Beugehemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr beugen)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Mai 2017
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Bei einer Beugehemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr beugen) ist die Bewegungsfreiheit der Hand stark eingeschränkt. Betroffene können entweder den gesamten Finger nicht mehr aus eigener Kraft zur Handinnenfläche führen oder nur die oberste Fingerkuppe. Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen schmerzhaft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Beugehemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr beugen)?

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Zeige-, Mittel,- Ring sowie der kleine Finger der menschlichen Hand verfügen über zwei Beugesehnen, von denen eine tiefer liegt und die andere oberflächlicher. Die Beugesehnen werden von Sehnenscheiden schützend umgeben und von fünf Ringbändern sowie drei Kreuzbändern eng an den Knochen gehalten. Der Umfang der Beugesehnen beträgt fünf bis zehn Millimeter, wodurch die Gefahr eines Risses relativ gering ist.

Verletzungen resultieren eher aus gröberer äußerlicher Gewalt wie durch scharfe Gegenstände. Liegt eine Beugesehnenverletzung vor, so kommt es zur Beugehemmung des betroffenen Fingers. Betroffene sind nicht mehr dazu befähigt, eine kraftvolle Bewegung auszuüben. Stattdessen ist es möglich, dass der Finger schlaff nach hinten hängt. Die Symptomatik hängt davon ab, welche der beiden Beugesehnen betroffen ist. In den meisten Fällen reduziert sich die Bewegungsunfähigkeit auf die oberste oder mittlerste Fingerkuppe.

Ursachen

Eine Beugehemmung (Finger lassen sich nicht mehr beugen) entspringt einer nicht mehr intakten Beugesehne. Diese kann durch äußerliche Verletzungen wie Tierbisse oder Messerstiche in ihrer Funktion beeinflusst werden. Ebenso möglich ist jedoch das Vorliegen eines Schnellenden Fingers. Bei diesem handelt es sich um eine Verschleißerkrankung. Der zunehmende Verschleiß führt dazu, dass die Beugesehne am Umfang zunimmt.

Alle Sehnen in der Hand werden durch Ringbänder mit den Knochen verbunden. Durch die Ringbänder verbleiben die Sehnen auch während des Streckens und Beugens der Finger in dieser Position. Wird der Finger gebeugt, so gleitet die Sehne unter dem Ringband hindurch. Ist die Sehne durch den Verschleiß nun verdickt, kann sie das Ringband nur durch vergrößerten Kraftaufwand passieren.

Für eine Beugehemmung verantwortlich sein kann ebenfalls ein Karpaltunnelsyndrom. Es ist eng mit dem Schnellenden Finger verbunden. Bei diesem wird der Mittelnerv am Handgelenk so eingeengt, dass Empfindungsstörungen auftreten. Der Mittelnerv liegt zwischen dem Handwurzelknochen und einem Band. Er wird gemeinsam mit weiteren Sehnen durch den Karpaltunnel vom Unterarm in die Hand geleitet. Schwillt das Band an oder hat der Mittelnerv aus anderen Gründen keinen ausreichenden Platz mehr, so wird die Funktionstüchtigkeit stark eingeschränkt. Nach längerem Bestehen der Krankheit kann es zur Beugungsunfähigkeit von Zeige- und Mittelfinger kommen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einer Beugehemmung der Finger besteht in den meisten Fällen kein besorgniserregender Zustand, der die Gesundheit schädigt oder immens beeinträchtigt. Dennoch sollte ein Arzt abklären, aus welchem Grund die Beugehemmung eintritt. Liegen chronische Erkrankungen wie Gicht oder Rheuma vor, sind weitere Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen. Der Krankheitsverlauf führt zu einer Zunahme der Beschwerden. Aus diesem Grund ist rechtzeitig ein Arzt aufzusuchen, damit weitere Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden können.

