Diabetisches Koma

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. März 2016
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Das diabetische Koma äußert sich als Bewusstlosigkeit bei einer starken Überzuckerung des Blutes durch einen absoluten oder relativen Insulinmangel. Es stellt eine lebensgefährliche Situation dar und muss sofort stationär behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein diabetisches Koma?

Es gibt zwei Formen von diabetischem Koma, das ketoazidotische und das hyperosmolare Koma. Bei der ketoazidotischen Form findet sich im Blut neben einer erhöhten Glukose-Konzentration zusätzlich eine hohe Ketonkörper-Konzentration, was zur Übersäuerung führt. Das ketoazidotische Koma kommt hauptsächlich beim Diabetes mellitus Typ 1 vor.

Beim Diabetes mellitus Typ 2 kann es unter bestimmten Bedingungen zum hyperosmolaren Koma kommen. Dieses zeichnet sich durch eine extrem erhöhte Glukose-Konzentration ohne Übersäuerung des Blutes aus. Das diabetische Koma darf nicht mit dem Krankheitsbild des hypoglykämischen Schocks verwechselt werden. Im Gegensatz zum diabetischen Koma handelt es sich hierbei um eine Unterzuckerung des Blutes.

Ursachen

Die Ursache für die starke Erhöhung des Blutzuckerwertes, der zum diabetischen Koma führen kann, liegt im Ungleichgewicht von Glukosezufuhr und Insulinwirkung. Das Insulin als Hormon der Bauchspeicheldrüse senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Körperzellen mit Glukose versorgt. Bei erhöhter Kohlenhydratzufuhr während der Nahrungsaufnahme steigt normalerweise die Insulinkonzentration. Wird jedoch kein Insulin gebildet, wie bei Diabetes vom Typ 1, oder ist die Wirksamkeit des Insulins herabgesetzt, wie bei Diabetes vom Typ 2, steigt der Blutzuckerspiegel.

Da die Glukose zur Energieversorgung des Körpers dient, diese aber durch das fehlende Insulin nicht in die Körperzellen gelangen kann, muss der Organismus andere Wege zur Energiegewinnung finden. Dann werden im Falle des fehlenden Insulins die körpereigenen Fettreserven in einem ungewöhnlich hohen Maße zur Energiegewinnung herangezogen, wobei sogenannte Ketonkörper durch unvollständige Verbrennung entstehen, die verstärkt ins Blut gelangen.

Es kommt zum ketoazidotischen Koma. Ist die Insulinwirksamkeit herabgesetzt, wie im Falle des Diabetes vom Typ 2, kommt es auch zur Blutzuckererhöhung. Das trotzdem vorhandene Insulin kann die Azidose (Übersäuerung durch verstärkte Fettverbrennung) jedoch hemmen. Dabei kommt es zur hyperosmolaren Form des diabetischen Komas.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des diabetisches Komas:

Beide Formen des diabetischen Komas sind lebensbedrohlich durch einen gefährlichen Wasser- und Elektrolytverlust. Es gibt gemeinsame Symptome, wie zunehmende Müdigkeit, starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, trockene Schleimhäute, Elektrolytstörungen, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, starke Austrocknung des Körpers und eventuell Nierenversagen.

Das ketoazidotische Koma kann man zusätzlich durch die nach Aceton riechende Atmung erkennen. Außerdem ist hier die Atmung auch intensiver, weil der Körper versucht, das bei der Fettverbrennung überschüssige Kohlendioxid schnell loszuwerden. Ein typisches Anzeichen ist auch die sogenannte Pseudoperitonitis. Das sind kräftige Bauchschmerzen, wobei der Bauch bretthart gespannt ist. Zur Einleitung der erforderlichen lebensrettenden Maßnahmen bei einem diabetischen Koma ist es jedoch wichtig, dass die Symptome in ihrem Zusammenhang richtig gedeutet werden.

Diagnose

Das diabetische Koma stellt eine Notfallsituation dar. Deshalb ist es dringend erforderlich, zur Lebensrettung schnell Notmaßnahmen einzuleiten. Lange diagnostische Untersuchungen sind hier nicht möglich. Oftmals ist bekannt, dass der Patient an Diabetes leidet. Dann kann der Arzt anhand der typischen Symptome schnell die Diagnose diabetisches Koma stellen.

In 25 Prozent der Fälle ist das diabetische Koma jedoch das erste Anzeichen eines bestehenden Diabetes. Auch in diesen Fällen sind die Symptome ausschlaggebend. Zur Bestätigung der Diagnose eines diabetischen Koma sollte immer der Blutzuckerspiegel analysiert werden.

Behandlung

Die Therapie des diabetischen Komas muss sofort erfolgen. Fällt der Patient ins Koma, ist die erste Maßnahme immer, den Notarzt zu rufen. Bis zum Eintreffen des Arztes ist das Anwenden der stabilen Seitenlage als einzige Maßnahme möglich. Schnelle Gaben von Insulin können kontraproduktiv sein, weil beim diabetischen Koma auch der Kaliumhaushalt gestört ist. Dadurch besteht die Gefahr einer Hypokaliämie, die zu schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen führen kann.

Da der Plasmakaliumgehalt nur klinisch kontrolliert werden kann, ist auch nur stationär eine kontrollierte Gabe von Insulin möglich. Die erste Notmaßnahme nach Eintreffen des Rettungsdienstes ist die intravenöse Injektion von Elektrolyten, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Die Laborwerte müssen dann dauerhaft und engmaschig kontrolliert werden. Dazu gehören der Blutzuckerspiegel, die Nierenwerte, der PH-Wert und die Elektrolyte. Nach der erfolgreichen Behandlung des diabetischen Komas sollte der Diabetes neu eingestellt werden.

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Vorbeugung

Ist das Bestehen eines Diabetes bekannt, kann einem diabetischen Koma gut vorgebeugt werden. Ein Diabetiker vom Typ 1 ist immer auf eine regelmäßige Insulinzufuhr angewiesen. Unregelmäßigkeiten bei der Behandlung können schnell zum diabetischen Koma führen. Diabetiker vom Typ 2 müssen auf eine gesunde Lebensweise achten. Neben einer ausgewogenen kohlenhydratarmen Ernährung tut dem Körper auch Bewegung gut. Das stärkt auch den allgemeinen gesundheitlichen Zustand des Diabetikers, zumal auch eine Infektion Auslöser eines diabetischen Komas sein kann.

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