Erbrechen und Durchfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Erbrechen und Durchfall

Erbrechen und Durchfall sind zwei eng miteinander zusammenhängende Krankheitssymptome des Verdauungstraktes. Sie sind die beiden möglichen Schnellreaktionen des Körpers auf toxische Substanzen, die zur Schadensminimierung schnellstmöglich aus dem Magen-Darm-Trakt befördert werden müssen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Erbrechen und Durchfall?

Erbrechen und Durchfall sind keine eigenständigen Erkrankungen, sondern Krankheitssymptome des Verdauungstraktes. Beim Erbrechen führen starke Konvulsionen der Magenmuskulatur dazu, dass der vorverdaute Speisebrei durch Speiseröhre und Mund aus dem Körper befördert wird.

Beim Durchfall ist der toxische Mageninhalt bereits in den Darm gelangt und hat erst hier zur Reaktion des Körpers geführt. Um ihn schnell loszuwerden, wendet der Körper große Mengen Wasser aus dem Wasserhaushalt des Organismus auf, um den Stuhl breiig oder sogar dünnflüssig-wässrig werden zu lassen. Auf diese Weise wird er schneller als fester Kot aus dem Magen befördert. Häufig treten Erbrechen und Durchfall parallel zueinander auf.

Ursachen

Erbrechen und Durchfall haben meistens die gleiche Ursache, wenn sie zusammen oder nacheinander in Folge auftreten. Empfindliche Patienten reagieren auf schlecht verträgliches Essen, seelischen oder körperlichen Stress gerne mit Durchfall, man spricht dabei auch vom Reizdarmsyndrom.

Häufig sind Erbrechen und Durchfall auch das Resultat einer Lebensmittelunverträglichkeit, denn hierbei erkennt der Körper den eigentlich harmlosen Stoff als gefährlich und nutzt seine Möglichkeiten, ihn schnell aus dem Verdauungstrakt zu befördern.

Schwerwiegendere Ursachen sind Infekte des Magen-Darm-Trakts, meist mit Viren, aber auch mit Bakterien - die sogenannte "Magen-Darm-Grippe" - oder aber Lebensmittelvergiftungen. Der Unterschied zwischen an sich harmlosen und schweren Ursachen besteht darin, dass Erbrechen und Durchfall nicht nach einer einmaligen Episode wieder aufhören, sondern sich längere Zeit ziehen und den Wasserhaushalt des Körpers gefährlich durcheinanderbringen können.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Erbrechen und Durchfall sind nicht schwer zu diagnostizieren, denn der Patient kann selbst über seine Krankheitssymptome berichten. Allerdings muss der Mediziner dann noch die Ursache herausfinden, weshalb er fragen wird, wie oft der Patient bereits erbrechen musste und wie lange der Durchfall anhält. Die Stuhlkonsistenz ist ebenfalls wichtig, denn es gibt breiigen bis wässrigen Durchfall und die Farbe und Konsistenz sind ebenfalls abweichend. Blut- und Stuhlproben sowie Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums helfen dem Arzt, eine klare Diagnose zu stellen, um Erreger zu finden oder Anhaltspunkte für weitere diagnostische Schritte zu finden.

Bei Patienten, die bereits medikamentös gegen andere Grunderkrankungen behandelt werden, könnten Erbrechen und Durchfall auch Nebenwirkungen des Medikaments sein. In vielen Krebstherapien etwa tritt starkes Erbrechen auf, das nichts mit einer Magen-Darm-Grippe zu tun hat. In diesen Fällen behandelt der Arzt eher symptomatisch. Normalerweise würden Erbrechen und Durchfall nach einmaligem Auftreten oder nach einigen Tagen von alleine aufhören, da das Immunsystem des Körpers reagiert und alle Giftstoffe aus Magen und Darm ausgeschieden werden könnten. Je nach Gesundheitszustand des Patienten wäre es jedoch gefährlich, einfach abzuwarten, bis die Symptome von allein abklingen. Dehydration durch schweres Auftreten von Erbrechen und Durchfall führt insbesondere in Dritte-Welt-Ländern nicht selten zum Tod.