Ist die Beugehemmung der Finger angeboren, muss kein Arzt konsultiert werden. Der Betroffene lernt im Laufe des Lebens mit der Einschränkung umzugehen und findet alternative Methoden, um keine Beeinträchtigung zu erleiden. Hat er das Gefühl, dass er dennoch Hilfe und Unterstützung benötigt, ist ein Arztbesuch notwendig. Die Beugehemmung der Finger kann bei vielen Menschen zu emotionalen Problemen führen. Sofern der Betroffene feststellt, dass sich eine Verminderung der Lebensqualität einstellt oder er unter starken Stimmungsschwankungen sowie einem Rückzugsverhalten leidet, ist ein Arzt zu konsultieren.

Treten weitere Beschwerden wie Schmerzen auf oder breitet sich die Beugehemmung weiter aus, ist ein Arztbesuch notwendig, um mögliche Ursachen herauszufinden und Gegenmaßnahmen einzuleiten. In vielen Fällen handelt es sich bei der Beugehemmung der Finger um einen vorübergehenden Zustand aufgrund einer Überlastung. In diesem Fall reichen Ruhe und Schonung der Finger aus.

Diagnose und Verlauf

Bei der Diagnose werden die Beugesehnen ausführlich untersucht. Übungen können dabei helfen, herauszufinden, ob eine Verletzung der Beugesehnen vorliegt und welche der beiden betroffen ist. Ist die oberflächliche Beugesehne verletzt, so ist es dem Betroffenen nicht mehr möglich, die obere oder mittlere Fingerkuppe zu beugen. Bei einer Verletzung von beiden Sehnen kann der gesamte Finger nicht der Handinnenfläche genähert werden. Bei der Diagnose helfen Übungen, bei denen der Patient den Finger gegen Widerstand beugen muss.

Vermutet der Arzt ein Karpaltunnelsyndrom, wird die Daumenmuskulatur zuerst abgetastet. Greifübungen geben Auskunft über den Grad der Erkrankung. Zudem wird der Empfindungssinn getestet. Spürt der Patient die Berührung mit einem Wattebausch nicht, ist die Sensibilität bereits nicht mehr intakt. Betroffene werden gebeten, kleinere Gegenstände wie Büroklammern aufzuheben, um den Tast- und Greifsinn zu untersuchen. Besteht weiterhin Unsicherheit, kann der Hoffmann-Tinel-Test oder das Phalen-Zeichen Anwendung finden.

Komplikationen

Bei einer Beugehemmung der Finger bestehen meist keine besorgniserregenden Komplikationen. Im Alltag ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Sie kann dennoch nach einer Zeit der Umstellung und Übung in den meisten Fällen gut kompensiert werden. Problematischer wird es, wenn alle Finger betroffen sind. Bei einzelnen Fingern kann ein Ausgleich über einen anderen Finger oder die andere Hand erfolgen. Handelt sich es bei der Beugehemmung der Finger um einen angeborenen Zustand, so werden die Betroffenen im Verlauf des Lebens meist gute Techniken finden, um keine Beeinträchtigungen der Lebensführung zu haben.

Besteht eine Erkrankung, so kann es sich um einen entzündlichen Prozess handeln, der meist vorübergehend ist und keine bleibenden Schäden hinterlässt. Gewohnte Vorgänge, wie das Greifen nach Gegenständen, werden in der Zeit der Erkrankung schwerer fallen oder eine intensivere Aufmerksamkeit benötigen. Es kann sich ein ungeschicktes Verhalten einstellen und es ist eine größere Vorsicht beim Tragen und Festhalten von Gegenständen gefordert. Dies kann eine Gereiztheit, Verlangsamung, Unzufriedenheit oder auch zwischenmenschliche Konflikte herbeiführen. In einigen Fällen ist es notwendig, dass die Hand innerhalb des Heilungsprozesses ruhig gestellt wird. Damit kommt es zu weiteren Einschränkungen alltäglicher Prozesse. Unter Umständen ist das Führen eines PKWs nicht möglich oder Schreibtätigkeiten mit einem Stift können nicht vorgenommen werden.

