Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Juli 2017
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Im Rahmen der kostenlosen medizinischen Untersuchungen, welche für eine Krebsprophylaxe angeboten werden, steht der Test auf ein vorliegendes Kolonkarzinom im Vordergrund. Das Kolonkarzinom bzw. der Dickdarmkrebs tritt vermehrt ab einem bestimmten Lebensalter auf und muss einer entsprechenden Therapie unterzogen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)?

Hinter dem Begriff Kolonkarzinom verbirgt sich eine abnorme Zellwucherung, welche als Dickdarmkrebs bekannt ist. Das Kolonkarzinom wird in die malignen, also bösartigen Krebsarten eingeordnet und kommt überaus häufig vor. Bei einem Kolonkarzinom geht es histologisch betrachtet, um ein sogenanntes Adenokarzinom.

Diese Geschwulst ist mit einer gefährlichen Metastasierung verbunden, welche eine zum Teil negative Prognose bedingt. Aussagefähigen Statistiken zufolge erkranken an einem Kolonkarzinom überwiegend Personen, welche das 65. Lebensjahr erreicht haben. Im Zusammenhang mit dem Kolonkarzinom wird in der Onkologie der Fachbegriff Neoplasie verwendet. Eine Neoplasie beim Kolonkarzinom steht für eine bösartige Zubildung von Zellanhäufungen.

Hier ist eine abnorme Zellwucherung im Dickdarm zu erkennen: Darmkrebs. Blut im Stuhl und Durchfall können erste Anzeichen von Dickdarmkrebs sein.

Ursachen

Die Ursachen für das Kolonkarzinom oder Darmkrebs sowie die auslösenden Risikokriterien liegen erfahrungsgemäß in der modernen Lebensweise der Industrieländer begründet. Die genauen Ursachen sind recht vielgestaltig und können bereits in gutartigen Zellwucherungen liegen. Diese werden als Polypen bezeichnet.

Durch entzündliche Vorgänge in der Schleimhaut des Dickdarms kann es durch die Veränderungen der Zellstruktur ebenfalls zu einem Kolonkarzinom kommen. In diesem Bezug spielt die Colitis ulcerosa, eine chronisch verlaufende Darmentzündung, eine zentrale Rolle.

Im Verdacht, ein Kolonkarzinom auszulösen, stehen zudem verschiedene Virenarten. Diese beeinflussen die Erbinformation und das Alterungsvermögen der Schleimhautzellen negativ, sodass abnorme Zellen gebildet werden.

Einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung eines Kolonkarzinoms nehmen zudem die genetische Konstellation, einzelne Darmkrankheiten, die Lebens- und Ernährungsweise sowie körperliches Übergewicht eines Menschen.

Symptome

Diagnose und Verlauf

Der Verlauf von Dickdarmkrebs wird in mehrere Stadien eingeteilt. Je weiter das Kolonkarzinom fortgeschritten ist, desto schlechter sind die Heilungschancen. Typisch Symptome bei einem Kolonkarzinom sind blutiger Stuhl, der sich durch eine schwarze Färbung ausdrückt, schmerzhafte Beschwerden beim Stuhlgang sowie anhaltende Durchfälle. Das Kolonkarzinom tritt zunächst nur an der Schleimhautoberfläche auf. Abgespaltene Karzinomzellen erscheinen später in den Lymphknoten und führen zu deren tastbarer Vergrößerung. Die Prognose von Dickdarmkrebs ist extrem verschlechtert, wenn sich einzelne Metastasen in anderen Organen manifestieren.

Die Diagnostik von Dickdarmkrebs beinhaltet die Darstellung der Krankheitszeichen durch die Betroffen und eine Computertomografie. Ergänzt wird die Diagnostik des Kolonkarzinoms durch einen Ultraschall des Bauches, eine Magnetresonanztherapie, eine Endosonografie und eine weiterführende Ausschlussdiagnostik. Diese betrifft beim Kolonkarzinom die Darstellung von Metastasen in der Lunge und in den Knochen.

