Hörsturz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Oktober 2016
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Ein Hörsturz bezeichnet den plötzlichen Verlust der Hörfähigkeit. Hierbei handelt es sich um eine funktionelle Störung des Innenohrs. Meist betrifft der Hörverlust nur ein Ohr und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, der Betroffene hört nur noch wenig oder gar nichts mehr. Häufig tritt ein Hörsturz zwischen dem 40. - 60. Lebensjahr auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hörsturz?

Beim Hörsturz ist das innere Ohr betroffen, das eine Schwerhörigkeit gegenüber den Schallempfindungen erlebt. Der Hörsturz wird auch medizinisch als sensorische Schwerhörigkeit bezeichnet, was dieser Schallempfindungsschwerhörigkeit entspricht. Man vermutet, dass immer verschiedene Faktoren an der Entstehung eines Hörsturzes beteiligt sind.

Waren früher vor allem Menschen ab 50 von einem Hörsturz betroffen, so werden die Patienten heute immer jünger. Der Hörsturz ereilt Frauen wie Männer gleichermaßen.

Ursachen

Zu den Ursachen für einen Hörsturz wurden viele medizinische Untersuchungen unternommen, wobei als Hauptursache für Hörsturz Durchblutungsstörungen im Innenohr erkannt wurden. Im Innenohr befinden sich Haarzellen, die als Sinneszellen für das Hören zuständig sind.

Bei einem Hörsturz sind diese Haarzellen nicht genug durchblutet und sie erhalten weniger Nährstoffe und Sauerstoff. Dadurch können sie ihre Tätigkeit, elektrische Signale von den Außengeräuschen über die Nerven des Hörzentrums bis ins Gehirn weiter zu leiten, nicht ausreichend nachkommen.

Hörverlust und Hörsturz sind die Folgen davon. Wenn es sich bei einem Hörsturz um einen Innenohrinfarkt handelt, sind Blutgerinnsel Verursacher des Hörsturzes. Erhöhte Cholesterinwerte und Blutfette begünstigen eine Erhöhung der Gerinnungsneigung im Blut und tragen zu einem Hörsturz bei.

Bluthochdruck und Nikotin gelten als Verursacher der Arteriosklerose und können einen Hörsturz verursachen. Blutdruckschwankungen und Herzerkrankungen sind wie seelische Belastungen ebenfalls mögliche Verursacher für den Hörsturz. Ein Hörsturz kann auch durch Viren, Autoimmunerkrankungen und Entzündungsprozesse, Tumore und mechanische Verletzungen entstehen.

Symptome und Verlauf von Hörsturz

Typische Symptome eines Hörsturz:

  • plötzlicher Hörverlust (meist einseitig)

Typisch für einen akuten Hörsturz ist ein meist aptrupter Verlust der Hörfähigkeit. Ein Hörsturz kann sich durch Piepen, Pfeifen (Tinnitus) oder Druck im Ohr ankündigen.

Ein Hörsturz ist begleitet von einem dumpfen Gefühl im inneren Ohr und von Geräuschen, auch von Schwindelgefühlen. Der Hörsturz kann unterschiedliche Schwergerade der Minderung der Hörfähigkeit aufweisen.

Klagt der Betroffene über Ohrenschmerzen, dann kann ein 'Hörsturz' in aller Regel ausgeschlossen werden.

Über den genauen Verlauf eines Hörsturzes lässt sich häufig nur mutmaßen. Die Gesundung des Patienten ist stark abhängig von Ursache und Wirksamkeit der angewandten Behandlung. Allerdings berichten viele Betroffene über ein spontanes Wiedererlangen der Hörfähigkeit.

Diagnose

Ein Hörsturz tritt plötzlich auf. Bis heute wissen Experten nicht genau, welche Ursachen einen solchen Hörverlust auslösen. Vielfach wird vermutet, dass der Grund hierfür Durchblutungsstörungen im Innenohr respektive Entzündungen sein können.

Nicht jeder Hörverlust ist ein Hörsturz. Für die mangelhafte Funktionalität des Hörorgans kann es viele mögliche Gründe geben. Ein Propf aus Ohrenschmalz, der im Gehörgang steckt, kann ebenso Grund für eingeschränktes Hörvermögen sein wie eine Mittelohrentzündung. Entsprechend muss der Facharzt zunächst alle möglichen Ursachen ausschließen.

