Hypoglykämischer Schock

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 14. Juli 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Hypoglykämischer Schock

Der Diabetes Mellitus (die Zuckerkrankheit) ist eine gefürchtete Zivilerkrankung geworden. Schon übergewichtige Kinder können daran erkranken, im Alter scheint sie inzwischen fast unvermeidlich. Doch was ist am Diabetes Mellitus so gefährlich? Neben der Überzuckerung lauert als ständige Gefahr die Unterzuckerung und der damit verbundene hypoglykämische Schock.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein hypoglykämischer Schock?

Unter dem sogenannten hypoglykämischen Schock versteht man eine Notfallsituation bei Zuckerkranken (an Diabetes Mellitus erkrankte Personen). Kommt es zu einer massiven Hypoglykämie, also einer starken Unterzuckerung, kann als Komplikation der hypglykämische Schock drohen.

Kommt es zu Werten unter 40mg/dl spricht man grundsätzlich von einer Hypoglykämie, auch wenn noch keine Symptome vorliegen. Fällt dieser Wert weiter ab und der Patient verliert das Bewusstsein, ist die Notfallsituation des hypoglykämischen Schock eingetreten. Dieser Notfall ist lebensbedrohlich und kann schlimmstenfalls tödlich enden. Dennoch ist er eine vermeidbare Komplikation.

Ursachen

Die Ursache des hypoglykämischen Schocks hängt direkt mit dem Diabetes Mellitus zusammen. Eine Unterzuckerung ist für gesunde Menschen zwar unangenehm, sie fühlen sich matt, müde und abgeschlagen, aber sie kann hier nicht lebensbedrohlich oder gar tödlich enden, da der Körper den Blutzucker selbst regulieren kann.

Ein Diabetiker muss stets darauf achten, genügend Kohlenhydrate zu sich zu nehmen und entweder seine Tabletten korrekt einzunehmen oder die entsprechende Menge Insulin zu spritzen. Regt der Erkrankte nun seine Bauchspeicheldrüse übermäßig an (durch eine Überdosis Antidiabetika oder durch übermäßigen Sport), spritzt er zuviel Insulin oder nimmt er zu wenig Kohlehydrate über die Nahrung auf, kommt es zu einem übermäßigem Abbau des Zuckers im Blut.

Die Leber wird vermehrt dazu aufgefordert, Glukose im Körper abzubauen. Infolge dieses Ungleichgewichts kommt es schleichend immer mehr zur Unterzuckerung und letztlich zum Schock.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines hypoglykämischen Schocks:

Zu den sichtbaren Symptomen des hypoglykämischen Schocks zählt die tiefe Bewusstlosigkeit, sowie ein messbarer Blutzuckerwert von bis zu 40mg/dl. Vorboten des Hypoglykämischen Schocks, die Hyperglykämie, zeigen sich durch Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen bzw. Kaltschweißigkeit, Zittern, allgemeinem Unwohlsein, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und ggf. Reizbarkeit und Aggressionsäußerungen.

Dies sind bereits Akutzeichen, die, rechzeitig behandelt, einen hypoglykämischen Schock verhindern können. Unbehandelt führt eine Hypoglykämie beim Diabetiker kurz- oder mittelfristig immer zu einem hypoglykämischen Schock. Der hypoglykämische Schock wiederum führt unbehandelt in jedem Falle zum Tod, was durchaus auch heute noch passieren kann.

Diagnose

Die Diagnose eines hypoglykämischen Schocks wird zwar grundsätzlich vom Notarzt gestellt, jedoch müssen Angehörige oder Kollegen bestenfalls Bescheid wissen, dass es bei Diabetikern zu einem solchen Notfall kommen kann. Sie müssen sofort handeln und können lebensrettend sein!

Jeder Diabetiker trägt idealerweise ein Blutzuckermessgerät immer bei sich. Im Notfall sollte bereits der Ersthelfer wissen, wie ein solches Gerät zu bedienen ist, dies sollte zuvor auch geübt werden. Ist der Wert unter 40mg/dl, ist sofort zu handeln! Das oberste Gebot lautet selbstverständlich "Ruhe bewahren".

Behandlung

Die Behandlung des hypoglykämischen Schocks ist die sofortige Gabe von Glukose (Traubenzucker), idealerweise in intravenöser Form, evtl. hat der Diabetiker auch eine Notfallspritze. Ist dies nicht möglich, kann auch Traubenzucker über die Schleimhäute (Mund, jedoch grundsätzlich auch rektal denkbar) verabreicht werden. Hier wird es schnell aufgenommen und treibt den Blutzuckerspiegel wieder in die Höhe, was allerdings einige Minuten dauert.

Das Stückchen Traubenzucker kann hier einfach in die Wangentasche gelegt werden, unbedingt sollte aber beachtet werden, dass der Patient in seiner Bewusstlosigkeit daran nicht erstickt! Deshalb den Patienten unbedingt zur Seite drehen und ggf. auch Zahnprothesen entnehmen. Der Notarzt ist umgehend zu verständigen.

Um wertvolle Zeit im Notfall zu sparen, kann bereits ein Stück Traubenzucker in die Wangentasche gelegt werden, noch bevor der Blutzuckerwert gemessen wird. Danach kann der Notarzt gerufen werden, der Wert kann ihm direkt übermittelt werden. Ängste, der Patient könnte durch diese Maßnahmen zu sehr in die Hyperglykämie rutschen (die Überzuckerung des Blutes), sind zunächst zweitrangig.

Rezeptfreie Medikamente gegen Diabetes


Vorbeugung

Diabetiker befassen sich in der Regel intensiv mit ihrer Krankheit, sie ist ein ständiger Begleiter im Alltag. Insofern wissen die meisten Erkrankten, wie sie eine Hypoglykämie und einen damit verbundenen hypoglykämischen Schock vermeiden können. Eine ausreichende Aufnahme von Kohlehydraten, keine übermäßige sportliche Aktivität, sowie die korrekte Einnahme und Gabe von Medikamenten uns Insulinspritzen verhindern weitestgehend die Gefahr eines hypoglykämischen Schocks.

Wenn dann noch die nächsten Bezugspersonen, also Familienangehörige, Freunde und Kollegen darüber informiert werden, was im Notfall zu tun ist und diese sich sicher fühlen in ihrer Ersthelferrolle, kann eine Hypoglykämie heutzutage eigentlich keine wirkliche Gefahr darstellen. Psychisch beeinträchtigte Personen oder Kinder sind selbstverständlich auf ihre Helfer, Eltern und Betreuer angewiesen, die sie in ihrer Krankheit begleiten und für sie verantwortlich sind.

Bücher über Diabetes

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hypoglykämischer Schock?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?