Dermatika

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Juni 2016
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Dermatika fassen Arzneimittel zur Anwendung auf der Haut zusammen. Die Unterscheidung zu Kosmetika liegt darin, dass Dermatika pharmakologisch relevante Wirkstoffe beinhalten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Dermatika?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Dermatika sind wirkstoffhaltige Salben, Cremes, Puder, Lotionen und Tinkturen zum Auftrag auf die Haut. Sie wirken topisch, was bedeutet, sie wirken nur an der aufgetragenen Stelle, dafür aber direkt. Wirkstoffe in Dermatika können daher oft niedriger dosiert werden, als sie für die orale Gabe eingesetzt werden müssten, da sie nicht erst den Stoffwechsel passieren müssen. Dermatika finden sich im Bereich der medizinischen Kosmetik in Form von Cosmeceuticals, bekannter dürften jedoch Wundsalben, Cremes oder topische Antibiotika und Antimykotika sein.

Desinfizierende Tinkturen und Antiseptika gehören ebenfalls zur Gruppe der Dermatika, da sie direkt auf die Haut aufgetragen werden. Weiterhin können hierzu auch Hautpflegeprodukte gezählt werden, sofern sie eine medizinische Bedeutung für den Anwender haben. Dabei können Dermatika äußerlich sowie innerlich angewandt werden, die innerliche Anwendung betrifft etwa die Schleimhäute.

Wirkung und medizinische Anwendung

Dermatika sind eine schonende Darreichungsform für Medikamente, die auf die Haut einwirken sollen. Die Haut bietet sich zur topischen Behandlung an, da sie von außen erreichbar ist und das Medikament nicht erst den Stoffwechsel passieren und ins Blut aufgenommen werden muss, um zum Wirkungsort zu gelangen. Dadurch sind schonende Dosierungen des Wirkstoffs möglich, die das übrige System nur wenig belasten. Dermatika werden bei Infektionen der Haut mit Bakterien und Pilzen verwendet, aber auch zur Unterstützung der Wundheilung, zum Infektionsschutz und zur Behebung kleiner Schönheitsfehler.

Darunter sind etwa Falten, Pigmentflecken, Hautunreinheiten und Auswirkungen der Akne. Dermatika erweisen sich weiterhin als wirksam gegen Wundinfektionen sowie Infektionskrankheiten wie dem Scheidenpilz. Sie werden regelmäßig aufgetragen und so lange angewandt, bis eine Besserung auftritt. Bei Antiseptika reicht oft die einmalige Anwendung auf der frischen Wunde, die danach geschützt ist. Auch bei Wundheilsalben kann eine einmalige Verwendung ausreichend sein, um die Haut zu versiegeln und die Heilung zu vereinfachen.

Formen und Gruppen

Dermatika kommen in Form von Antibiotika und Antimykotika vor. Unter den Antibiotika finden sich Wirkstoffe wie Erythromycin und Clindamycin, das häufigste verwendete Antimykotikum zur Verwendung auf der Haut ist Clotrimazol. Da einige Antibiotika schwerwiegende Nebenwirkungen im Verdauungstrakt nach sich ziehen können, werden sie nach Möglichkeit lieber als Dermatikum verschrieben.

Antiseptische Bestandteile wie Alkohol oder Jod finden sich in Desinfektionsmitteln für die Haut. Hier sind besonders auch Puder beliebt, die eine Wunde schneller trocknen lassen und das Infektionsrisiko dadurch verringern. Im Bereich der Ästhetik finden sich in Dermatika hochkonzentrierte Bestandteile wie Fruchtsäure in Peelings etwa bei starker Akne oder Hyaluronsäure bei Faltencremes mit nachgewiesener Wirksamkeit.

Dosierung

Bei antibiotika- und antimykotikahaltigen Dermatika ist die Einhaltung der ärztlich vorgegebenen Dosierung essenziell. Ähnlich wie bei Tabletten könnten bei falscher Dosierung und besonders bei zu frühem Absetzen des Medikaments Resistenzen entstehen. Meistens wird das Dermatikum restlos aufgebraucht und dabei mehrmals pro Tag angewendet. Weniger heikel ist die Dosierung dagegen bei Antiseptika, Wundheilsalben oder Desinfektionsmittel - hierbei liegt es im Ermessen des Patienten, ob eine Anwendung ausreicht. Der Beipackzettel des jeweiligen Dermatikums gibt ebenfalls eine Empfehlung für die korrekte Dosierung ab. Manche Dermatika für ästhetische Einsatzgebiete müssen wiederum behutsam dosiert werden, darunter etwa Fruchtsäurepeelings bei Akne. Diese sind hochwirksam und dürfen nicht überdosiert werden, um die Haut nicht unnötig zu beanspruchen.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Dermatika stellen in der Regel den für den Patienten am schonsamsten Weg der Behandlung dar. Besonders Antibiotika und Antimykotika können dadurch direkt an der betroffenen Stelle wirken, sind somit niedrig dosiert und müssen nicht erst andere Teile des Körpers durchlaufen, denen sie dabei schaden könnten. Gerade zur Desinfektion und Wundheilung gibt es aber durchaus natürliche Alternativen, die meist kräuterbasiert sind.

Eine Auflage aus Kräutertees oder dem benutzten Teebeutel überträgt antibakterielle Effekte der Kräuter an die Wunde, kann Schwellungen vorbeugen und Schmerzen stillen. Beliebt sind etwa Kamillenteebeutel, zumal sich Kamillenextrakt auch in vielen Wundcremes findet. Auch im ästhetischen Bereich gibt es etliche natürliche und pflanzliche Alternativen zu medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen, darunter auch tierversuchsfreie Alternativen und vegetarische oder vegane Produkte für Anwender, denen diese Eigenschaften an einem Dermatikum wichtig sind.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Dermatika können wie jede andere Medikamentengruppe Neben- und Wechselwirkungen haben, diese sind abhängig vom Wirkstoff und der verwendeten Hautstelle. Antibiotika und Antimykotika können dermatisch angewandt immer noch eine Reihe von Nebenwirkungen aufkommen lassen, während diese bei einem einfachen Antiseptikum seltener sind. Dermatika gegen Scheidenpilz können die Scheide beispielsweise austrocknen und sollten von schwangeren Frauen nur äußerlich angewendet werden, was aber eher am Applikator liegt und nicht am Dermatikum.

Aggressive Dermatika zur ästhetischen Behandlung können die Haut danach gereizt und gerötet zurücklassen, was aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit normal ist. Danach braucht sie reichhaltige Pflege, um sich zu erholen. Deswegen werden Fruchtsäurepeelings als ein besonders wirksames Dermatikum gegen Akne hauptsächlich von Kosmetikerinnen und Medizinern benutzt, die den Patienten danach zur richtigen Pflege anleiten können. Insbesondere bei verschreibungspflichtigen Dermatika klären immer der Arzt und der Beipackzettel des Medikaments über zu erwartende Nebenwirkungen auf.

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