Behandlung und Therapie

Je nachdem, welche Ursache für die Beugehemmung (Finger lassen sich nicht mehr beugen) vorliegt, werden unterschiedliche Therapieansätze gewählt. Ist die Beugesehne gerissen, ist es am effektivsten, sie in einem möglichst kleinen Zeitfenster wieder zu nähen. Wenn die Verletzung schon älter ist oder sich infiziert hat, müssen zwei Operationen durchgeführt werden. Bei der ersten verhindert ein Siliconstift, dass die Sehnen verkleben, in der zweiten kommt es dann zur Naht. Gegebenenfalls muss eine Transplantation vorgenommen werden.

Wurde das Karpaltunnelsyndrom diagnostiziert, staffelt sich die Behandlung in konservative Maßnahmen und eine Operation. Bei einem leichteren Grad kann die Einnahme von Vitamin B6 sowie die Schonung der Hand helfen. Entzündungshemmende Medikamente und Betäubungsmittel können ebenfalls eine Linderung verschaffen. Verursacht das Karpaltunnelsyndrom eine Beugehemmung der Finger, so ist es normalerweise jedoch bereits fortgeschritten und bedarf einer Operation. Bei dieser durchtrennt der Arzt das Retinaculum. Der operative Eingriff erfolgt bei einer Spiegelung oder einer offenen Operation. Bereits kurze Zeit nach der manuellen Separierung erfahren Patienten eine rasche Verbesserung der Beschwerden.

Die Greiffunktion muss durch krankengymnastische Übungen geschult werden, ist jedoch wiedererlangbar. Die Operation garantiert eine rasche Linderung, weist aber auch ein höheres Verletzungsrisiko für Sehnen, Nerven und Gefäße auf, die in der Nähe der operierten Stelle liegen.



Aussicht und Prognose

Eine Beugehemmung der Finger kann zum einen aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung hervorgerufen werden. Neben starken Schmerzen bei Bewegung der Finger kommt eine Schwellung der Gelenke hinzu. Bei adäquater Behandlung lässt sich die Sehnenscheidenentzündung recht gut behandeln, auch wenn der Verlauf ziemlich lang andauert. Zudem wird die Prognose verschlechtert, wenn weitere Erkrankungen der Gelenke vorliegen, wie zum Beispiel Rheuma oder Arthritis. Unbehandelt ist das Risiko sehr hoch, dass die Erkrankung chronisch verläuft.

Eine weitere Ursache betrifft die Verletzung der Sehnen. Auch hier kommt es zur Beugehemmung der Finger. Aber auch hier ist die Prognose recht gut, wenn keine weiteren Erkrankungen der Sehnen wie eine Sehnenschwäche vorhanden sind. Operativ lässt sich eine Sehnenverletzung wieder gut behandeln und die vollkommene Sehnenfunktion wird wieder erlangt. Jedoch kann die betroffene Sehne jederzeit wieder einreißen.

Auch das Karpaltunnelsyndrom, bei dem es zur Einengung von Strukturen im Bereich des Handgelenks kommt, kann ursächlich für eine Beugehemmung der Finger sein. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt und operativ behandelt, so verbessern sich die Symptome schon nach einigen Tagen. Falls die Krankheit jedoch lange Zeit unbemerkt bleibt und erst spät behandelt wird, sind Folgeschäden fast unvermeidlich. Neben einem langen Heilungsverlauf von einigen Monaten kommt es meist zu dauerhaften Sensibilitätsstörungen der Hand und Bewegungseinschränkung der Finger.

Vorbeugung

Eine Beugehemmung der Finger kann durch unterschiedliche Faktoren vorgebeugt werden. Zu diesen gehört die Vermeidung der übermäßigen Belastung der Hände, bei denen das Handgelenk gestreckt oder gebeugt wird. Nach längerer Anstrengung sollten die Handgelenke kurz durchgeschüttelt oder kalt abgewaschen werden. Es ist besonders bei regelmäßiger Arbeit am Computer wichtig, die Arme bequem während des Tippens abzulegen und den Händen immer wieder kürzere Pausen zu gönnen.

Bücher über Beugehemmung der Finger

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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