Bronchopneumonie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Oktober 2016
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Eine Bronchopneumonie ist eine ernstzunehmende Erkrankung der Atemwege und sollte nicht unterschätzt werden. Langanhaltender Husten und schleimiger Auswurf sind im Anfangsstadium ein klassisches Symptom von Bronchopneumonie. Im Folgenden werden die Krankheit und ihre Ursachen näher erläutert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bronchopneumonie?

Die Bronchopneumonie stellt den speziellen Verlauf einer Lungenentzündung (Pneumonie) dar und betrifft, wie der Name schon erahnen lässt, die Bronchien. Bei einer Lungenentzündung können verschiedene Bereiche der Atemwege betroffen sein.

Bei der Erkrankung breitet sich die Entzündung in der Nähe der Bronchien aus, wo sich im weiteren Verlauf mehrere unterschiedlich große Entzündungsherde bilden. Die Bronchopneumonie ist die meistverbreitete Verlaufsform einer Lungenentzündung.

Schematischer Aufbau (Anatomie) von Lunge und Bronchien.

Ursachen

Es existieren verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Bronchopneumonie, fast immer sind aber Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten an ihrer Entwicklung beteiligt.

Relativ häufig geht ihr eine Bronchitis, also eine in der Regel relativ harmlose Entzündung der Bronchien, voraus. Wird diese nicht behandelt und kommt mit weiteren Krankheitserregern in Kontakt, kann sie sich verschlimmern und in der Konsequenz zu einer Bronchopneumonie ausarten. Weitere begünstigende Faktoren sind Allergien sowie in seltenen Fällen der Kontakt mit Reiz- oder Giftstoffen wie etwa Tränengas.

Vor allem bei Kleinkindern können auch beim Spielen verschluckte Kleinstteile sich in der Lunge festsetzen und zu einer oft folgenschweren Entzündung führen. Bei älterenMenschen hingegen sind es oft Essensreste, die versehentlich in die Lunge gelangen und für den gleichen Effekt sorgen.

Bei beiden Gruppen kann auch eine Grippe zu einer Bronchopneumonie führen. Auch ein geschwächtes Immunsystem kann der Erkrankung Vorschub leisten, indem es Viren und Bakterien eine Ausbreitung und Vermehrung in der Lunge leicht macht.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Bronchopneumonie:

Erste Anzeichen für eine Bronchopneumonie ist in der Regel ein starker, anhaltender Husten, der häufig auch von schleimigem oder mitunter sogar blutigem Auswurf begleitet werden kann. Im weiteren Verlauf kommt es häufig zu Fieber und unnatürlichen, feuchten Rasselgeräuschen beim ein- und ausatmen. Außerdem stellt sich ein allgemeines Unwohlsein mit Müdigkeit und Schwächegefühl ein. Erkrankte Kinder können darüber hinaus an Erbrechen, Krämpfen und Schmerzen in der Brust leiden. Bei einer sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindlichen Bronchopneumonie kann zudem eine akute Atemnot auftreten, die ohne ärztliche Hilfe bis zum Tod durch Erstickung führen kann.

Diagnose

Erste Schritte zu einer verlässlichen Diagnose einer Bronchopneumonie sind die Analyse der Krankengeschichte sowie der akuten Beschwerden des Betroffenen durch einen Arzt. Das anschließende Abhören des Brustraums mithilfe eines Stethoskops bringt in der Regel schon die grundsätzliche Erkenntnis, ob eine Entzündung der Lungen vorliegt oder nicht. Zur endgültigen und verlässlichen Diagnose können zudem eine Röntgenaufnahme der Lunge, ein Lungenfunktionstest sowie eine Analyse des Auswurfs vorgenommen werden. Sollten danach immer noch Restzweifel bestehen, ob wirklich eine Bronchopneumonie vorliegt, ist die zusätzliche Durchführung einer Blutgasanalyse ein weiteres Diagnosemittel.

Behandlung

Die Behandlung und Therapie einer Bronchopneumonie besteht grundsätzlich aus einer Kombination von zwei Komponenten: Zum einen einer Erholungskomponente, die den Körper durch regenerative Maßnahmen Kraft und Energie für die Bekämpfung der Entzündung geben soll.

Dazu gehören Bettruhe, viel Trinken und Essen, um den Körper und seine Abwehrkräfte zu stärken sowie gezielte Atemübungen, um die Lunge zu entlasten. Darüber hinaus soll durch Inhalation und physikalische Therapie, etwa durch Klopfmassagen, der Heilungsprozess auf schonende Art und Weise gefördert werden.

Besteht bereits akute Atemnot wird mittels einer Nasensonde Sauerstoff verabreicht, um eine Unterversorgung auszuschließen. Da diese Maßnahmen allein in den meisten Fällen nicht ausreichen, um eine gänzliche Heilung herbeizuführen, besteht die zweite Komponente der Therapie in der Einnahme von Medikamenten.

Bei der Wahl der Medikamente kommt es darauf an, ob es sich um eine bakterielle oder eine virale Bronchopneumonie handelt. Sind Bakterien der nachgewiesene Auslöser, werden Antibiotika eingesetzt.

Ist der genaue Bakterientyp ermittelbar, kommt ein speziell darauf ausgerichtetes Antibiotikum zum Einsatz, ansonsten ein Breitbandantibiotikum. Bei einer viralen Entzündung helfen Antibiotika hingegen nicht und es muss auf sogenannte Virustatika zurückgegriffen werden, die allerdings nicht so effektiv sind. Um die Symptome einer Bronchopneumonie zu bekämpfen werden z.B. schleimlösende oder fiebersenkende Medikamente eingesetzt.



Vorbeugung

Die verlässlichste Methode zur Vorbeugung einer Bronchopneumonie besteht in der Minimierung der Ansteckungsgefahr durch Viren und Bakterien. Eine regelmäßige Desinfektion der Hände besonders im Herbst und Winter sowie die Vermeidung von direktem körperlichem Kontakt mit bereits erkrankten Personen, sind dabei besonders wirkungsvoll. Für Menschen mit einem ohnehin schwachen Immunsystem sowie für Senioren und Kleinkinder, bietet sich zudem eine Grippeimpfung an, um einer Bronchopneumonie als Folge einer Grippe vorzubeugen.

Erste Anzeichen für eine mögliche Erkrankung, besonders bei Kleinkindern, sollten auf keinen Fall unterschätzt und unverzüglich mit einem Arzt abgeklärt werden, um schlimme Folgen für die Gesundheit zu vermeiden.

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