Heller Stuhlgang

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Heller Stuhlgang

Vorübergehend heller Stuhlgang ist häufig auf den Verzehr bestimmter Nahrungmittel zurückzuführen. So kann z.B. eine ausgeprägte pflanzliche Ernährung oder die Aufnahme bestimmter Medikamente den Stuhl weiß-gelblich färben. Anhaltend heller Stuhl kann aber auch auf eine ernste Magen-Darm-Erkrankung hinweisen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist heller Stuhlgang?

Als Stuhlgang bezeichnet man die Absonderung von Kot, als Endprodukt des menschlichen Nahrungsverdauung. Der gesunde Stuhlgang variiert von 3-mal wöchentlich bis 3-mal täglich. Auch die Farbe und Konsistenz des Stuhls kann stark variieren.

Eine Stuhlverfärbung, die in Folge eines Essens nachvollziehbar heller ist, ist nicht behandlungsbedürftig. Bei hellem Stuhl kann es sich allerdings auch um organische Störungen handeln. So verfärbt sich infolge einer Leber- oder Gallenerkrankung der Stuhl nahezu weißlich, gelegentlich auch grau. Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse können sich über die helle Stuhlfarbe andeuten. Ansonsten ist die Farbe des Stuhlganges vom Gegessenen abhängig.

Ursachen

Die Ursachen, aus denen heraus heller Stuhl auftritt, sind relativ klar: Nahrungseinflüsse, Magnesiumüberschuss, Leber- und Gallenstörungen und Hepatitis, Bauchspeicheldrüsenentzündungen oder Bauchspeicheldrüsenkrebs. Heller Stuhl kann auch auf eine Infektionskrankheit im Magen-Darm-Trakt hindeuten. Gallensteine oder Gallengangsturmore können Stuhlverfärbungen nach sich ziehen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Um zu einer Diagnose und Verlaufsprognose des hellen Stuhlgangs zu kommen, muss man zunächst den Stuhl beobachten. Ändert er sich unabhängig vom Gegessenen über mehrere Tage nicht in der Färbung, kann heller Stuhl ein Krankheitsanzeichen sein. Normal ist eine gelblich-braune Färbung, bei Fleischessern auch ein dunklerer Stuhl.

Die Menge variiert je nach Ballaststoffanteil der Nahrung. Heller Stuhl über mehrere Tage kann also erklärlich sein. Ist die Farbe aber auffallend anders als man es kennt, sollte man eine Stuhlprobe beantragen oder dem Arzt durch Beschreibung eine Vorstellung geben, warum einen die Veränderung beunruhigt. Die Mediziner benutzen selten den Terminus "heller Stuhl", sondern beschreiben weißlichen Stuhl undefinierter Form als „ancholisch“.

Verursacht wird er durch einen verschlossenen Gallengang, der beispielsweise durch Gallensteine oder einen Tumor verursacht werden kann. Deswegen kann der Gallenfarbstoff den Stuhl nicht mehr einfärben. Weißlich-graue Stuhleinfärbungen sollte man wegen möglicher Komplikationen in Richtung auf Leber und Bauchspeicheldrüse ernst nehmen. Auch durch Antibiotika kann heller Stuhl entstehen. Eine gelbliche Verfärbung kann auf einen Magnesiumüberschuss oder auf eine Durchfallerkrankung hinweisen.

Grünlich-gelblicher heller Stuhl kann auf eine geschädigte Darmflora hinweisen. Dunkleres Grün kann auf Grünkohl-, Spinat- oder hohen Blattsalatverzehr hindeuten. Bei virusbedingten Darmerkrankungen kann ebenfalls heller Stuhl gegeben sein. Rötlicher, hellroter oder rot eingefärbter Stuhl kann auf Blut im Stuhl, Rote-Beete-Verzehr oder anderes hinweisen.

Blutungen im Dick- oder Enddarm, Hämorrhoiden, Tumore des Darms oder Geschwüre können Verursacher sein. Je nachdem, welche Ausgangsvermutung der Arzt hat, wird die Diagnostik eingerichtet. Sie kann von der Stuhlprobe über eine Koloskopie bis zum MRT reichen. Die Verlaufsprognose richtet sich nach der Diagnose.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung oder Störung. Bevor man zum Arzt geht, nachdem heller Stuhl aufgetreten ist, sollte man seine Ernährungsweise überprüfen und gegebenenfalls ein Nahrungsprotokoll anfertigen. Sind weitere Symptome vorhanden - beispielsweise ein ungewöhnlicher Geruch, anhaltende Schmerzen im Bauchraum, gelblich verfärbte Augen oder eine auffallend andere Färbung des Urins - ist eher an eine Erkrankung zu denken.

Die Kombination mehrerer Symptome lässt Rückschlüsse auf die Ursachen zu, die wiederum die Behandlung beeinflussen. Bei einer Krebssituation der Bauchspeicheldrüse hat man nur wenige Möglichkeiten, auch Leber- oder Gallengangskrebs sind schwer zu behandeln. Andere Ursachen, bei denen heller Stuhl auftritt, sind über Ernährungsbehandlungen oder Medikamente gut zu therapieren.

Tritt heller Stuhl in Folge einer Hepatitis auf, ist die Behandlung je nach Ursache verschieden. Drogen- und alkoholbedingte Hepatitis muss mit Entzugsmaßnahmen geheilt werden. Die chronisch verlaufende Hepatitis B wird mit Therapeutika wie Lamivudin, Adefovir oder Interferon therapiert. Bei Hepatitis C kombiniert man beispielsweise pegyliertes Interferon-alpha mit Ribavirin, eine autoimmun-bedingte Hepatitis kann mit Kortison und Azathioprin behandelt werden.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen hellen Stuhl kann über eine ballaststoffhaltige, vollwertige, gesunde Ernährung erreicht werden. Alkoholische Exzesse sind ebenso zu meiden wie andere Ungleichgewichte in der Nahrungsaufnahme. Drogen und Alkohol sollten gemieden werden. Der Impfschutz bei Urlaubsreisen tut ein Übriges.

Ist heller Stuhl eine Folgesymptomatik nach hoher Magnesiumzufuhr, muss die Einnahmemenge etwas gedrosselt werden. Die Einnahmemenge addiert sich ja zu der Menge Magnesium, die in der Nahrung von Natur enthalten ist. Reicht beides nicht aus, um den Tagesbedarf zu decken, kann eine Magnesium-Aufnahmestörung die Ursache sein. Heller Stuhl sollte als Anzeiger von gesundheitlichen Problemen oder Störungen verstanden werden und ist nie das Problem selbst.

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