenwinkel sind gerötet und entzündet. Diese Symptome treten bei mir jedoch nur bei feuchtem und kühlen Wetter auf. Jede Form von Wärme tut den Augen gut. Bei Sonnenschein und trockenem Wetter habe ich keine Beschwerden. Auch Heizungsluft und Zigarettenrauch machen nichts aus, nur feuchtkaltes Wetter und hohe Luftfeuchtigkeit. Schminken geht gar nicht mehr. Bisher konnte mir kein Arzt helfen, da die Symptome nicht typisch sind für trockene Augen usw.

Evi kommentierte am 05.11.2016 um 19:35 Uhr

Wer kann mir helfen, ich habe seit Monaten geschwollene Augenlider. Ich war beim Augenarzt, HNO-Arzt, Allergologen, Internisten, alles ohne Erfolg. Schilddrüse wurde untersucht, OP vor 10 Jahren alles in Ordnung. Manche Tage habe ich auch kopfjucken und und gereizte Schleimhaut im Mund. Was soll ich tun?