Alkoholvergiftung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Januar 2016
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Die Aufnahme von zu viel Alkohol kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Eine Alkoholvergiftung beeinträchtigt den gesundheitlichen Zustand unter Umständen so stark, dass ein stationärer Aufenthalt erforderlich ist und lebensbedrohliche Zustände auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Alkoholvergiftung?

Bei der Alkoholvergiftung kommt es zu Vergiftungserscheinungen, welche im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Ethanol auftreten. Die Alkoholvergiftung wird auch als Alkoholintoxikation oder C2-Abusus bezeichnet und kann in den unterschiedlichsten Personenkreisen und Altersgruppen beobachtet werden.

Beträgt die Konzentration von Ethanol oder Alkohol im Blut eine bestimmte Höhe, tritt eine Alkoholvergiftung auf. Erreicht der gemessene Blutalkoholwert ein Ausmaß von mehr als 5 Gramm je Liter, kann dies zum Tode der Betroffenen führen. Grundsätzlich ist die Menge an Alkohol, die zu einer Alkoholvergiftung beiträgt, individuell verschieden.

Ursachen

Eine chronische Alkoholvergiftung ist ein Alkoholismus, welcher mit einer akuten Alkoholvergiftung nicht verwechselt werden darf. Bei einer Alkoholvergiftung werden im medizinischen Sinn der sogenannte einfache und der pathologische Verlauf oder Alkoholrausch beschrieben.

Bei der Untersuchung der Ursachen für eine Alkoholvergiftung muss zwischen Erwachsenen und Jugendlichen, zwischen Frauen und Männern unterschieden werden. Diese Tatsache bezieht sich bei der Alkoholvergiftung vorrangig auf die individuellen Toleranzgrenzen.

Grundsätzlich entsteht eine Alkoholvergiftung immer dann, wenn die aufgenommenen Mengen an Alkohol diese natürlichen Schwellenwerte überschreiten.

Oftmals entsteht eine Alkoholvergiftung ungewollt. In vielen Fällen zielt das trinken von Alkohol aber auf ein Alkoholmissbrauch bis zum Koma ab. Eher unbeabsichtigt kann eine Alkoholvergiftung als Begleiterscheinung durch das "Wegtrinken" von Problemen, Kummer und Sorgen ausgelöst werden. Nicht bei allen alkoholischen Getränken kommt es sofort zu einer Alkoholvergiftung. Hochprozentige Spirituosen mit mehr als 40 Vol.-% Alkohol können jedoch schon binnen kurzer Zeit die entsprechenden Symptome bedingen.

Folgen von Alkoholmissbrauch: Organschäden.

Symptome und Verlauf

Die Alkoholvergiftung basiert auf den Stufen eins bis vier. Die Alkoholintoxikation beginnt mit einer zunehmenden Hemmungslosigkeit und einer Verschlechterung der Sinneswahrnehmung (Beeinträchtigung des Gleichgewichts), einer erhöhten Redseligkeit, Verschlechterung der Artikulation und einer Verlängerung der Reaktionsfähigkeit.

Im weiteren Verlauf kommt es zu Störungen des Gedächtnisses und des Sprechens, einer verringerten Reizschwelle (Aggressivität, Weinerlichkeit), Störungen des Sehens und Müdigkeit.

In der dritten Stufe der Alkoholvergiftung erweitern sich die Pupillen, Brechreiz kann auftreten und es können eine Bewusstlosigkeit mit einhergehendem Kreislaufschock eintreten. Ab einem Blutalkoholwert von 4 bis 5 Promille steht die Atmung still und der Kreislauf bricht zusammen. Die von einer Alkoholvergiftung Betroffenen sind komatös und können versterben.

Diagnose

Die Diagnose einer Alkoholvergiftung muss unter Umständen recht schnell gehen, weil meist nicht bekannt ist, wie viel Alkohol tatsächlich aufgenommen wurde. Im Mittelpunkt der Diagnostik bei Verdacht auf eine Alkoholvergiftung steht eine ärztliche Begutachtung der klinischen Symptome.

Des Weiteren gehört zur Diagnostik ein Test zur Messung des Alkoholspiegels durch die Prüfung der Ausatemluft. Diese wird durch die Bestimmung des Alkoholspiegels im Blut erweitert. Durch die gesteigerte Funktion der Leber können sich ebenfalls auffällige Veränderungen verschiedener Leberwerte ergeben, welche bei der Erkennung der Alkoholvergiftung wichtig sind.

Behandlung und Therapie

In den überwiegenden Fällen muss eine Alkoholvergiftung durch einen Notarzt behandelt werden. Dieser wird gerufen, weil die Patientinnen oder Patienten nicht mehr ansprechbar sind oder ständig erbrechen müssen. Ersthelfer bringen die Betrunkenen in eine stabile Seitenlage. Ist es absehbar, dass ein Kreislaufversagen auftritt, erfolgen Maßnahmen der Reanimation.

Grundsätzlich kommen die Personen in eine stationäre Einrichtung und werden auf einer Intensivstation permanent überwacht. Die betrifft bei einer Alkoholvergiftung vor allen Dingen den Kreislauf und die Atmung. Nebenher laufen bei der Behandlung einer Alkoholvergiftung Infusionen in die Venen, welche meist aus einer Zuckerlösung bestehen. Diese Tätigkeiten werden überwiegend schon im Notarztwagen eingeleitet und in der Klinik fortgeführt.

Ist es aufgrund einer Vergiftung bestimmter Hirnzentren erforderlich, dass die Patienten oder Patientinnen künstlich beatmet werden müssen, so kann dies bei einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus ebenfalls vorgenommen werden. Weitere sinnvolle Handlungen bei einer Alkoholvergiftung sind die Zufuhr von Flüssigkeit sowie das Auslösen von Erbrechen.

Die letztgenannte Vorgehensweise ist nur dann möglich, wenn die Personen mit einer Alkoholvergiftung bei Bewusstsein sind. Darüber hinaus hat sich das Auspumpen des Mageninhaltes ebenfalls bewährt, um den gesamten Alkohol aus dem Stoffwechsel zu ziehen. Dadurch kann bei einer Alkoholvergiftung eine schnellere Entgiftung erzielt werden.

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Vorbeugung

Um einer Alkoholvergiftung vorzubeugen, sollte in Maßen Alkohol zu sich genommen werden. Das heißt, in den individuell verträglichen Mengen und gelegentlich. Bei den ersten Anzeichen einer psychischen und körperlichen Veränderung als Anbeginn eines Rauschs ist es besser, auf alkoholfreie Getränke umzusteigen, um eine Alkoholvergiftung zu vermeiden.

Kinder und jugendliche Erwachsene sollten keinen Zugang zu alkoholischen Getränken haben, damit eine frühzeitige Prophylaxe gegen Alkoholvergiftungen realisiert werden kann. Eine Therapie ist ideal bei Alkoholikern, um chronische Alkoholvergiftungen zu verhindern.

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