Komplikationen

Komplikationen im Zusammenhang mit einem Kolonkarzinom sind zumeist von der Ausprägung der Wucherung abhängig. So steigt das Risiko für etwaige Komplikationen mit der Größe des Dickdarmtumors. In einigen Fällen kommt es durch den Dickdarmkrebs zu einem Darmverschluss, der das Defäkieren verhindert und zu einer Kotstauung und Schmerzen führt. Ein Darmverschluss ist lebensbedrohlich. Ebenso gefährlich ist der Darmdurchbruch, bei welchem das veränderte Gewebe den Darm so stark schädigt, dass er perforiert wird oder reißt. Darminhalt kann so in den Körper gelangen und führt zu einer Bauchfellentzündung. Durch das Ausüben von Druck auf umliegende Blutgefäße durch den Tumor, können umliegende Organe (Leber, Geschlechtsorgane, Blase usw.) schwer beeinträchtigt werden und schlimmstenfalls absterben.

Auch kann der Tumor im Laufe seines Wachstums in umliegende Organe hineinwuchern und diese so schädigen. Dadurch entstehende Fisteln können zu ungünstigen Gewebe- und Stoffdurchmischungen führen. Dadurch können Organe und Gewebe in ihren Funktionen beeinträchtigt werden. Eine Metastasenbildung ist ebenfalls möglich. Sie können sich in der Leber festsetzen und zu Symptomen des Leberversagens führen. Metastasen können sich auch über den Blutkreislauf ausbreiten. Sie können unter anderem die Lunge erreichen und zu schweren Beschwerden, wie zum Beispiel blutigem Husten, führen. Seltener breitet sich der Tumor über das Lymphsystem aus und sorgt so für Schwellungen, die mit einer Schwächung des Immunsystems einhergehen.

Behandlung und Therapie

Die Therapie von Dickdarmkrebs umfasst in Abhängigkeit von den jeweiligen Wachstumsstadien und des Volumens der Geschwulst verschiedene Eingriffe. Um die Heilungschancen zu erhöhen, steht in der Regel eine operative Entfernung des Kolonkarzinoms im Vordergrund. In diesem Zusammenhang erfolgt eine umfangreiche Gewebsentfernung, welche bis in das gesunde Darmgewebe reicht. Bei diesem Verfahren werden zudem umliegende Lymphknoten mit entfernt.

Nicht nur im anfänglichen, sondern auch im fortgeschrittenen Wachstum kann eine chirurgische Beseitigung des Kolonkarzinoms die Prognose positiv begünstigen. Mit entsprechenden chirurgischen Methoden werden gleichsam spezielle Metastasen entnommen. Bei bestehender Indikation kann es unumgänglich sein, als lebensverlängernde Maßnahme einen künstlichen Darmausgang zu schaffen. Dies ist dann vorteilhaft, wenn sich das Kolonkarzinom im mittleren Bereich des Dickdarms befindet.

Bei den chirurgischen Techniken sind gegen ein Kolonkarzinom die unter Vollnarkose durchgeführten oder als Schlüssellocheingriffe bezeichneten Vorgehensweisen bedeutsam. Eine Chemo- oder Strahlentherapie kann eine Heilung bei einem Dickdarmkrebs außerdem optimieren.



Vorbeugung

Eine wichtige vorbeugende Maßnahme gegen eine Dickdarmkrebs sind eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise sowie die Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen, welche ab einem Risikoalter von 55 Jahren sowohl für Frauen als auch für Männer zur Verfügung gestellt werden.

Die Darmspiegelung kann einen beginnenden Darmkrebs rechtzeitig erkennen und helfen, entsprechende Risiken wie Polypen im Dickdarm festzustellen.

Darüber hinaus ist es recht einfach, einem Kolonkarzinom vorzubeugen, wenn das Rauchen und der Konsum von Alkohol unterlassen werden. Bei der prophylaktischen Ernährung sollten ballaststoff-, Folsäure- und vitaminreiche Nahrungsmittel bevorzugt werden, um das Risiko der Entstehung von Dickdarmkrebs zu minimieren.

Bücher über Krebs

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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