Herpangina bei Baby und Kind

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. August 2017
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Die Herpangina bei Baby und Kind ist eine durch Schmier- und Tröpfcheninfektion übertragbare Erkrankung, die besonders im Sommer und Herbst bei Babies und Kleinkindern auftritt und sich durch Bläschen im Mundraum äußert. Ihr Verlauf ist in den meisten Fällen komplikationslos und die Erkrankung dauert häufig nur wenige Tage an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Herpangina bei Baby und Kind?

Die Herpangina (oft auch Zahorsky Krankheit) ist eine fieberhafte Infektionskrankheit im Bereich der Mundschleimhaut und der Gaumenmandeln, die häufig bei Babies und Kleinkindern unter sieben Jahren auftritt. Die Erkrankung wird durch Coxsackie-Viren des Typs A ausgelöst und primär in den Sommer- und Herbstmonaten diagnostiziert. Die Herpangina verläuft meist komplikationslos und ist innerhalb einer Woche ausgeheilt. Typische Symptome wie Bläschenbildung und Schluckbeschwerden halten meist nur wenige Tage an.

Ursachen

Ursächlich für eine Herpangina ist die Infektion mit Coxsackie-A-Viren, welche zur Gruppe der Enteroviren gehören; diese Erreger sind außerdem Auslöser für Bindehautentzündungen und Sommergrippe. Die Viren werden von den Betroffenen über den Stuhl ausgeschieden und können so durch eine Schmierinfektion auf andere Menschen übertragen werden.

Außerdem ist eine Ansteckung durch eine Tröpfcheninfektion möglich; die Erreger werden durch Husten oder Niesen über Sekrete des Nasen-Rachen-Raumes übertragen. Coxsackie-A-Viren sind zudem in verunreinigten Lebensmitteln und Trinkwasser nachzuweisen, weshalb auch dieser Übertragungsweg nicht ausgeschlossen ist.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Herpangina:

Die Inkubationszeit der Herpangina beträgt zwei bis sechs Tage. Die sichtbaren Symptome der Herbangina beschränken sich auf die Mundschleimhaut und den Gaumenbogen; gelegentlich sind auch die Gaumenmandeln betroffen. Die Erkrankung äußert sich zunächst durch rasch ansteigendes Fieber (bis 40°C) und kleine Bläschen am weichen Gaumen, welche ca. zwei bis drei Millimeter groß und rot umrandet sind.

Weiterhin treten schmerzhafte Schluckbeschwerden auf, die zu Appetitlosigkeit führen können. Außerdem klagen Betroffene über Abgeschlagenheit, Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Eine Herpangina heilt in der Regel innerhalb einer Woche ohne Komplikationen aus; von Bläschen betroffene Stellen im Mundraum sind nach zwei Wochen abgeheilt.

Diagnose

Die Diagnose einer Herpangina wird in den meisten Fällen mit Hilfe der typischen Symptome gestellt. In seltenen Fällen wird ein Nachweis der Erreger im Stuhl oder Wasser, welches zuvor bei einer Rachenspülung eingesetzt wurde, durchgeführt. Gleiches gilt für den Nachweis von Antikörpern gegen Coxsackie-Viren des Typs A im Blut.

Da Halsschmerzen ebenfalls Ausdruck anderer Erkrankungen sein können, ist es notwendig, beim Verdacht auf eine Herpangina einen Arzt aufzusuchen. Auch andere Infektionen, die die Schleimhäute und die Mandeln betreffen, sind unbedingt durch einen Mediziner auszuschließen.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei der Herpangina bei Baby und Kind nicht zu besonderen Komplikationen oder zu anderen Beschwerden. Meistens kommt es auch zu einer selbständigen Heilung, sodass eine besondere Behandlung nicht notwendig ist. Die Betroffenen leiden dabei an Fieber und an Schluckbeschwerden. Auch eine Heiserkeit und eine Abgeschlagenheit können auftreten und sich negativ auf den Alltag des Betroffenen auswirken. Weiterhin tritt durch die Herpangina bei Baby und Kind auch eine Schwellung der Schleimhaut im Mund und im Rachen auf, welche die Einnahme von Flüssigkeiten und Nahrung eventuell erschweren kann. Ebenso treten die gewöhnlichen Beschwerden und Symptome einer Grippe auf, sodass sich die Patienten unwohl und müde fühlen.

Auch Schmerzen an den Extremitäten treten durch die Herpangina bei Baby und Kind nicht selten auf. Meistens kann die Krankheit schon durch Bettruhe relativ gut eingeschränkt werden. Nur in schwerwiegenden Fällen ist die Einnahme von Medikamenten notwendig, um die Krankheit einzuschränken. Komplikationen treten in der Regel nicht auf und es kommt meistens zu einem positiven Krankheitsverlauf. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Herpangina bei Baby und Kind nicht beeinflusst oder verringert.

Behandlung und Therapie

Die Therapie bei einer Herpangina beschränkt sich auf die Behandlung der auftretenden Symptome. Häufig werden Medikamente oder Wadenwickel zur Fiebersenkung und körperliche Schonung empfohlen. Schluckbeschwerden und Halsschmerzen können durch Gurgeln mit leicht erwärmten Lösungen und schmerzstillende Lutschtabletten gelindert werden. Wundheilungsfördernde Mundspülungen können die Heilung der Bläschen begünstigen.

Bei einer stark ausgeprägten Herpangina kann es im Krankheitsverlauf zu einer bakteriellen Infektion kommen; um diese zu Verhindern ist der Einsatz von antibakteriellen Mundlösungen möglich.

Schluckbeschwerden und hiermit einhergehende Appetitlosigkeit können dafür sorgen, dass die Flüssigkeitsaufnahme des Babies oder Kleinkindes reduziert ist; aus diesem Grund muss besonders auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden. Eine Besserung der Schluckbeschwerden ist außerdem durch die Darreichung flüssiger oder weicher Lebensmittel möglich, da die Aufnahme weniger Schmerzen verursacht als bei fester Nahrung.



Vorbeugung

Einer Herpangina kann vorgebeugt werden, indem der Kontakt zu erkrankten Babies und Kleinkindern vermieden wird. Da die Erreger durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen übertragen werden, können hygienische Maßnahmen das Infektionsrisiko minimieren. Eine Impfung gegen Coxsackie-A-Viren gibt es nicht.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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