Behandlung und Therapie

Erbrechen und Durchfall werden nur dann symptomatisch behandelt, wenn es sich dabei um eine Nebenwirkung eines Medikaments oder einen so schweren Fall handelt, dass der Wasserhaushalt des Patienten bereits empfindlich geschädigt wurde. Starkes Erbrechen und Durchfall bergen das Risiko, den Patienten so sehr auszutrocknen, dass er unter leichten bis schweren Folgen einer Dehydration leiden kann. Zur Behandlung von Erbrechen gibt es Antiemetika, die eine leichte bis starke Wirkung haben können und direkt auf das Brechzentrum des Gehirns einwirken. Dort sorgen sie dafür, dass der Körper das Erbrechen stoppt und der Patient Nahrung wieder bei sich behalten kann. Allerdings wirken sie sich nicht gegen Übelkeit oder Bauchschmerzen und -krämpfe aus, die Erbrechen typischerweise begleiten können. Gegen Durchfall helfen häufig einfache Mittel wie Kohletabletten, die der Patient bei leichtem Durchfall auf eigene Faust nehmen kann.

Auch weitere Wirkstoffe gegen Durchfall sind in der Apotheke frei erhältlich. Wichtig ist danach Schonkost, da Erbrechen und Durchfall eine erhebliche Belastung für den Verdauungstrakt darstellt. In schweren Fällen insbesondere bei Durchfall kann der Arzt eine Suspension verschreiben, die der Patient einige Tage nach der Durchfallepisode zu einem Getränk vermischt und trinkt, um die natürliche Darmflora wieder herzustellen. Falls bis zur Abheilung der Grunderkrankung Symptome wie Bauchschmerzen hinzukommen, besteht die Möglichkeit, hiergegen ebenfalls Medikamente zu verschreiben. Wichtig ist es, trotz Erbrechen und Durchfall genug zu trinken, eher noch etwas mehr als sonst.

Jeder Durchfall und jedes Erbrechen kostet den Körper Wasservorräte, die er wieder auffüllen muss. Stilles Mineralwasser oder Kräutertees sind am besten geeignet, auf reizende Getränke wie Kaffee oder gar Alkohol muss verzichtet werden. Dasselbe gilt für scharfe und stark gewürzte Speisen. In sehr schweren Fällen oder bei allgemein schlechtem Zustand des Patienten wird er zur Beobachtung ins Krankenhaus eingewiesen, wo ihm Flüssigkeit und Nahrung auch intravenös zugeführt werden können, wenn er nichts bei sich behalten kann.



Vorbeugung

Erbrechen und Durchfall begegnen jedem Menschen irgendwann einmal im Leben. Häufig sind Kinder betroffen, denn sie spielen draußen und nehmen phasenweise alles in den Mund. Doch auch Erwachsene leiden aus unterschiedlichen Gründen an Erbrechen und Durchfall. Lebensmittelhygiene ist ein guter Ansatzpunkt, um Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes zu vermeiden, die zu solchen Symptomen führen können.

Abgelaufene Lebensmittel sollten nicht mehr zubereitet werden und es ist beim Kochen und Backen grundsätzlich auf eine hygienische Umgebung zu achten. Auch das Händewaschen ist wichtig, nachdem beispielsweise ein Haustier gestreichelt oder etwas angefasst wurde, was nicht ganz keimfrei war.

Manche Kindergärten und Schulen gehen sogar so weit, den Schulbetrieb einzuschränken oder zu schließen, wenn Magen-Darm-Viren grassieren. Damit Erbrechen und Durchfall sich nicht unkontrolliert verschlimmern, sollte bei Auftreten auf ausreichende Wasserzufuhr geachtet werden. Außerdem gilt: Arztbesuche finden lieber einmal zu oft als einmal zu wenig statt.

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