Feigwarzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Juni 2017
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Feigwarzen gehören zu den Genitalwarzen und werden durch das Humane Papillomavirus verursacht. Der Hauptübertragungsweg einer HPV-Infektion ist der Geschlechtsverkehr. Aus diesem Grund ist die konsequente Nutzung von Kondomen angezeigt, um eine Infektion mit humanen Papillomaviren zu vermeiden. Feigwarzen sind zwar in den meisten Fällen gutartig, können jedoch entarten und bösartige Tumore entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Feigwarzen?

Das für Feigwarzen verantwortliche Humane Papilloma-Virus wird durch Geschlechtsverkehr übertragen. Aus diesem Grund zählen Feigwarzen zu den übertragbaren Geschlechtskrankheiten. Feigwarzen werden auch als spitze Kondylome bezeichnet, die Hautveränderungen verursachen, die später zu bösartigen Tumoren entarten können.

Feigwarzen kommen hauptsächlich im Genitalbereich vor und siedeln sich bevorzugt an den Schamlippen, der Scheide und am Penis an. Seltener ist die Entstehung der Feigwarzen im Anal- und Enddarmbereich sowie an der Harnröhre oder am Gebärmutterhals. Feigwarzen verursachen wenig Symptome und werden oft nur zufällig entdeckt.

Ursachen

Eine Übertragung von Feigwarzen mit dem humanen Papillomaviren kann neben dem Geschlechtsverkehr auch durch eine Schmierinfektion bei gemeinsamer Benutzung von Handtüchern und anderen Gegenständen erfolgen, die mit dem Virus verunreinigt sind.

Durch mikroskopisch kleine Verletzungen in der Haut dringen die Papilloma-Viren in die Epithelzellen der Haut ein und vermehren sich in deren Zellkernen.

Die Farbe der Feigwarze kann rötlich, bräunlich oder auch weiβlich sein. Die Feigwarzen sind ansteckend und können durch Schmierinfektion auch auf andere Hautbereiche übertragen werden. An anderen Stellen des Körpers können durch die Viren gewöhnliche Warzen oder wiederum Feigwarzen entstehen.

In manchen Fällen beginnen die Feigwarzen zu wuchern und wachsen beetförmig zusammen. Diese Riesenwarzen werden auch als Buschke-Löwenstein-Tumore bezeichnet. Durch die Wucherungen können Plattenepithelkarzinome und andere in das Gewebe eindringende und zerstörende Tumore entstehen.

Wann zum Arzt?

Feigwarzen sind meistens ein kosmetisches Problem und müssen nicht unbedingt medizinisch behandelt werden. Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn die Wucherungen ohne erkennbaren Grund auftreten, starke Schmerzen verursachen oder unmittelbare Ansteckungsgefahr für andere besteht. Sollte sich die Warze entzündet haben oder ungewöhnliche Hautveränderungen hervorrufen, muss ein Hausarzt die Ursachen abklären und gezielt behandeln.

Wer ganz plötzlich unter Feigwarzen leidet, sollte ebenfalls einen Arzt konsultieren. Womöglich liegt eine Hauterkrankung vor, die umgehend behandelt werden muss. Sollte eine Feigwarze bluten oder nässen, muss dies umgehend medizinisch untersucht werden. Das gilt auch, wenn sich die Warze schnell vergrößert oder sich über Nacht neue Feigwarzen an anderen Körperstellen bilden.

Kinder und Menschen über 45 Jahren sollten mit Feigwarzen immer zum Arzt, um eine ernste Erkrankung ausschließen zu können und Komplikationen zu vermeiden. Patienten mit einer Neurodermitis oder einer anderen Hauterkrankung sollten Feigwarzen ebenso ärztlich abklären lassen wie Menschen, die sich bereits einmal mit HP-Viren infiziert haben. Der Arzt kann die Wucherung in der Regel rasch entfernen und über sexuelle und hygienische Probleme durch Feigwarzen informieren.

Symptome und Verlauf

Bei Feigwarzen entstehen als anfängliche Symptome einzelne, flache und zunehmend vermehrende kleine Papeln (Knötchen), die relativ schwer zu entdecken sind. Eine Feigwarze, die weiterwachsen kann, entwickelt in der Folge eine blumenkohlartige Ausformung. Diese kann die Farbtöne weiß, rot, grau oder braun annehmen.

Der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Auftreten der Hautveränderungen kann zwischen einem und mehreren Monaten betragen. Die Hautveränderungen sind anfangs kaum sichtbar und verursachen weder Beschwerden noch Symptome. Trotzdem können die ansteckenden Papillomaviren bereits in diesem Stadium übertragen werden. Zunächst enstehen hautfarbene, flache, kaum erhabene Knötchen, die gruppenförmig angeordnet sind. Im weiteren Verlauf wächst die Feigwarze und nimmt ein blumenkohlartiges Aussehen an.

Diagnose

Die Diagnose Feigwarze wird meist anhand des äuβeren Hauterscheinungsbildes (siehe Symptome) gestellt. Dazu untersucht der Arzt den Intimbereich (Geschlechtsorgan und After) des Patienten nach den typischen Symptomen. Im Zweifelsfall kann eine mikroskopische Untersuchung (Kolposkopie) Klarheit bringen.

Möglich ist auch ein Essigsäuretest, bei dem die Feigwarzen mit einer dreiprozentigen Essigsäure betupft werden und diese weiβ färben. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Feigwarzen und dem Erscheinungsbild der Haut.

Behandlung und Therapie

Möglich ist die Bekämpfung der Feigwarzen durch die Einnahme von Medikamenten oder das Betupfen der Warzen mit Imiquimod oder Trichloressigsäure. Während der Schwangerschaft sind diese Mittel nur mit äuβerster Vorsicht und nur nach ärztlicher Rücksprache anzuwenden.

Das Vereisen der Warzen (Kryotherapie), sowie die Elektro- und Lasertherapie führen ebenfalls zu guten Ergebnissen.

Behandelte Feigwarzen nehmen in der Regel einen guten Heilungsverlauf, Rezidive treten nur gelegentlich auf. Im Fall von wuchernden Feigwarzen (Buschke-Löwenstein-Tumore) ist die Behandlung schwieriger und langwieriger.

Eine chirurgische Entfernung von Feigwarzen führt hingegen meist nicht zum gewünschten Ergebnis, da die Warzen nach kurzer Zeit wieder auftreten.

Da die für Feigwarzen verantwortlichen Papillomaviren nahezu in allen Fällen von Gebärmutterhalskrebs nachweisbar sind, steht seit einigen Jahren für alle Mädchen zwischen zwölf und siebzehn Jahren eine vorbeugende Impfung gegen verschiedene HPV-Typen zur Vorbeugung zur Verfügung.



Bücher über Feigwarzen

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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