Pfeifgeräusche beim Atmen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Pfeifgeräusche beim Atmen

Häufig werden Pfeifgeräusche beim Atmen durch Entzündungen, Asthma bronchiale, Bronchitis oder Fremdkörperaspiration ausgelöst. Durch eine medikamentöse Therapie können Pfeifgeräusche beim Atmen in vielen Fällen gut behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Pfeifgeräusche beim Atmen?

Pfeifgeräusche beim Atmen werden auch als Stridor bezeichnet. Das Pfeifgeräusch ergibt sich aus einer Verengung der Luftwege. Grundsätzlich ist ein Pfeifgeräusch beim Atmen als krankhaft einzustufen und sollte von einem Facharzt untersucht werden. Ein gesundes Atemgeräusch entsteht durch die Bewegung von Luftströmen und sollte kaum wahrnehmbar sein.

Krankhafte Atemgeräusche können nach dem Auftreten oder dem Ort der Verengung unterschieden werden. Nach dem Auftreten werden Pfeifgeräusche beim Atmen in einen inspiratorischen und exspiratorischen Stridor unterteilt. Beim inspiratorischen Stridor tritt das Pfeifen typischerweise beim Einatmen auf. Der exspiratorische Stridor ist durch krankhafte Atemgeräusche bei der Ausatmung charakterisiert.

Je nach Ort der Verengung kann bei Pfeifgeräuschen beim Atmen zwischen Stridor nasalis (von der Nase ausgehend), Stridor trachealis (von der Luftröhre ausgehend), Stridor pharyngealis (vom Rachen ausgehend) und Stridor laryngealis (vom Kehlkopf ausgehend) unterschieden werden.

Schematischer Aufbau (Anatomie) der menschlichen Lunge.

Ursachen

Es gibt verschiedenste Ursachen, die zu Pfeifgeräuschen beim Atmen führen können. Pfeifen deutet in vielen Fällen auf eine Verengung der Atemwege im Kehlkopf hin. Grundsätzlich kann die Verengung jedoch auch an anderen Stellen lokalisiert sein. Mögliche Ursachen für Pfeifgeräusche beim Atmen sind Bronchitis oder Asthma bronchiale. Außerdem führt eine Fremdkörperaspiration häufig zu pfeifenden Atemgeräuschen.

Aspirationen kommen besonders häufig bei Kindern vor, welche Süßigkeiten oder andere kleine Gegenstände in den Mund nehmen und versehentlich einatmen. Die Hauptursachen für einen inspiratorischen Stridor sind unter anderem Kehldeckelentzündungen (Epiglottitis), Pseudokrupp oder Tumore in den Atemwegen. Bei Asthma bronchiale und der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kann ein exspiratorischer Stridor auftreten. Mögliche weitere Ursachen für krankhafte Atemgeräusche sind Lungenkrebs und Diphtherie. In einigen Fällen kommt es bei einer Schilddrüsenvergrößerung zu Pfeifgeräuschen beim Atmen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Da es vielfältige Ursachen für Pfeifgeräusche beim Atmen gibt, ist eine gründliche Diagnosestellung durch einen Lungenfacharzt erforderlich. Zuerst erhebt der behandelnde Facharzt eine Anamnese. Dabei spielt es unter anderem eine Rolle, ob das Atemgeräusch beim Ein- oder Ausatmen auftritt. Außerdem fragt der Arzt nach den Rauchgewohnheiten des Betroffenen. Da Rauchen das Risiko für Pfeifgeräusche beim Atmen stark erhöht, ist diese Frage ein besonders wichtiger Teil des Patientengesprächs.

Nach dem Gespräch folgt die körperliche Untersuchung. Dabei untersucht der Lungenarzt den Hals- und Rachenraum nach Entzündungen. Weiters hört er die Lungen ab, um eine Lungenentzündung als Ursache für die Pfeifgeräusche beim Atmen ausschließen zu können. Bei Verdacht auf Asthma bronchiale führt der Arzt eine Lungenfunktionsprüfung durch. Je nach Grunderkrankung ist der Verlauf von Pfeifgeräuschen beim Atmen unterschiedlich. Entzündungen der Atemwege heilen durch die Gabe von Medikamenten meist ohne Komplikationen wieder ab. Ist die Ursache der Pfeifgeräusche beim Atmen eine schwerwiegende Erkrankung wie Lungenkrebs, ist der Verlauf weniger positiv einzustufen.

Behandlung und Therapie

Die Therapie von Pfeifgeräuschen beim Atmen richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Wie aggressiv behandelt werden muss, ist darüber hinaus vom Schweregrad der Krankheit abhängig. Bakterielle Entzündungen der Atemwege können mit der Gabe von Antibiotika meist gut behandelt werden und heilen innerhalb einiger Tage. Meist verschwinden nach der medikamentösen Therapie auch die Pfeifgeräusche beim Atmen.

Sind die krankhaften Atemgeräusche Folge einer Fremdkörperaspiration, muss der Fremdkörper so rasch wie möglich entfernt werden. Dies kann unter anderem durch eine Bronchoskopie erfolgen. Hierbei wird der Fremdkörper endoskopisch entfernt. Bei Asthma bronchiale muss eine langfristige Therapie durch sogenannte Controller erfolgen. Betroffene nehmen über einen längeren Zeitraum hinweg Medikamente ein, welche entzündungshemmend wirken.

Dadurch werden schwere Asthmaanfälle vorgebeugt und Pfeifgeräusche beim Atmen verschwinden bei dieser Behandlung häufig. Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von krankhaften Atemgeräuschen besteht im Verzicht von Zigaretten. Die Therapie kann nur dann ideal wirken, wenn sich der Patient an diese Vorschrift hält und den Konsum von Nikotin zumindest stark einschränkt. Gehen die Pfeifgeräusche beim Atmen mit Atemnot einher, kann die Gabe von Sauerstoff Abhilfe verschaffen.



Vorbeugung

Mit einfachen Maßnahmen können Pfeifgeräusche beim Atmen vorgebeugt werden. Die wichtigste prophylaktische Maßnahme besteht im Verzicht auf Rauchen. Dazu zählt auch Passivrauchen, welches wenn möglich vermieden werden sollte. Rauchen schadet den Atmungsorganen und erhöht das Risiko für verschiedenste Erkrankungen, die mit Pfeifgeräuschen beim Atmen einhergehen.

Bewegung in der frischen Luft ist gut für die Lungen und sorgt für allgemeines Wohlbefinden. Des Weiteren sollten jegliche Schadstoffe, welche der Lunge schaden könnten, gemieden werden. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Funktionen des Atmungsapparates beizubehalten. Bei gesunden Atmungsorganen treten nämlich keine Pfeifgeräusche beim Atmen auf.

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