Gebärmutterhalsentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Januar 2015
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Frauen, die vermehrten gelblich-eitrigen und übelriechenden Ausfluss aus der Scheide beobachten, sollten über einen Arztbesuch nachdenken. Dieser Ausfluss kann ein erstes Anzeichen für eine Gebärmutterhalsentzündung sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gebärmutterhalsentzündung?

In der Medizin wird die Gebärmutterhalsentzündung (Zervizitis) als eine Infektion der Schleimhäute und auch der tieferen Gewebeschichten des Gebärmutterhalses bezeichnet.

Obwohl der Gebärmutterhals eigentlich über Abwehrmechanismen verfügt, die das Aufsteigen von Keimen aus dem Vaginalbereich verhindern (zähes und alkalisches Sekret, welches eine Neutralisierung von Erregern bewirken soll) kann es aufgrund bestimmter Umstände (z. B. Geschlechtsverkehr mit oft wechselnden Partnern, operative Eingriffe, mangelnde Hygiene, Einsetzen einer Spirale, Wucherungen des Gewebes) zu einer Schwächung der Schutzfunktion und somit zu einer Entzündung des Gebärmutterhalses kommen.

Auch der Isthmus, der eine kurze Engstelle darstellt und den Gebärmutterhals vom Gebärmutterkörper trennt, wirkt wie ein physiologischer Verschluss. Wenn die Erkrankung, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird, unbehandelt bleibt, kann die Infektion auf die Gebärmutter, Eileiter sowie Eierstöcke übergehen und zu Eileiterverklebung, Eileiterschwangerschaften oder sogar Unfruchtbarkeit führen.

Ursachen von Gebärmutterhalsentzündung

Eine Gebärmutterhalsentzündung kann vielfältige Ursachen haben. Hierbei muss unterschieden werden, ob eine unspezifische, chronische oder auch eine aktute Zervizitis bei der Patientin vorliegt. Bei den so genannten unspezifischen Gebärmutterhalsentzündungen kann es schon durch die Entnahme von Gewebeproben oder eine Ausschabung zur Ausbreitung von Krankheitskeimen kommen.

Sogar der Einsatz einer Spirale kann zu Infektionen führen. Die häufigste Ursache für chronische Gebärmutterhalsentzündungen sind Veränderungen an der Anatomie des Gebärmutterhalses: Hierzu gehören zum Beispiel Risse im Gebärmutterhals, Polypen oder auch eine extreme Vorwölbung der Muttermundlippen nach außen. Dadurch wird das Aufsteigen von Erregern natürlich stark begünstigt.

Liegt eine akute Gebärmutterhalsentzündung vor, dann ist diese meist eine Folge einer so genannten Kolpitis (Scheidenentzündung) oder auch einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Erregern (z. B. Gonokokken, Chlamydien, Herpes-Viren). Eine akute Entzündung des Gebärmutterhalses zeigt in der Regel recht starke Symptome.

Symptome und Verlauf von Gebärmutterhalsentzündung

Typische Symptome einer Gebärmutterhalsentzündung:

Zu den typischen Symptomen einer Gebärmutterhalsentzündung gehören ein übelriechender und gelblich-eitriger Ausfluss, brennende Schmerzen, Unterleibsschmerzen und Krämpfe, Juckreiz, Zwischen- sowie Schmierblutungen. Unter Umständen kann es auch zu abnormen Blutungen kommen. Betroffene leiden außerdem oft an einem gleichzeitigen Keimbefall der Scheide sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und beim Urinieren. In schweren Fällen kann es auch zu Fieber kommen.

Der Krankheitsverlauf richtet sich vor allem nach den Ursachen für die Gebärmutterhalsentzündung. Ist die Art des Erregers festgestellt und können andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, so ist die Prognose bei entsprechender Behandlung durchaus gut.

Diagnose von Gebärmutterhalsentzündung

Bereits bei den ersten Anzeichen für eine Gebärmutterhalsentzündung ist es ratsam, einen Gynäkologen aufzusuchen. Nur so kann eine Ausbreitung der Infektion auf weitere Teile des weiblichen Genitals verhindert werden. Der Arzt wird sich in einem ersten Gespräch über die Beschwerden und die allgemeine Krankheitsgeschichte der Patientin erkundigen und erstellt eine Anamnese. Im Anschluss wird eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt, bei der die Oberfläche des Muttermunds sowie die Schleimhaut mit Hilfe des Spekulums oder auch einer Kolposkopie genau betrachtet werden.

Für die Diagnosestellung sind unter anderem Farbe, Geruch sowie Beschaffenheit des Scheidenausflusses von Bedeutung. Um den Erreger genau identifizieren zu können, wird ein Abstrich gemacht, der im Labor unter dem Mikroskop analysiert wird. Um andere Krankheiten ausschließen zu können, werden in der Regel auch Ultraschalluntersuchungen, serologische Untersuchungen sowie Darstellungen mit Röntgenkontrastmitteln durchgeführt.

Behandlung von Gebärmutterhalsentzündung

Um eine Gebärmutterhalsentzündung erfolgreich behandeln zu können, ist die Ursache entscheidend. So können Infektionen mit Chlamydien oder auch Gonokokken bereits erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Ganz wichtig ist dabei immer eine Mitbehandlung des Partners, da ansonsten der so genannte „Ping-Pong-Effekt“ eintritt und es so zu einer Wiederansteckung des bereits geheilten Patienten kommen kann.

Um Schwellungen sowie Schmerzen schnell abklingen zu lassen, werden in der Regel auch entzündungshemmende Arzneimittel verordnet. Liegt eine Infektion durch einen Herpes-Virus vor, so ist aus aktueller medizinischer Sicht leider keine Heilung möglich. Hier können Virustatika zu einer Linderung der Beschwerden sowie zu einem verkürzten Krankheitsverlauf verhelfen. Bei einer Infektion durch Herpes-Viren verbleiben die Viren trotzdem im Körper und können zum Beispiel in Stresssituationen zu einer erneuten Infektion führen.

Wenn anatomische Veränderungen (z. B. Feigwarzen, Polypen) Ursache der Gebärmutterhalsentzündung sind, dann können diese meist mit Hilfe eines Lasers, einer Elektroschlinge oder einem Messer entfernt werden. Ist ein bösartiger Tumor für die Entzündung verantwortlich, kann unter Umständen auch die Entfernung eines Teils des Muttermunds sowie der Schleimhaut des Gebärmutterhalses notwendig werden – bei schwerwiegenden Fällen kann es sogar zu einer Entfernung der gesamten Gebärmutter kommen.

Eine Gebärmutterhalsentzündung, die durch den Hormonmangel der Wechseljahre ausgelöst wurde, kann durch die Zufuhr von weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogen, Gestagen) für einen Zeitraum von ca. 20 Tagen behandelt werden.

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Vorbeugung von Gebärmutterhalsentzündung

Die beste Vorbeugung einer Gebärmutterhalsentzündung ist – vor allem bei oft wechselnden Geschlechtspartnern – die Verwendung von Kondomen. Auch die Impfung gegen Humane Papillomviren bietet einen guten Schutz, zumal sie auch vor Gebärmutterhalskrebs schützt.

Um das Aufsteigen von Erregern und Keimen in die Gebärmutter oder die Eierstöcke zu verhindern, ist eine frühzeitige Behandlung von Scheideninfektionen sowie eine sorgfältige Intimhygiene und regelmäßiges Händewaschen wichtig.

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