Bei der Diagnose Hörsturz handelt es sich somit um eine Ausschlussdiagnose. Ein Hörsturz wird immer dann diagnostiziert, wenn für einen akuten Hörverlust keine medizinischen Ursachen festgestellt werden können. Zur Diagnosefindung kommen bei einem Hörsturz verschiedene Untersuchungen zum Einsatz.

Neben der Anamnese erfolgt durch den Facharzt eine gründliche Untersuchung der Gehörgänge durch eine Otoskopie. Mit dieser kann auch das Trommelfell bewertet werden.

Mithilfe einer Tympanometrie ist es möglich, die Funktionstüchtigkeit des Mittelohrs zu bestimmen. Durch die Messung otoakustischer Emissionen lässt sich zwischen einem Hörsturz und einer Schwerhörigkeit durch eine Erkrankung des Hörnervs unterscheiden.

Behandlung und Therapie

Die Therapie beim Hörsturz muss die Durchblutung im Innenohrbereich fördern. Dabei ist bei einem akuten Hörsturz die umgehende Behandlung bedeutend. Je schneller bei einem Hörsturz durchblutungsfördernde Maßnahmen eingeleitet werden, umso größer sind die Heilungschancen.

Ein Hörsturz kann mit verschiedenen Therapiemethoden behandelt werden, die vom Facharzt entschieden werden. Kortisongaben und die Anregung des Blutflusses sind erste Maßnahmen.

Ruhe und Entspannung ist ebenfalls erforderlich. Die Infusionstherapie hilft bei einem Hörsturz, die Durchblutung anzuregen. Dabei werden bei einem Hörsturz intravenös blutverdünnende Medikamente, Plasmaexpander genannt, dargereicht.

Schwellungen oder Entzündungen können durch eine zusätzliche Verabreichung von Kortison behandelt werden.

Ein anderes Therapieverfahren bei Hörsturz ist die H.E.L.P.- Apherese. Hierbei wird zur Behandlung bei Hörsturz das Blut von Fibrinogenen, Lipoproteinen und LDL-Cholesterin gereinigt. Dies ist die schnellste Hörsturz Behandlung. Sie sollte so schnell wie möglich nach einem Hörsturz eingeleitet werden.

Für die spezielle Hörsturz Behandlung bestehen spezielle Zentren, in denen Hörsturz Patienten ihr Blut ambulant reinigen können. Eine andere Form der Therapie bei Hörsturz ist das Sauerstoffüberdruckverfahren, auch bekannt als hyperbare Sauerstofftherapie oder HOB. Mit Gingko und Laserverfahren kann ebenfalls bei Hörsturz erfolgreich behandelt werden.



Vorbeugung

Um einem Hörsturz vorzubeugen, empfiehlt sich eine gesunde Ernährung mit ballaststoffreicher und gesunder sowie cholesterinarmer Ernährung, Sport und Stressreduktion.

Vorbeugend helfen gegen Hörsturz auch Entspannungsübungen und eine Lärmreduzierung. Auch Nikotin (Rauchen) sollte zum Vorbeugen gegen einen Hörsturz völlig vermieden werden.

Personen, die bereits an einem Hörsturz erkrankt waren, sollte Stress unbedingt vermeiden und dazu Yoga, Meditation und andere Entspannungsverfahren vorbeugend nutzen. Regelmäßiger und sanfter Sport wie Nordic Walking, Wandern, Joggen, Schwimmen oder Radfahren ist ebenfalls als Vorbeugung gegen einen Hörsturz geeignet.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

hedi kommentierte am 28.06.2016 um 20:08 Uhr

Ich hatte vor 10 Wochen einen Hörsturz. Das rechte Ohr ist nun völlig taub. Auch nach einer Kortison-Behandlung ergab sich keine Veränderung. Hinzu kommen unangenehme Nebenerscheinungen wie Gleichgewichtsstörungen, ungenügende Sauerstoffversorgung des Gehirns und leichte depressive Zustände.